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Mobbing am Arbeitsplatz – Das können Sie als Arbeitgeber tun!

Mobbing äußert sich sehr vielschichtig: Getuschel am Kopierer, Stille wenn man den Raum betritt, keine Anerkennung für gute Arbeit oder bewusst zurückgehaltene Informationen.
Wo zahlreiche Persönlichkeiten aufeinandertreffen entstehen oftmals Konflikte. Dass man nicht jede Person im Büro sympathisch findet ist normal. Eskaliert die Situation, ist Mobbing meist nicht fern. Der Arbeitstag wird zum Spießrutenlauf und auch Zuhause ist von Ruhe keine Spur.
Arbeits- und Privatleben werden zum Alptraum, die Gesundheit und der Geist unheimlich belastet. Mobbing am Arbeitsplatz betrifft mehr und mehr Menschen, aber nur die wenigstens trauen sich aus ihrer Ohnmacht und Hilflosigkeit auszubrechen. In folgenden Artikel finden Sie Anzeichen von Mobbing unter Ihren Mitarbeitern und Handlungsempfehlungen, um die Betroffenen aus diesem Teufelskreis befreien zu können.
Mobbing am Arbeitsplatz ist ein Problem, was sich immer mehr verbreitet. Genaue Zahlen lassen sich schwer bestimmen. Die meisten Opfer schweigen aus Scham oder Angst vor Arbeitgeber und Kollegen. Auch lässt sich die Frage, ob man überhaupt gemobbt oder 'nur' gestraint wird, nur schwer klären.
Als Straining bezeichnet man die subtilere und nicht so auffällige Art von Mobbing. Das Opfer wird durch einzelne Handlungen in die Isolation gezwungen. Dieser Ausschluss aus dem Arbeitsalltag verursacht eine erzwungene Stresssituation mit langanhaltenden Folgen.
Der Begriff Mobbing kommt vom Englischen "to mob" und heißt so etwas wie anpöbeln, angreifen oder bedrängen. Die betroffene Person wird an ihrer Arbeitsstätte gemobbt, wenn sie sich mit Kollegen oder Vorgesetzten in einem permanenten Konflikt befindet, indem sie systematisch in eine unterlegene Position gedrängt wird. Permanent heißt hier: über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten und mindestens einmal die Woche. Die Definition, was unter Mobbing zählt, wird nach Heinz Leymann bestimmt. Heinz Leymann hat langjährig zum Thema Mobbing geforscht und 45 Mobbing-Anzeichen zusammengestellt.
Unter echtes Mobbing zählt unter anderem:
Viele Betroffene können fortwährendem Mobbing und dem alltäglichen psychischen Druck nicht standhalten. Probleme im Büro übertragen sich so schnell auch auf das Privatleben.
Mobbing am Arbeitsplatz wird in "Bossing" und "Staffing" unterteilt. Am häufigsten kommt das "Bossing" vor. Hierbei wird von oben nach unten gemobbt. Führungskräfte schikanieren Untergebene. Opfer haben es hier sehr schwer, sich ihrem gegenüber Chef zu wehren. Beim "Staffing", was weitaus seltener vorkommt, handelt es sich um Mobbing gegen einzelne Führungskräfte von Seiten der Mitarbeiter. Der Zweck hierbei ist es, das Ansehen des Vorgesetzten zu zerstören und somit seinen Einfluss zu schwächen. Letzten Endes stört Mobbing nicht nur das Ansehen der Beteiligten, sondern vor allem die Arbeitsatmosphäre und das Betriebsklima erheblich.
Es ist wichtig, Mobbing rechtzeitig zu erkennen, um systematisch und erfolgreich dagegen vorzugehen. Anfangs ist es dem Betroffenen und vor allem dem Arbeitgeber vielleicht gar nicht so bewusst oder sie nehmen es nicht ernst genug. Wenn jedoch eine schier grenzenlose Angst beim Gedanken an die Arbeit aufkommt, sollte man sich vielleicht einmal mehr Gedanken machen. Hier finden Sie fünf alarmierende Anzeichen für Mobbing am Arbeitsplatz:
Trifft etwas von diesen Aussagen auf einen Ihrer Mitarbeiter zu, sollten bei Ihnen schnellstens die Alarmglocken läuten.
Am Ende des Tages fragen Sie sich sicherlich: Warum wird am Arbeitsplatz gemobbt? Gründe gibt es sicherlich viele. Einige sind hier zusammengestellt:
Neid: Der Mitarbeiter liefert immer gute Leistungen ab und erledigt die Aufgaben gewissenhaft und zielstrebig. Die Kollegen beneiden ihn um seine Fähigkeiten und denken, dass er niemals Fehler macht. Die Kollegen fühlen sich gezwungen, für Fehler zu sorgen und versuchen ihn so in einem schlechten Licht dastehen zu lassen.
Gutes Verhältnis zum Chef: Der Mitarbeiter hat einen guten Draht zu Ihnen / zu Ihrem Chef und das ist den Kollegen nicht entgangen. So wird er schnell als Liebling abgestempelt und fällt in die Ungunst seiner Mitstreiter. Diese nehmen zudem Abstand von ihm, weil befürchtet wird, dass er Informationen oder Vertrauliches an den Chef weiterleitet.
Eigenes Verhalten: Vielleicht hat der Mitarbeiter sich die Antipathie seiner Kollegen auch selbst zuzuschreiben? Vielleicht hat er sich irgendjemandem gegenüber arrogant und herablassend verhalten, ohne es zu merken und das hat sich herumgesprochen.
Als Führungspersönlichkeit müssen Sie auch in angespannten Situationen einen kühlen Kopf bewahren und sich für Ihre Mitarbeiter und das Arbeitsklima einsetzen. Hier einige Tipps:
Es ist Aufgabe des Vorgesetzten, dafür zu sorgen, dass ein gutes und menschliches Arbeitsklima herrscht. Wenn der Mobber nicht gerade der Vorgesetzte ist, sollten Sie sich als erstes an ihn wenden. Ansonsten versuchen Sie es mal mit diesen drei Strategien:
Zeigen Sie dem Mobber die kalte Schulter und tun Sie so, als ob alles an Ihnen abprallt. Lassen Sie die Kollegen reden und tratschen: Sie wissen es schließlich besser! Oft verlieren Mobber die Lust am Mobbing, wenn sie sehen, dass ihre Handlungen zu nichts führen.
Kontra geben heißt das Zauberwort! Versuchen Sie mit dem Mobber zu sprechen und gehen Sie erst dann zu Ihren Vorgesetzten. Zeigen Sie ihm, wie lächerlich sein Verhalten ist und Sie dagegen vorgehen werden. Notfalls mit juristischer Hilfe. Sammeln Sie Beweise und Zeugen, falls es zu einer Anzeige kommen sollte.
Wenn nicht einmal mehr der Weg zum Chef hilft, denken sie über eine berufliche Alternative nach. Damit geben Sie den Mobbern zwar ihren Willen, aber können wieder ruhig und entspannt leben.