Gesundheit neu denken: Warum Unternehmen heute ganzheitliche, nachhaltige Gesundheitsförderung brauchen
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Gesundheit neu denken: Warum Unternehmen heute ganzheitliche, nachhaltige Gesundheitsförderung brauchen

23. Januar 2026
Oliver Lilie
Oliver Lilie
Perwiss-Experte für Führung und Change Management

Die gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit entstehen längst nicht mehr nur im individuellen Lebensstil, sondern zunehmend durch globale Umweltveränderungen. Die Klimakrise, der Verlust biologischer Vielfalt und Umweltverschmutzung wirken direkt auf die Gesundheit von Beschäftigten. Der von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (KLUG) gemeinsam mit dem BKK-Dachverband erstellte Leitfaden „Planetary Health im betrieblichen Setting“ zeigt deutlich:
Gesundheitsförderung im Unternehmen muss heute ganzheitlich, klimasensibel und alltagstauglich gedacht werden.

Warum die Klimakrise ein Gesundheitsthema für Unternehmen ist

Die Klimakrise beeinflusst die Gesundheit von Beschäftigten unmittelbar. Besonders relevant sind:

  • Hitzeperioden, die zu körperlichen und psychischen Belastungen, Produktivitätsverlusten und einer Zunahme arbeitsbedingter Erkrankungen führen
  • Extremwetterereignisse, die Arbeitsabläufe, Sicherheit und Lieferketten beeinträchtigen
  • Zunahme von Allergien durch verlängerte Blütezeiten und neue Pflanzenarten
  • Steigende Infektionsrisiken durch klimabedingte Veränderungen
  • Psychische Belastungen, etwa durch Stress, Zukunftsängste und Unsicherheit

Die zentrale Erkenntnis:

Klimawandel ist kein abstraktes Umweltproblem, sondern ein konkreter Faktor für Fehlzeiten, Leistungsfähigkeit und Gesundheit im Arbeitsalltag.

Ernährung als Schlüssel für Gesundheit und Klimaschutz

Ernährung ist laut BKK-Leitfaden einer der wirkungsvollsten Hebel für Prävention und planetare Gesundheit. Rund ein Drittel der menschengemachten Emissionen entsteht im Ernährungssystem – gleichzeitig beeinflusst Ernährung maßgeblich das Risiko für chronische Erkrankungen.

Dabei zeigt die Studienlage klar:

  • Hohe Emissionen entstehen vor allem durch intensive Tierhaltung, lange Lieferketten und stark verarbeitete Produkte
  • Tierische Ernährung ist nicht per se problematisch – entscheidend ist die Art der Erzeugung
  • Ökologisch nachhaltig gehaltene Tiere, regionale Wertschöpfung und bewusster Konsum ermöglichen auch hier eine deutlich emissionsärmere Ernährung
  • Ebenso gilt für vegetarische und pflanzenbasierte Ernährung: Bio-Anbau, Regionalität und Saisonalität sind ausschlaggebend

Die Schlussfolgerung der Studie ist eindeutig:

Nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ der Ernährung entscheidet über Gesundheits- und Klimaeffekte.

Für Unternehmen liegt hier eine große Chance, Mitarbeitende niedrigschwellig für gesunde und nachhaltige Ernährung zu sensibilisieren – mit positiven Effekten auf Gesundheit, Motivation und Nachhaltigkeitsziele.

Wie fördern Bewegung und Mobilität gleichzeitig Gesundheit und Klimaschutz?

Bewegungsmangel zählt zu den größten Gesundheitsrisiken moderner Arbeitswelten. Gleichzeitig verursacht motorisierter Verkehr erhebliche Emissionen.

Maßnahmen wie aktive Mobilität oder bewegungsfördernde Angebote bieten sogenannte Co-Benefits:

  • Verbesserung der körperlichen Gesundheit
  • Reduktion von Stress
  • Senkung von Emissionen
  • Förderung von Konzentration und Leistungsfähigkeit

Der BKK-Leitfaden macht deutlich:

Gesundheitsförderung und Klimaschutz nutzen häufig dieselben Maßnahmen.

Welche Auswirkungen hat die Klimakrise auf die mentale Gesundheit von Beschäftigten?

Neben physischen Belastungen wirkt die Klimakrise zunehmend auf die psychische Gesundheit. Begriffe wie Klimastress, Zukunftsangst oder emotionale Erschöpfung gewinnen an Bedeutung.

Der Leitfaden betont:

  • Direkte und indirekte Klimafolgen verstärken Stress und psychische Erkrankungen
  • Mentale Resilienz wird zu einem zentralen Schutzfaktor
  • Betriebliche Gesundheitsförderung muss auch emotionale und psychische Belastungen adressieren

Unternehmen, die mentale Gesundheit gezielt stärken, erhöhen nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die langfristige Arbeitsfähigkeit ihrer Beschäftigten.

Was bedeutet klimasensibles Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?

Planetary Health beschreibt die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und menschlicher Gesundheit. Ein klimasensibles BGM:

  • verbindet Gesundheit, Nachhaltigkeit und Prävention
  • stärkt die physische und psychische Resilienz der Mitarbeitenden
  • berücksichtigt neue Risiken wie Hitze, UV-Belastung und Umweltstress
  • nutzt Co-Benefits systematisch

Der Leitfaden empfiehlt ausdrücklich, Planetary Health in alle Bereiche des BGM zu integrieren und Mitarbeitende für diese Zusammenhänge zu sensibilisieren.

Wie lassen sich ganzheitliche und klimasensible Gesundheitsmaßnahmen praktisch umsetzen?

Viele Unternehmen erkennen die Bedeutung ganzheitlicher und klimasensibler Gesundheitsförderung – stehen jedoch vor der Herausforderung, geeignete Angebote zu bündeln, organisatorisch einfach bereitzustellen und gleichzeitig hohe Teilnahmequoten zu erreichen.

Genau an dieser Stelle setzen spezialisierte Lösungsansätze an, die Gesundheitsförderung, Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit miteinander verbinden.

proFIT-Gesundheitsgutschein – individuelle, wirksame Gesundheitsförderung

Der proFIT-Gesundheitsgutschein ermöglicht Mitarbeitenden den Zugang zu über 7.000 Gesundheitsangeboten, die gezielt die im BKK-Leitfaden beschriebenen Handlungsfelder adressieren:

  1. Ernährung
    Kochkurse, Ernährungsberatung sowie der Zugang zu ökologisch nachhaltig erzeugten Ernährungsprodukten als Beitrag zu gesunder Lebensweise und planetarer Gesundheit.
  2. Sport & Bewegung
    Fitnessangebote, Reha- und Gesundheitssport, Yoga sowie Angebote zur aktiven Mobilität.
  3. Mentale Gesundheit
    Achtsamkeit, Stressbewältigung und Resilienzförderung zur Stärkung psychischer Gesundheit.
  4. Prävention & Therapie
    Funktionelles Training, Rückenschulungen und unterstützende Angebote zur Verhaltensprävention, z. B. Rauchentwöhnung.
  5. Gesundheitsbezogene Arbeitsfähigkeit
    Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens zur Reduktion arbeitsbedingter Belastungen und zum Erhalt der Leistungsfähigkeit.
  6. Unternehmenskultur & Mitarbeiterbindung
    Stärkung des sozialen Miteinanders und der Identifikation mit dem Unternehmen – unter anderem durch gemeinsames Engagement für Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Damit deckt proFIT wesentliche Co-Benefits ab, wie sie im BKK-Leitfaden beschrieben werden – in einer Form, die Mitarbeitende tatsächlich nutzen.

G.R.Ü.N. – Nachhaltigkeit erlebbar machen

G.R.Ü.N. ergänzt die individuelle Gesundheitsförderung um konkrete ökologische Maßnahmen wie regionale Baumpflanzungen und Biodiversitätsschutz. So wird Nachhaltigkeit sichtbar, messbar und emotional erlebbar – für Unternehmen und Mitarbeitende.

Fazit

Die Herausforderungen der Klimakrise erfordern ein neues Verständnis von Gesundheit im Unternehmen. Ganzheitliche, klimasensible Gesundheitsförderung bietet die Chance, die Gesundheit der Beschäftigten zu stärken und gleichzeitig Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen.

Für Unternehmen bedeutet klimasensible Gesundheitsförderung konkret:

  • Stärkung der physischen und psychischen Resilienz der Belegschaft
  • Verknüpfung und Unterstützung von ESG- und Nachhaltigkeitszielen
  • Geringere Fehlzeiten
  • Höhere Mitarbeiterbindung

 

Mit proFIT und G.R.Ü.N. erhalten Unternehmen eine Lösung, die:

  • praktisch umsetzbar
  • niedrigschwellig
  • wirksam
  • und nachhaltig

ist.

Gesunde Menschen auf einem gesunden Planeten – das ist die Zukunft betrieblicher Gesundheitsförderung.

 

Mehr dazu: https://www.profit-gutschein.de/

Quelle: https://www.bkk-dachverband.de/fileadmin/Artikelsystem/Publikationen/2023/Ergebnisbericht_Planetary_Health_im_betrieblichen_Setting.pdf

Autor: Wido Wittmann
Geschäftsführer der proFIT GmbH.
Seit 2011 begleitet er Unternehmen branchenübergreifend bei der wirksamen Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung mit einem ganzheitlichen Fokus auf Gesundheit, Prävention und Nachhaltigkeit.

Die im Beitrag beschriebenen Lösungsansätze werden unter anderem im Rahmen des proFIT-Gesundheitsgutscheins und der Initiative G.R.Ü.N. umgesetzt.

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