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Arbeitgeberattraktivität steigern: Das wünschen sich (zukünftige) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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Ein Unternehmen, das seinen Beschäftigten einen attraktiven Arbeitsplatz bietet, ist in vielerlei Hinsicht erfolgreicher. Daher ist es sinnvoll, sich als Arbeitgeber mit möglichen Maßnahmen auseinanderzusetzen, die das eigene Unternehmen für bestehende wie auch für zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiver machen.

Warum die Arbeitgeberattraktivität so wichtig ist

Eine hohe Arbeitgeberattraktivität bringt für das Unternehmen viele Vorteile. Vor allem bewirkt sie, dass die Beschäftigten des Unternehmens nicht (nur) zur Arbeit kommen, weil sie es müssen, sondern auch, weil sie motiviert und mit Spaß an die Sache herangehen und ihren Teil zum Erfolg des Unternehmens beitragen wollen. Dies hat wiederum zur Folge, dass:

  • die Qualität der Arbeit steigt
  • die Beschäftigten mehr Leistung bringen
  • die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weniger krank sind
  • es weniger Fluktuation im Unternehmen gibt und dass
  • die Prozesse schneller und innovativer ablaufen.

Diese Faktoren wirken sich schlussendlich positiv auf die Arbeitsatmosphäre und auf den Erfolg des Unternehmens aus.

Das Gespräch suchen

Doch welche Faktoren sind es, die die Attraktivität eines Unternehmens maßgeblich bestimmen? Einige dieser Faktoren werden im Folgenden erläutert. Welche davon konkret die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines bestimmten Unternehmens ansprechen, lässt sich allerdings nur in einem direkten Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herausfinden. Für größere Unternehmen bieten sich anonyme Mitarbeiterbefragungen an. So können beide Parteien auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Mit einer Mitarbeiterbefragung können Arbeitgeber unter anderem Folgendes herausfinden:

  • Was läuft gut und sollte weiter ausgebaut werden?
  • Was läuft schlecht und sollte abgeschafft werden?
  • Welche Bedürfnisse haben die Beschäftigten, damit sie sich wohlfühlen?

Die Arbeitgeber-Alleinstellungsmerkmale und besonderen Attraktivitätsfaktoren, die das Unternehmen zu bieten hat, sollten auf der Homepage hervorgehoben werden. Solche Informationen ziehen potenzielle Bewerbende an. Generell ist es für einen attraktiven Arbeitgeber einfacher, neue Mitarbeiter zu finden.

Finanzielle Anreize

Nicht der ausschlaggebende und einzige, aber dennoch ein wichtiger Faktor, ist der finanzielle Aspekt. Ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter angemessen entlohnt, ist logischerweise höher im Kurs als eines, bei dem die Beschäftigten für ihre Arbeitsleistung nur verhältnismäßig wenig Lohn sehen.

Ein wahrer Attraktivitäts-Boost sind allerdings zusätzliche finanzielle Anreize, die das Unternehmen anbietet. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Etwa ein 13. Monatsgehalt sowie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Ebenso sind Bonuszahlungen für besondere Leistungen im Dienst der Firma für Mitarbeiter ein Anreiz, mehr zu leisten.

Doch auch außerhalb der Lohnzahlungen haben Arbeitgeber die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter finanziell zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung im Alter zu leisten. Das geht zum einen über die betriebliche Altersvorsorge oder sogenannte vermögenswirksame Leistungen. Beide Varianten können die Arbeitnehmer dafür nutzen, um für das Rentenalter zusätzlich zur gesetzlichen Rente ein finanzielles Polster zu schaffen.

Interessante Arbeitsaufgaben

Beruflich auf der Stelle zu treten, ist nicht gerade förderlich für die Motivation der Mitarbeiter. Besser ist es für sie und auch für den Erfolg des Unternehmens, wenn der Arbeitgeber immer wieder für neue Anreize sorgt und dadurch die Motivation hoch hält.

Abwechslungsreiche Tätigkeit

Mann offene Haende Gespraech© deagreez – Fotolia.com Die täglichen Aufgaben, die ein Mitarbeiter erledigen soll, sind sehr eng mit der persönlichen Motivation verknüpft. Wichtig ist, dass jeder Mitarbeiter einen Sinn in seiner Arbeit sieht und weiß, dass er damit einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leistet. Wer jedoch den Sinn nicht erkennen kann und Tag für Tag nur stupide, repetitive Tätigkeiten ausführt, verliert auf Dauer die Lust an seiner Arbeit. Arbeitgeber sollten deswegen dafür sorgen, dass die Arbeitsaufträge ihrer Beschäftigten möglichst abwechslungsreich gestaltet sind und immer wieder etwas Neues mit sich bringen, damit keine Langeweile aufkommt.

Genauso problematisch wie Langeweile bei der Arbeit ist es (Unterforderung), wenn sich Mitarbeiter überfordert fühlen. Umso wichtiger ist es, die Eigenschaften und Talente der Mitarbeiter zu erkennen und sie dementsprechend zu fördern.

Spannende Karrieremöglichkeiten

Ein besonders starker Anreiz, auf der Arbeit alles zu geben, ist die Aussicht auf eine Beförderung. Nicht selten geht diese mit entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen einher. Ein Unternehmen, das solche Maßnahmen anbietet oder sie finanziell unterstützt, verschafft sich Pluspunkte bei (zukünftigen) Mitarbeitern. Letzten Endes kommen solche Fortbildungsmaßnahmen dem gesamten Unternehmen zugute: Der Mitarbeiter kann sich mit den zusätzlichen Kompetenzen idealerweise im Unternehmen weiterentwickeln und die Karriere vorantreiben. Neue Fähigkeiten sorgen für neue Motivation und bewahren vor Langeweile und Unterforderung am Arbeitsplatz.

Außerdem leisten kompetentere und vielseitig ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bessere Arbeit und können zusätzliche Aufgaben übernehmen. Es lohnt sich für ein Unternehmen also, Zeit und Geldmittel in die Personalentwicklung zu investieren.

Gestaltung des Arbeitsumfeldes

Um dauerhaft leistungsstark und produktiv arbeiten zu können, brauchen Mitarbeiter einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz. Dazu gehört eine hochwertige Einrichtung der Büroräume mit höhenverstellbaren Schreibtischen, ergonomisch geformten Bürostühlen sowie ergonomische Tastaturen und PC-Mäuse. Sie verhindern chronische Schmerzen und bleibende Schäden an den Gelenken, die durch Fehlhaltungen entstehen. Das trägt maßgeblich zur Gesundheit der Mitarbeiter bei, ebenso eine angenehme Beleuchtung.

Generell sollten die Räumlichkeiten so konzipiert sein, dass möglichst viel Tageslicht als Beleuchtung genutzt werden kann. Außerdem empfiehlt sich eine Klimatisierung der Arbeitsräume, damit es sich selbst bei hohen Außentemperaturen gut arbeiten lässt.

Neben den praktischen Aspekten der Einrichtung, spielt auch die Ästhetik eine wichtige Rolle. Beschäftigte schätzen eine ansprechende farbliche Gestaltung, eventuell sogar mit Wandbildern oder Skulpturen, und grüne Pflanzen in den Büroräumen.

Pluspunkte bringt auch eine separate Küche, in der sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflegen können. Sie dient gleichzeitig als Rückzugsort, um sich mit Kollegen auszutauschen. Solche kurzen Entspannungsphasen bauen Stress ab und liefern neue Energie, um produktiv weiter arbeiten zu können. In lockeren Gesprächen ergeben sich auch oft kreative Impulse, die für das gesamte Unternehmen nützlich sein können.

Besondere Benefits für mehr Wohlbefinden

Kickerspieler© nd3000 – Fotolia.com Die Möglichkeiten, den Mitarbeitern besondere Benefits zu bieten und damit ihr Wohlbefinden zu verbessern, sind sehr vielfältig. Was immer gut ankommt und gerne angenommen wird, sind kostenlose Getränke wie Kaffee, Tee und Wasser, die den Mitarbeitern zur Verfügung stehen. In manchen Unternehmen gibt es auch kostenloses Müsli und Obst sowie ein warmes Mittagessen für „kleines Geld“. Schließlich arbeitet es sich am besten, wenn Grundbedürfnisse wie Hunger und Durst gestillt sind.

Auch die Möglichkeit, sich in der Mittagspause an einer Tischtennisplatte oder beim Kickerturnier mit den Kollegen auszupowern oder in einer firmeneigenen Gaming-Lounge neue Kraft zu tanken, gehört zu den attraktiven Benefits. Generell sammelt ein Unternehmen, das ein betriebliches Gesundheitsmanagement verfolgt oder die Möglichkeit zum Sport während der Mittagspause oder nach der Arbeit bietet, bei (zukünftigen) Mitarbeitern kräftig Pluspunkte.

Ebenso wichtig ist eine gute Work-Life-Balance, die den Beschäftigten ausreichend Freizeitausgleich zur Arbeitszeit bietet. Das lässt sich mit flexiblen Arbeitszeiten wie dem Gleitzeitmodell oder der Möglichkeit, von zuhause aus, also im Home Office zu arbeiten.

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre

Ein weiterer wesentlicher Faktor für die Motivation und das Wohlbefinden ist die Arbeitsatmosphäre. Denn nur, wer sich auch auf der sozialen und emotionalen Ebene in einem Unternehmen wohlfühlt, kann seine volle Leistung abrufen bzw. ist gewillt, das zu tun.

Zusammenhalt im Team

Interne Firmenevents sorgen nicht nur für eine willkommene Abwechslung im Arbeitsalltag, sie bieten auch eine ideale Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und sich besser kennen zu lernen. So können Teamgeist und die zwischenmenschlichen Beziehung untereinander gestärkt werden.

Das wiederum wirkt sich positiv auf die Arbeitsweise und die Produktivität aus. Denn wer das Gefühl hat, als Team zusammen zu arbeiten, das auch als solches funktioniert, ist wesentlich motivierter, seinen Beitrag dazu zu leisten. Um diesen Effekt zu erreichen, eignen sich Events wie betriebliche Ausflüge oder andere gemeinsame Aktivitäten wie der Besuch eines Escape-Rooms, eine Wandertour oder das Klettern im Hochseilgarten.

Eine gute Führungskultur

Zu einer guten Führungskultur gehört es, sich die Belange und Wünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufmerksam anzuhören und sich die Zeit zu nehmen, um mit ihnen gemeinsam nach einer Lösung für Probleme am Arbeitsplatz zu suchen. Wichtig ist es, dass sich die Mitarbeiter jederzeit ernst genommen fühlen. Das schafft eine gute Vertrauensbasis zwischen ihnen und den Vorgesetzen bzw. dem Unternehmen im Allgemeinen. Dazu gehören Lob und Anerkennung für erbrachte Leistungen sowie die Fähigkeit, konstruktive Kritik zu üben.

Außerdem liegt es in der Verantwortung der Führungskraft, für eine gute Arbeitsatmosphäre zu sorgen. Neben guten Arbeitsbedingungen und einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Führungsebene gehört dazu auch ein gutes Kima unter den Mitarbeitern. Dass sich nicht jeder mit jedem gut versteht, ist nur natürlich und lässt sich auch nicht erzwingen. Aber die Führungskraft sollte dafür sorgen, dass dennoch alle gut und produktiv miteinander arbeiten. Das gelingt, indem Schlechtreden und Mobbing nicht geduldet werden und die Führungskraft in Konfliktsituationen schlichtend eingreift und eine für alle Parteien annehmbare Lösung findet.

Familienfreundliche Angebote

Frau schwanger Laptop© Warakorn – Fotolia.com Viele Mitarbeiter und Bewerber auf Jobsuche legen zudem viel Wert auf die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens. Wer eine Familie gründen, aber den Job nicht verlieren will, schaut oft schon bei der Bewerbung darauf, ob ein Unternehmen entsprechende Angebote macht.

Das können flexible Arbeitszeiten sein oder die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten und somit trotz Job die Kinder versorgen zu können. Manche Unternehmen bieten sogar eine eigene Kinderbetreuung für den Nachwuchs ihrer Beschäftigten an. Auch die Möglichkeit, sorgenfrei in die Elternzeit zu gehen, ohne um den Job fürchten zu müssen, ist ein wichtiger Aspekt, ebenso wie die Organisation der Wiedereingliederung nach erfolgter Elternzeit.

Informationen zum Autor dieses Beitrags

oliver lilieFoto: Dirk Mahler

Oliver Lilie ist Arbeitswissenschaftler und geprüfter HR-Manager. Seit 1998 leitet er die MA&T Organisationsentwicklung GmbH als geschäftsführender Gesellschafter. Er begleitet und berät Unternehmen bei der Strategieentwicklung und der Gestaltung von Arbeitsprozessen. Führung, Personalmanagement und Change zählen zu seinen Trainingsthemen. Als einer der Hauptredakteure auf Perwiss befasst er sich insbesondere mit Arbeit 4.0, Führung und New Work.