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Work-Life-Balance - Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben

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Work-Life-Balance KOMPAKT: Das Wichtigste in aller Kürze!

Das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu halten, ist nicht immer einfach. Work-Life-Balance beschreibt den Ausgleich zwischen Belastungen im Arbeits- und Privatleben sowie persönlichen Glücksmomenten, Freude, Triumphen und vielem mehr. Befinden sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer ausgewogenen Lebenssituation, steigen die Bindung an den Arbeitgeber und auch die Arbeitsmotivation. Wir fassen in diesem Beitrag die wichtigsten Vorteile und Anforderungen zusammen, stellen Instrumente zur Unterstützung einer guten Work-Life-Balance vor, erörtern konkrete Maßnahmen und identifizieren Gefahren für eine gute Work-Life-Balance.

Work-Life-Balance PRAXISNAH: Die wichtigsten Tipps zum Vorgehen in der Praxis

Mit diesen sieben Schritten fördern Sie aktiv eine gute Work-Life-Balance Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

  1. Tragen Sie mit Ihrem Team Wohlfühl- und Störfaktoren bzw. Stressfaktoren in der täglichen Arbeit zusammen. Erarbeiten Sie gemeinsam mit den Beschäftigten Gelingfaktoren für eine gute Work-Life-Balance.
  2. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welche Herausforderungen sie täglich zu bewältigen haben. Sammeln Sie gemeinsam Ansätze für eine passfähige Arbeitszeit- und Arbeitsortgestaltung.
  3. Vereinbaren Sie einen Rahmen für die tägliche berufliche Erreichbarkeit - z. B. eine Schlusszeit am Ende des Tages für E-Mails und Telefonanrufe. So entkoppeln Sie zum einen Störeinflüsse während der Arbeitszeit und schaffen zum anderen Ruhezeiten für Ihre Mitarbeitenden.
  4. Sehen Sie zum Ende des Monats die Stundenkonten Ihres Teams ein. Auf eine konstant hohe Zahl an Über- oder Unterstunden gilt es zeitnah zu reagieren und im Gespräch mit dem bzw. der Mitarbeitenden gegenzusteuern.
  5. Fördern Sie das gesundheitliche Engagement Ihre Mitarbeitenden! Hierfür eignen sich beispielsweise ein Gesundheitsaktionstag, Angebote zur gesunden Ernährung oder Kooperationen mit Fitnesszentren und Physiotherapien.
  6. Gestalten Sie aktive Pausen. Die PERWISS-Redaktion verbringt Ihre Mittagspause zum Beispiel gemeinsam mit dem ganzen Team. Hier sind Arbeitsthemen tabu!
  7. Feiern Sie Erfolge und lockern Sie den Arbeitsalltag auf. Teamevents müssen nicht aufwendig sein, um positive Effekte für das Arbeitsklima und den Zusammenhalt zu bewirken.

Definition: Was bedeutet Work-Life-Balance?

Privatleben und Arbeit - Wie halte ich die Waage zwischen diesen beiden Lebensbereichen? Diese Frage stellt sich nicht nur für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Mittlerweile besitzt das Thema Work-Life-Balance auch für die Personalarbeit in Unternehmen eine enorme Bedeutung.

Auf die Frage "Was bedeutet der Begriff Work-Life-Balance" würden vermutlich viele mit Schlagworten wie Gleichgewicht oder Ausgewogenheit von Privatleben und Arbeit antworten. Jedoch werden diese Antworten dem komplexen Gedanken, der hinter Work-Life-Balance steht, kaum gerecht. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend definiert den Begriff Work-Life-Balance folgendermaßen:

Definition Work-Life-Balance

„Work-Life-Balance steht für eine neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt. Betriebliche Work-Life-Balance-Maßnahmen zielen darauf ab, erfolgreiche Berufsbiografien unter Rücksichtnahme auf private, soziale, kulturelle und gesundheitliche Erfordernisse zu ermöglichen.“

(Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Dieser Definition zufolge geht es im Konzept für gute Work-Life-Balance im Kern darum, Raum für die verschiedenen und sich stets verändernden Anforderungen einer erfüllenden Lebensführung zu schaffen und zu erhalten.

Warum ist die Work-Life-Balance in der heutigen Arbeitswelt ein wichtiges Thema?

Nicht nur die Anforderungen im Arbeitsleben haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Auch die gesellschaftlichen Werte und damit die Bedeutung von Familie und erfüllenden Lebensplänen befinden sich in einem kontinuierlichen Wandel.

Familienbezogene AnforderungenArbeitsanforderungen
  • Das Bild von Familie hat sich dahingehend gewandelt, das vermehrt beide Partnerinnen bzw. Partner erwerbstätig sind und sich nicht mehr eine oder einer ganz der Familie und der Kindererziehung widmet. Darüber hinaus sind viele Eltern auch alleinerziehend und müssen ebenfalls beiden Anforderungen gerecht werden.
  • Hinzu kommt, dass die aktuelle Generation der Senioreninnen und Senioren immer älter und damit auch häufiger pflegebedürftig wird. So sehen sich Erwerbstätige oft nicht nur im Spagat, Arbeit und Kinderbetreuung "unter einen Hut zu bringen". In vielen Familien kommt auch die Pflege und Betreuung der eigenen Eltern hinzu.
  • Die Ansprüche an eine erfüllende und befriedigende Lebensführung steigen. Gut Wohnen, schöne Urlaube und ein teures Auto gehören dazu. Der angestrebte Wohlstand muss jedoch durch entsprechend honorierte Jobs finanziert werden, die eben oftmals ein hohes Maß an Flexibilität und Engagement erfordern.
  • Die Erwartungshaltungen bezüglich Arbeit und Privatleben der Generationen Y und Z weichen deutlich von den bisherigen Vorstellungen ab.
    TIPP: Informieren Sie sich dazu auf der passenden PERWISS-Themenseite: Generationsspezifische Personalarbeit gestalten!
  • Parallel dazu findet gesamtgesellschaftlich ein Wandel in Richtung intensiverer Elternschaft statt. Dieser wird unter anderem in den vielfältigen Kursangeboten deutlich, die bereits kurz nach der Geburt eines Kindes aufgenommen werden können. Väter möchten und sollen sich immer stärker in die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder einbringen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen heute im Arbeitsleben mehr Eigenverantwortung, Kooperations- und Selbstmanagementfähigkeiten zeigen aufgrund

  • der Globalisierung, die durch die Zunahme internationaler Konkurrenz und internationaler Migration spürbar wird.
  • des wirtschaftlichen Strukturwandels, der ein gestiegenes Qualifikationsniveau durch neue Formen wissensbasierter Dienstleistungen mit sich bringt. Aber auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Zeitarbeit oder befristete Anstellungen werden immer häufiger genutzt.
  • neuer technologischer Möglichkeiten, die eine permanente Erreichbarkeit, unabhängig von Zeit und Ort ermöglichen.
  • des demografischen Wandels, der eine Überalterung der Gesellschaft mit sich bringt und dazu führt, dass die Erwerbsbevölkerung abnimmt, aber immer mehr erwirtschaften muss. Das hat unweigerlich eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit zur Folge.

Was sind geeignete Instrumente, um Work-Life-Balance zu unterstützen?

Eine gelungene Balance zwischen Arbeit und Privatleben geht heute über die klassischen Ansätze der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinaus. Gerade dadurch, dass viele Angestellte sowohl Stress am Arbeitsplatz als auch im Familienleben haben, steigt die Gefahr, an einem Burnout-Syndrom zu erkranken. Leiden Arbeitnehmende an einer psychischen Erkrankung, unter Angstzuständen, einer Depression oder unter Mobbing, so wirkt sich diese Belastung auch auf das Privatleben aus. Ist dieses deshalb ebenfalls im Ungleichgewicht, fühlt sich die Person kaum noch wohl – ein Teufelskreis.

Gerade für kleine Unternehmen ist deshalb Work-Life-Balance ein interessantes und schon vielfältig aufgegriffenes Thema. Jedoch wird es noch zu wenig für die Vermarktung als attraktiver Arbeitgeber genutzt. Es ist das "goldene Händchen" des Arbeitgebers, das Tipps gegen Stress gibt, Burnout-Symptome erkennt oder offen über Probleme spricht und so beispielsweise Hilfe bei Burnout anbietet.

Bei einer drohenden psychischen Erkrankung muss nicht immer sofort eine Therapie begonnen werden. Schon eine Veränderung der Arbeitsumstände kann zu einer sichtbaren Steigerung des Wohlbefindens und einer positiven Persönlichkeitsveränderung führen. Dazu muss der Arbeitgeber jedoch mit dem oder der Betroffenen kommunizieren und dessen oder deren Probleme verstehen. Tipps zum Selbstmanagement oder Konfliktmanagement, systemisches Coaching, erlernter Umgang mit Stress und ein Projektmanagement-Seminar können das Selbstwertgefühl und damit die Leistungsfähigkeit von Angestellten bereits verbessern.

TIPP: Inbesondere Führungskräfte sind in einer Schlüsselposition für die Verbesserung der Work-Life-Balance im Unternehmen. Dies resultiert daraus, dass sie einerseits selbst zur Gruppe der gefährdeten Personen gehören und andererseits mit einem entsprechenden Führungsverhalten großen Einfluss auf die Work-Life-Balance der ihnen unterstellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.

Konkrete Maßnahmen

Zu Maßnahmen für gute Work-Life-Balance zählen Gesamtkonzepte oder Einzelangebote, die es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglichen, einen individuellen Ausgleich zwischen Arbeits- und Privatleben zu schaffen.

Maßnahmenbereiche zur Verbesserung der Work-Life-Balance durch das Unternehmen sind:

Ansätze zur intelligenten Verteilung der Arbeitszeit

  • Teilzeitarbeit, die in unterschiedlichsten Formen umgesetzt werden kann
  • Sabbaticals, d. h. längere Zeitspannen der Freistellung von Mitarbeitenden bei Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses

TIPP: Schauen Sie sich das Tool "Übersicht Arbeitszeitmodelle" an. Hier finden Sie Kurzdarstellungen zu insgesamt neun Arbeitszeitmodellen.

Ansätze zur flexiblen Gestaltung von Ort und Zeit der Leistungserbringung

  • Gleitzeit, in der Umsetzung gestaltbar mit oder ohne Kernarbeitszeit (festgelegter Anfang und festgelegtes Ende des Tages) sowie manueller oder maschineller Zeiterfassung oder aber die Umsetzung als Vertrauensarbeitszeit
  • Arbeitszeitkonten, d. h. Anpassung der Arbeitszeiten an Schwankungen des aufkommenden Arbeitsvolumens
  • Telearbeit, beispielsweise über Video- und Telefonkonferenzen
  • Job Sharing

Ansätze zur flexiblen Arbeitsorganisation

  • Teamarbeit
  • Job Rotation
  • Job Enlargement
  • Job Enrichement

Ansätze zur Gesundheitsprävention, d. h. Betriebliches Gesundheitsmanagement

  • Fitness- und Erholungsangebote im Unternehmen
  • Gesundheitsaktionstage
  • Angebote zur Förderung gesundheitsbezogener Kompetenzen, z. B. gesunde Ernährung
  • Wiedereingliederungsprogramme nach Krankheitsphasen

TIPP: Nutzen Sie unsere kostenfreien Tools zum betrieblichen Gesundheitsmanagement sowie die kostenpflichtige in unseren TOP-Tools enthaltene "Toolbox Betriebliches Gesundheitsmanagement"!

Ansätze zur Mitarbeiterbindung

  • Unternehmenskultur und Work-Life-Balance orientierte Führung,
  • Serviceleistungen für Familien (z. B. Unterstützung bei der Kinderbetreuung,  Unterstützung bei der Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder, Berufsunterstützung für Partnerinnen und Partner)
  • Qualifizierung (z. B. Stressmanagement, Konfliktmanagement, Selbstmanagement)

TIPP: Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Work-Life-Balance in Ihrem Unternehmen finden Sie in dem PERWISS-Tool: "Checkliste Familienfreundliche Maßnahmen".

Generell sollte darauf geachtet werden, dass kein Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin Krankheits- oder Stress-Symptome und Anzeichen für einen Burnout aufweist. Zwar ist es normal, dass an einigen Tagen eine höhere Belastung auftritt, doch sollten dies Ausnahmen sein.

Tool "Ideenliste Work-Life-Balance"

Das Tool "Ideenliste Work-Life-Balance" liefert Ihnen 20 Anregungen zur Stärkung der Work-Life-Balance in Ihrem Unternehmen und gibt Ihnen Impulse deren Attraktivität zu bewerten.

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Tool "Lebensrad" (Johann Stöger)

Das Tool "Lebensrad" unterstützt Sie bei der Einschätzung, wie viel Energie und Zeit Sie in Ihre verschiedenen Lebensbereiche investieren und gibt Ihnen Anregungen zur Optimierung Ihres Standortes.

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Welche Vorteile bringt eine gute Work-Life-Balance mit sich?

Intelligente Work-Life-Balance-Konzepte, welche moderne Methoden zum Stressmanagement und zur Vermeidung von Erschöpfung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enthalten, wirken sich nachhaltig auf die Personalgewinnung, die Mitarbeitermotivation und auch die Mitarbeiterbindung aus. Mitte der 90er Jahre begannen sich die ersten Unternehmen in Deutschland vor diesem Hintergrund mit dem Thema zu beschäftigen. Ziele dieser Unternehmen waren bereits damals:

  • Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente und Fachkräfte sowie
  • Erhöhung der Bindung von Beschäftigten an ihr Unternehmen.

Als sehr bedeutsames Ziel - neben diesen beiden nach wie vor aktuellen - ist die Gesunderhaltung der Beschäftigten hinzugekommen. Dieses Ziel rückt durch die demografische Entwicklung und den damit verbundenen älter werdenden Belegschaften zunehmend in den Fokus der Unternehmen. Work-Life-Balance hat sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Kostenthema in den Unternehmen etabliert und hilft Produktionspotenziale zu erschließen. Es ist nicht mehr nur ein Randthema für junge Mütter mit Kindern. Neben der Optimierung der Firmen-Leistung durch klassische Work-Life-Balance-Maßnahmen kann sich ein gesundes und harmonisches Arbeitsklima innerhalb des Unternehmens entwickeln. Letztendlich geht es darum, einem drohenden Interessengegensatz zwischen Berufs- und Privatleben bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegen zu wirken.

Nutzen von Work-Life-Balance für Arbeitnehmer

  • Anpassung der Arbeit an verschiedene Lebensentwürfe
  • Berücksichtigung von individuellen Lebenssituationen, Lebensphasen und Lebensumständen
  • Erhöhung der Bindung zum Unternehmen
  • Förderung von Motivation und Engagement
  • Besseres Wohlbefinden

Nutzen der Work-Life-Balance für Arbeitgeber

  • Geringere Kosten durch weniger Fehlzeiten
  • Steigerung der Produktivität
  • Reduktion von Fehlzeiten
  • Geringere Kosten für Personalgewinnungsmaßnahmen durch weniger Fluktuation und längere Unternehmenszugehörigkeiten
  • Bessere Wettbewerbsposition
  • Positive Außenwirkung als Lieferant und Kooperationspartner, aber auch als attraktiver Arbeitgeber

Nutzen der Work-Life-Balance für die Gesellschaft

  • Mehr Freiräume für ehrenamtliches, politisches oder soziales Engagement
  • Weniger Belastung des Sozialsystems

Rechtliche Grundlagen zur Work-Life-Balance

Work-Life-Balance ist nicht nur ein Modebegriff. Das ist bereits deutlich geworden. Wie wichtig das Konzept ist, zeigen die verschiedenen rechtlichen Grundlagen, auf die sich die Forderung nach einer Balance zwischen Arbeit und Leben stützt. Zwar existiert kein Work-Life-Balance-Gesetz, jedoch berücksichtigen verschiedene Gesetze das notwendige Gleichgewicht von Erholung, Arbeitszeit und Freizeit.

So setzt sich zum Beispiel die Europäische Union für die Stärkung sozialer Dimensionen ein und legt dabei Wert auf einen gleichberechtigen Zugang zum Arbeitsmarkt, faire Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Am 13. Juni 2019 erlies der Europäische Rat die Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, welche fünf wesentliche Ziele verfolgt:

  1. Einklang zwischen Beruf und Familienleben
  2. Bindung von Talenten an Unternehmen
  3. Förderung der Flexibilität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  4. Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern
  5. Wirtschaftswachstum und Förderung des Allgemeinwohls

Aus diesen Grundsätzen ergeben sich in der praktischen Umsetzung das Recht auf Vaterschaftsurlaub, Elternurlaub, Pflegeurlaub und Flexible Arbeitsregelungen. Dieses Engagement wird durch die Arbeit der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen unterstützt, die im Jahr 1975 gegründet wurde. Die Europäische Stiftung beschäftigt sich unter anderem mit flexiblen Arbeitsbedingungen.

TIPP: Für mehr Informationen zur Entwicklung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union lesen Sie auf der Seite des Europäischen Rats: Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige.

Deutsche Gesetze, die eine entsprechende Regelung enthalten sind:

Was kann die Work-Life-Balance in Gefahr bringen?

Wenn man davon ausgeht, dass sowohl die Arbeitnehmer- als auch die Arbeitgeberseite für das Gelingen des Anspruchs von Work-Life-Balance Sorge tragen, können auch beide Seiten diese ins Wanken bringen.

Durch ArbeitnehmerDurch Arbeitgeber und durch die Arbeitsverhältnisse
  • ein hoher persönlicher Leistungsanspruch, der dazu führt, sowohl im Privat- als auch im Berufsleben alles perfekt machen zu wollen
  • ein starkes Streben nach Karriere und beruflichem Erfolg
  • ein schlechtes Selbstmanagement (insbesondere mangelnde Organisations- und Planungsfähigkeiten)
  • ein großes Verpflichtungs- und Verantwortungsgefühl, was zu dem Gedanken führen kann, nicht entbehrlich zu sein und überall mitwirken zu müssen
  • die Tendenz zur Selbstausbeutung bei sehr großen Freiheitsgraden der Selbstbestimmung am Arbeitsplatz
  • ein permanenter Termindruck und unregelmäßige Arbeitszeiten
  • eine Alleinstellungsposition im Unternehmen ohne wirkliche Vertretungsmöglichkeiten
  • eine Ungewissheit über die Aufgabenfülle der nächsten Zeit
  • eine große Wahrscheinlichkeit von Konflikten
  • kaum Kontrollinstanzen bzgl. der tatsächlich erbrachten Arbeitsumfänge

TIPP: Nutzen Sie das Tool "Lebensrad", um Ihre persönliche Work-Life-Balance auf den Prüfstand zu stellen!

Welche Rolle spielt Erholung für das Lebensgleichgewicht?

Erholung stellt ein Funktionsgleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung her. Sie geschieht jedoch nicht von einem Augenblick zu nächsten, sondern ist ein Prozess, der über einen bestimmten Zeitraum hinweg stattfindet. Die zum Erholen benötigte Zeitspanne, ist wiederum von Art und Dauer der Belastung abhängig. Erleben wir eine sehr große Belastung am Arbeitsplatz, so brauchen wir umso mehr Zeit – private Zeit – um uns zu erholen. Damit wirkt sich das Arbeitserleben auch dann auf die Privatwelt aus, wenn es zu keiner Verlängerung der Arbeitsphase kommt, sondern wenn es einfach nur sehr anstrengend gewesen ist.

Work-Life-Balance steht auch für einen Erholungseffekt, der durch die Verringerung der Belastung, einen Belastungswechsel oder Pausen erreicht werden kann. An allen drei Punkten können sowohl Arbeitnehmende als auch Abreitgeber aktiv mitwirken, z. B. durch

  • Verringerung der Belastung durch eine bessere Aufgabenverteilung im Team
  • Belastungswechsel durch Job Rotation
  • Aktiv gestaltete Pausen, z. B. durch Fitnessangebote, die zu einer tatsächlichen Unterbrechung der Arbeitstätigkeit führen

Möglichkeiten, die Erholung zu fördern

  • Herausfordernde, interessante Tätigkeiten
  • Tätigkeitsspielraum
  • Teilautonome Arbeitsweise
  • Geeignete Arbeitszeitmodelle
  • Erholungsprogramme

Umstände, die Erholung stören können

  • Chronischer Zeitdruck
  • Zu hohe Arbeitsbelastungen
  • Mangelnde soziale Unterstützung
  • Mangelnde Aufgaben- und Rollenklärung
  • Fehlende Führungspersönlichkeit
Wo kann ich mehr zum Thema erfahren?

Mit einen Blick in den Better Life Index können Sie Erkenntnisse über verschiedene Kriterien gewinnen, die Menschen zu einem besseren Leben verhelfen. Ein Kriterium behandelt direkt die Work-Life-Balance. Ziel des Index ist es mithilfe der Kriterien verschiedene Länder miteinander zu vergleichen.

Silke Michalk und Peter Nieder gehen in ihrem Buch „Erfolgsfaktor Work-Life-Balance“ ausführlich auf das Konzept Work-Life-Balance ein, was in dem entsprechenden Buchauszug (16 Seiten im PDF-Format) nachgelesen werden kann.

Ein KMU-Handbuch Beruf und Familie gibt es von der Schweizerischen Eidgenossenschaft (128 Seiten im PDF-Format).

Das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat das "Checkheft familienorientierte Personalpolitik für kleine und mittlere Unternehmen"  (120 Seiten im PDF-Format) herausgebracht, welches kostenfrei bezogen werden. Der umfangreiche Leitfaden bündelt die wichtigsten Maßnahmen für eine familienfreundliche Personalpolitik und zeigt wie diese in den Unternehmen gelebt werden können.

Mehr Inhalte auf perwiss.de finden Sie unter:

"Work-Life-Balance"
"Familienfreundliches Unternehmen"
"Studien Gesundheitsmanagement" 
"Ideenliste Work-Life-Balance"
"Tool: Übersicht Arbeitszeitmodelle"
"Familienfreundliche Maßnahmen - Checkliste"
"Beratung: Work-Life-Balance"

Von der Perwiss-Redaktion empfohlene Bücher zu Work-Life-Balance

Work-Life-Integration

41peWc57yvL. SX351 BO1204203200 Beruf, Familie und Freizeit sowie private und soziale Verantwortung miteinander verzahnen und organisierbar machen, das ist sowohl Arbeitsweise als auch Lebensstil und wird als Work-Life-Integration bezeichnet. Insbesondere durch die Themen Digitalisierung, Klimawandel und Corona hat dieses Konzept an Bedeutung gewonnen. Mit dem Buch „Work-Life-Integration: Die neue Arbeitsweise und ihre Implikationen für die Wirtschaft und Gesellschaft“ (2021) beleuchten Matthias Bushold und Marc Husten wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Bedingungen sowie die Auswirkungen einer optimalen Work-Life-Integration. ISBN-13: 978-3658324681

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Balance Your Work Life

41hyDB8TkgL. SX341 BO1204203200 Stress, Überforderung und Reizüberflutung – diese Begriffe werden immer häufiger mit dem Arbeitsalltag in Verbindung gebracht. Aufgrund dessen gewinnt die Thematisierung von Selbstwirksamkeit, Motivation und Freude an der Zusammenarbeit stetig an Bedeutung. Das Buch „Balance Your Work Life: Durch clevere Entschleunigung Leistung verbessern“ (2020) von Pit Rohwedder stellt ein Entschleunigungskonzept vor, mit dem Sie Lebens- und Arbeitswelten ausgeglichener gestalten können. ISBN-13: 978-3791048642

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Work-Life-Balance

312cRvYcqoL. SX351 BO1204203200 Für den Erfolg des Unternehmens sind die langfristige Leistungsbereitschaft und -fähigkeit von besonderer Bedeutung. Stefanie Rolle untersucht, inwieweit familienfreundliche Maßnahmen zur Steigerung von Arbeitszufriedenheit und Engagement beitragen. In ihrem Buch „Work-Life-Balance. Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiterbindung durch familienfreundliche Maßnahmen“ (2018) können Sie sich über die Möglichkeiten und damit verbundene positive Effekte durch die Implementierung von Work-Life-Balance Konzepten in Ihrem Unternehmen informieren. Mit der Betrachtung möglicher Hemmnisse und Schwierigkeiten liefert die Autorin zudem eine kritische Reflexion, die Ihnen eine Umsetzung erleichtern kann. ISBN-13: 978-3961466382

Timeout statt Burnout

Timeout statt BurnoutIn dem Fachratgeber „Timeout statt Burnout: Einübung in die Lebenskunst der Achtsamkeit“ (2017) zeigen die Autoren Cornelia Löhmer und Rüdiger Standhardt auf, wie durch die Kunst der Achtsamkeit der Begriff Work-Life-Balance positiv bereichert werden kann. Die beiliegende CD enthält Timeout-Übungen aus der Praxis, welche die Leserinnen und Leser zu Auszeiten und Entschleunigung motivieren. Das Buch zielt auf die Einübung einer bewussten Wahrnehmung und Achtsamkeit im Alltag ab und beschreibt eine ganz eigene Vision eines menschengerechten Miteinanders in der Arbeitswelt. Zusätzlich erhält der Leser bzw. die Leserin Impulse zur eigenen Selbstreflexion. ISBN-13: 978-3608947298

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Lebensbereiche balancieren

Lebensbereiche balancierenIn dem Buch „Lebensbereiche balancieren: Visuelles Zeit- und Selbstmanagement mit Techniken für ein gesundes und harmonisches Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben“ (2016) thematisiert die Autorin Petra Nitschke Techniken für die Balance der Lebensbereiche Geist, Kontakt, Handlung und Körper. Das Buch spricht dabei insbesondere Menschen mit einem unregelmäßigen Tages- und Wochenablauf, aber auch Trainer für Selbst-, Zeit- und Stressmanagement an. Die visuellen Darstellungen der vorgestellten Techniken runden das Werk ab. ISBN-13: 978-3958910164

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Wege statt Irrwege

Wege statt IrrwegeDer Autor Clayton M. Christensen beschäftigt sich in seinem Buch „Wege statt Irrwege: Wo Menschen und Firmen die gleichen Fehler machen und warum Wirtschaftstheorien uns zu einem glücklicheren Leben verhelfen können“ (2015) mit den folgenden drei Fragen: Wie führe ich ein glückliches und sinnerfülltes Privatleben? Wie werde ich beruflich erfolgreich und habe Freude an meiner Arbeit? Wie vermeide ich es, im Gefängnis zu landen? Dabei gibt er anhand von Wirtschaftstheorien Antworten auf diese Fragen. Am Ende dieses Buches liefert er Denkanstöße, um Strategien für eine gute Work-Life-Balance zu entwickeln. ISBN-13: 978-3864702440

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oliver lilieFoto: Dirk Mahler

Oliver Lilie ist Arbeitswissenschaftler und geprüfter HR-Manager. Seit 1998 leitet er die MA&T Organisationsentwicklung GmbH als geschäftsführender Gesellschafter. Er begleitet und berät Unternehmen bei der Strategieentwicklung und der Gestaltung von Arbeitsprozessen. Führung, Personalmanagement und Change zählen zu seinen Trainingsthemen. Als einer der Hauptredakteure auf Perwiss befasst er sich insbesondere mit Arbeit 4.0, Führung und New Work.

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