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Betriebliches Gesundheitsmanagement im Homeoffice

Katarzyna Bialasiewicz - stock.adobe.com

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) hat in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Unternehmen richten ihre Abläufe nach diesem Faktor aus. Wie kann BGM sinnvoll und zielführend umgesetzt werden, wenn die Angestellten im Homeoffice arbeiten?

Warum ist betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig?

Betriebliches Gesundheitsmanagement bezeichnet die Anpassung von Strukturen und Prozessen in einer Firma, die darauf abzielt, die Gesundheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu erhalten und zu fördern. Hierfür werden die verschiedensten Maßnahmen ergriffen. Sie können sich unter anderem beziehen auf:

  • Gestaltung des Arbeitsplatzes
  • Bewegung
  • Stressmanagement
  • Ernährung

Die positiven Seiten sind vielfältig. Zum einen haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gesundheitliche Vorteile. Das wiederum steigert ihre mögliche Arbeitsleistung und schützt vor längeren krankheitsbedingten Ausfällen.

Gleichzeitig erkennen die Arbeitnehmer, dass das Unternehmen bereit ist, in ihre Gesundheit zu investieren – die Bindung zur Firma steigt und die Arbeitsatmosphäre in der Firma durch zufriedene Kollegen verbessert sich. Bei der Suche nach neuem Personal kann das Gesundheitsmanagement ein gutes Argument darstellen und das Unternehmen für Bewerber und Bewerberinnen in ein äußerst positives Licht rücken.

Wenn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Räumlichkeiten der Firma anwesend sind, lassen sich die verschiedenen Maßnahmen einfacher im Alltag umsetzen. Das Homeoffice wiederum bietet in diesem Zusammenhang verschiedene Herausforderungen. Dennoch gibt es Möglichkeiten und Wege, das betriebliche Gesundheitsmanagement dort zu realisieren.

Das Thema Ernährung

Ein wichtiger Punkt für das betriebliche Gesundheitsmanagement ist eine passende Ernährung. Diese ist unabdingbar für das alltägliche Wohlbefinden sowie das Vermeiden von körperlichen Problemen. Das können verschiedene Mangelerscheinungen, Adipositas oder sonstige durch ungesunde Nahrung ausgelöste Krankheiten sein.

In der Firma kann gesunde Ernährung beispielsweise durch einen sinnvollen und bewussten Speiseplan in der Kantine umgesetzt werden – ein Umstand, der im Homeoffice so nicht möglich ist. Daher sind andere Wege erforderlich.

Ernährungsvorschläge des Unternehmens

Beispielsweise könnten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jeden Tag per E-Mail ein Rezept für ein gesundes Essen erhalten, das sonst in der Kantine gekocht würde. Des Weiteren gibt es Rezepte, die speziell für bestimmte Krankheiten geeignet sind. Eine Information hierüber kann Mitarbeitenden in der entsprechenden Situation eine große Hilfe sein. Die Rezepte können auch regelmäßig in einen Newsletter eingebunden werden, in dem die neusten Erkenntnisse zur gesunden Ernährung zusammengestellt werden.

Die gesunde Ernährung kann noch umfangreicher in den Fokus des betrieblichen Gesundheitsmanagements für das Homeoffice rücken, beispielsweise durch einen professionell erstellten Ernährungsplan für die Belegschaft. Dieser kann auf eine gesunde Ernährung im Allgemeinen ausgerichtet sein. Gerade im Homeoffice ist dies ein besonderer Pluspunkt. So setzen sie sich von vielen anderen Firmen ab und stellen bei einigen Angestellten eine besonders hohe Zufriedenheit her.

Bewegung im Homeoffice

Gleichermaßen wichtig ist regelmäßige Bewegung. Sie sorgt für kräftige Muskeln und hilft dabei, schlank zu bleiben und so das Problem der Adipositas zu vermeiden, welches viele Nachteile im Alltag hat sowie weitere gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann. Dazu gehören unter anderem:

  • Arthrose
  • Probleme mit der Niere und Leber
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Bluthochdruck
  • Koronare Herzkrankheit

Muskeln als einer der zentralen Faktoren

Die Muskelmasse eines Menschen hat eine hohe Relevanz bezüglich des Vermeidens von Übergewicht. Je mehr Muskelmasse ein Körper hat, desto höher ist der Grundumsatz an Kalorien, was wiederum dabei hilft, Adipositas zu vermeiden. Andererseits besteht das Problem, dass der Körper mit dem Alter zunehmend Muskeln abbaut. Umso wichtiger ist es, hier entgegenzuwirken.

Für den Muskelerhalt sind mehrere Faktoren von besonderer Bedeutung. Neben ausreichend Kalorien und Protein zählt hierzu das richtige Training. Studien legen nahe, dass der beste Weg, um Muskelmasse zu erhalten, regelmäßiges Krafttraining ist.

Umsetzung durch das Unternehmen

Zum einen können Unternehmen den Mitarbeitenden hierfür einen kleinen Trainingsplan mit bestimmten Übungen zukommen lassen, der möglicherweise von einem Profi erstellt wird. So können die Angestellten mehrmals die Woche ein sinnvolles Sportprogramm absolvieren. Ein Fitnessstudio ist ideal für das Training, allerdings gibt es gleichermaßen einige Übungen für den Muskelerhalt im Home-Training.
In regelmäßigen Abständen kann ein firmeninternes Training für interessierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über eine Videokonferenz stattfinden. Dies kann in Eigenregie umgesetzt werden. Zusätzlich könnte ein Personal Trainer die gemeinsame Sitzung leiten, motivieren und entsprechende Tipps geben.

Gestaltung des Arbeitsplatzes

Nicht minder relevant im betrieblichen Gesundheitsmanagement ist die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Hierauf haben Arbeitgeber in ihren Firmenräumen einen großen Einfluss, da sie die Möbel und Arbeitsgeräte zur Verfügung stellen. Im Homeoffice ist dies nicht gegeben.

Körperliche Aspekte

Gleich mehrere Faktoren spielen hierbei eine Rolle – zum einen ergonomische. So kann die Gesundheit der Mitarbeitenden durch entsprechende Büromöbel, die eine gute Arbeits- und Sitzhaltung ermöglichen, gefördert werden. Hierfür können verschiedene Gegenstände und Faktoren relevant sein. Unter anderem zählen dazu:

  • der Bürostuhl
  • die Höhe des Schreibtisches
  • eine ergonomische Tastatur und Maus

Diese vermeiden langfristig Probleme mit der Haltung und dem Rücken. Unternehmen können dazu ihren Anteil beitragen, beispielsweise indem sie mit Anbietern Rabatte für entsprechende Möbel für ihre Mitarbeitenden aushandeln. Alternativ können sie Angestellte, die langfristig im Homeoffice sind, umfassend mit entsprechendem Mobiliar ausstatten. Hiermit fördern Arbeitgeber eine positive Grundstimmung bei den Mitarbeitenden im Homeoffice.

Gleichzeitig können Unternehmen ihren Mitarbeitenden mit praktischen Tipps einen Mehrwert bezüglich ergonomischer Fragen bieten. Dazu gehört beispielsweise ein gewisses Hintergrundwissen zum richtigen Sitzen. Hierdurch werden Rücken, Knochen und Gelenke geschont.

Psychische Faktoren

Zudem kann ein schön eingerichteter Arbeitsplatz viele psychische Vorteile haben. Kleinigkeiten wie Zimmerpflanzen (vor allem Exemplare mit Blüten) oder ein schönes Bild an der Wand heben die Stimmung. Gleichermaßen spielt ausreichend Licht eine Rolle.

Hierbei gilt gleiches wie im Bereich der ergonomischen Möbel. Unternehmen können den Mitarbeitern mit Tipps, entsprechenden Gegenständen zur Einrichtung oder dem Aushandeln von Rabatten bei Anbietern eine Hilfe sein.

Stressmanagement und Kommunikation

In einem immer schneller werdenden Berufsleben mit hohen Anforderungen spielt Stress eine große Rolle. Dieser entsteht durch den Druck der alltäglichen Arbeit sowie in Situationen, in denen beispielsweise viele Überstunden oder der schnelle Abschluss eines Projektes gefragt sind. Im Homeoffice können weitere Aspekte wie das vereinbaren von Familie und Beruf hinzukommen.

Stressmanagement

Daher ist Stressmanagement ein elementarer Teil der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Es schützt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen davor, ab einem gewissen Punkt ausgebrannt zu sein oder die Aufgaben nicht mehr bewältigen zu können.

Zum Stressmanagement können Entspannungsübungen beitragen. Ähnlich wie beim Muskeltraining können für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelmäßig Videokonferenzen abgehalten werden, in denen diese gemeinsam umgesetzt werden.

Des Weiteren kann zum Stressmanagement gehören, die Arbeitsleistung in bestimmten Phasen ein wenig herunterzufahren und den Druck zu verringern.

Umsetzung durch umfassende Kommunikation

In den Firmenräumlichkeiten kann es leichter auffallen als im Homeoffice, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin besonders gestresst ist. Umso wichtiger für das betriebliche Gesundheitsmanagement bei der Heimarbeit ist eine offene und regelmäßige Kommunikation.

So könnte das Unternehmen in regelmäßigen Abständen die individuelle Stressbelastung erfragen. Falls diese einen Angestellten an sein persönliches Limit bringt, haben Arbeitgeber die Möglichkeit, entsprechend zu handeln, indem sie beispielsweise die Arbeitsbelastung für diese Person anpassen.

Fazit

Betriebliches Gesundheitsmanagement im Homeoffice ist um einiges komplizierter als bei der Anwesenheit der Mitarbeitenden in den Räumlichkeiten der Firma. Dennoch haben Arbeitgeber die Möglichkeit, durch verschiedene regelmäßige virtuelle Events, eine Unterstützung bei der Einrichtung sowie eine offene Kommunikation ihren Beitrag zu leisten.

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