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Burnout – Der richtige Umgang mit Arbeitnehmern
Oftmals neigen Arbeitgeber dazu, das Burnout eines Mitarbeiters zu unterschätzen und das Problem nicht ernst zu nehmen. Denn psychisch kranke Mitarbeiter fallen häufig sehr lange aus, weswegen sich viele Arbeitgeber schnell nach Nachfolgern umzusehen. Dabei ist das Burnout Syndrom oftmals ein hausgemachtes Problem, dessen Symptome sich über eine lange Zeit hinweg aufbauen. Arbeitgeber und Führungskräfte haben aber eine ganz besondere Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeiter. Deswegen sollten Sie schon frühzeitig die Ursachen des Burnout Syndroms erkennen und erhöhte Belastungen von Angestellten vermeiden. Wir geben wertvolle Tipps zum Thema Burnout und zeigen auf, wie Arbeitgeber ihre Mitarbeiter unterstützen können.
Die Diagnose Burnout ist ähnlich wie beim Mobbing überaus schwer zu stellen. Ein Leben ohne Stress existiert nicht, doch Stress am Arbeitsplatz kann schnell ungesund werden. Sind keine Ventile mehr vorhanden den aufgestauten Druck abzubauen, wird die Situation schnell kritisch. Zusätzliche Energie dafür aufzuwenden die Lage zu entspannen, erzeugt letztendlich nur noch mehr Druck.
Wenn Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum hinweg über seine energetische Verhältnisse lebt, befindet sich sein Körper im Zustand einer geistigen, emotionalen und körperlichen Erschöpfung. Diese drei Symptome stellen wesentliche Merkmale eines Burnouts dar. Dabei sollte das Burnout Syndrom nicht mit dem Erschöpfungssyndrom verwechselt werden. Das Erschöpfungssyndrom ist ein Anzeichen einer körperlichen bzw. psychischen Erkrankung und Bestandteil des Burnouts. Der Körper gibt das deutliche Signal aus, dass er Ruhe benötigt um neue Energie zu sammeln. Der Arzt wird in einem persönlichen Gespräch den Unterschied zwischen einer "normalen" Erschöpfung und einer chronischen Erschöpfung feststellen.
Für Arbeitgeber ist es wichtig zu verstehen, wie es zum einem Burnout kommen kann. Die Zahl der Beschäftigten die aufgrund von Burnout ausfallen, stieg in den zurückliegenden Jahren rasant an. So ist eine deutliche Zunahme der psychischen Erkrankungen festzustellen, die Fehlzeiten stiegen von 1998 bis 2009 um 76 Prozent an. Der überwiegende Grund für die Erkrankung ist berufliche Überbelastung oder (Selbst)-Überforderung.
Wichtige Ursachen lassen sich allerdings auch in weiteren Gebieten finden:
Das Leistungsvermögen der Mitarbeiter ist über einen längeren Zeitraum deutlich vermindert. Der Grund dafür: Das Burnout entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum von 6 Monaten bis hin zu einigen Jahren. Als Höhepunkt des Burnouts wird der Nervenzusammenbruch bezeichnet. Diesem gehen oftmals Symptome wie Depressionen, Schlafstörungen, Müdigkeit oder Antriebslosigkeit voraus. Sehr kritisch ist der Zustand, falls dem Mitarbeiter die Motivation zum Leben fehlt.
Private Probleme in Kombination mit einem stressigen Job können das Burnout Syndrom beim jedem Menschen beschleunigen. Doch besonders viele Unternehmer wissen nicht genau, welche zentralen Ursachen ein Burnout bedingen. Das Auftreten der Krankheit ist ein klares Anzeichen dafür, dass im Unternehmen psychosoziale Belastungen vorhanden sind und Veränderungen vorgenommen werden müssen.
Wichtig: Burnout darf nicht als gesondertes Problem wahrgenommen werden, sondern ist eine Aufgabe für das komplette Umfeld.
Viele Arbeitgeber wissen nicht:
Arbeitgeber haben eine besondere Verantwortung und sind nach dem Arbeitsschutzgesetz dazu verpflichtet, für die Gesundheit und Sicherheit der Angestellten zu sorgen bzw. zu verbessern. Wenn also erkennbare Störungen und Überbelastungen vorliegen, muss der Arbeitgeber handeln und den Beschäftigten vor übermäßiger Beanspruchung schützen. Aber: Auch der Arbeitnehmer ist dazu verpflichtet, bei Gefährdung bzw. Beeinträchtigung der Gesundheit auf den Arbeitgeber zuzugehen. Bei einer Krankschreibung muss der Arbeitnehmer alles tun, um seine Gesundheit wiederzuerlangen.