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Work-Life-Balance - Arbeits- und Privatleben vereinbaren!

Privatleben und Arbeit - Wie halte ich die Waage zwischen diesen beiden Lebensbereichen? Diese Frage stellt sich nicht nur für jede/n Arbeitnehmer/in. Mittlerweile besitzt das Thema Work-Life-Balance auch für die Personalarbeit in Unternehmen eine enorme Bedeutung.

Befinden sich Mitarbeiter/innen in einer unausgewogenen Lebenssituation, überträgt sich dies auf die erbrachte Leistung während der Arbeit, sodass das Unternehmen ebenfalls unter diesen Problemen leidet. Hier gilt es, präventiv zu handeln, indem beispielsweise Kurse zum Selbstmanagement, sportlichen Ausgleich und autogenen Training zur Stressbewältigung und -vermeidung angeboten werden.

» Bedeutung von Work-Life-Balance
» Studien zu Work-Life-Balance
» Bedingungen, die Work-Life-Balance zum Thema machen

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» Risikofaktoren für die Work-Life-Balance
» Nutzen von Work-Life-Balance
» Maßnahmen zur Förderung von Work-Life-Balance

» Bedeutung von Erholung für die Work-Life-Balance

Was bedeutet Work-Life-Balance?

Vermutlich würden viele diese Frage mit Schlagworten wie Gleichgewicht oder Ausgewogenheit von Privatleben und Arbeit beantworten. Jedoch werden diese Antworten dem komplexen Gedanken, der hinter Work-Life-Balance steht, kaum gerecht. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend definiert den Begriff folgendermaßen:

„Work-Life-Balance bedeutet eine neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt. Betriebliche Work-Life-Balance-Maßnahmen zielen darauf ab, erfolgreiche Berufsbiografien unter Rücksichtnahme auf private, soziale, kulturelle und gesundheitliche Erfordernisse zu ermöglichen.“

Dieser Definition zufolge geht es im Konzept der Work-Life-Balance im Kern darum, Raum für die verschiedenen und sich stets verändernden Anforderungen einer erfüllenden Lebensführung zu schaffen und zu erhalten.

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Welches Bild zeichnen aktuelle Untersuchungen zum Thema Work-Life-Balance?

Mit der Nutzung von Internet und auch Social Media, entstehen für Privatleben und Berufswelt viele Vorteile. Dazu gehören zum Beispiel örtliche und zeitliche Unabhängigkeit von Beschäftigten. Daraus ergibt sich aber auch die Gefahr, dass es zu einem permanenten und schwer steuerbaren Eingriff in die private Lebenswelt kommt. Das Beratungsunternehmen Mercer befragte in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und der Fachhochschule Rosenheim zu diesem Thema mehr als 150 Führungskräfte in Deutschland und fasste die Ergebnisse in der Studie Stressfaktor Smartphone 2015 zusammen. Das zentrale Ergebnis ist: 99 Prozent der deutschen Führungskräfte sind außerhalb der regulären Arbeitszeit beruflich erreichbar und 90 Prozent sind weiterhin auch im Urlaub geschäftlich zu erreichen. Jedoch fühlen sich neun von zehn der befragten Führungskräfte durch ihr Smartphone und die damit verbundene unbeschränkte Erreichbarkeit gestresst. Die Quintessenz der Studie ist letztendlich, dass Unternehmen und ihre Beschäftigten verbindliche Regeln für den Umgang mit Smartphones einführen und gezielt Aufklärung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement betreiben sollten.

Die Bertelsmann-Stiftung gibt jährlich in Zusammenarbeit mit der BARMER GEK den Gesundheitsmonitor heraus. Dazu gehört auch eine 2015 durchgeführte Befragung von etwa 1.000 Erwerbstätigen in Deutschland unter der Überschrift "Psychosozialer Stress am Arbeitsplatz". Dieser Untersuchung zufolge geben etwa 25% der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Vollzeit an, dass sie nicht glauben, das eigene Arbeitstempo dauerhaft durchhalten zu können. Weiterhin erreichen 18% der Befragten oft die eigenen Leistungsgrenzen und 23% der Befragten arbeiten gänzlich ohne Pausen. Begründet werden diese Zahlen durch hohe Leistungsanforderungen. 42% der Befragten geben an, dass sie in einem Arbeitsumfeld mit ständig wachsenden Leistungszielen arbeiten. Eine Überforderung entsteht dann, wenn diese hoch angelegten Ziele zu neuen Standards umgewandelt werden.

TIPP: Nutzen Sie unsere "Ideenliste Work-Life-Balance", um sich Anregungen für die Ausgewogenheit Ihres Berufs- und Privatlebens einzuholen!

Die Leistungsgrenze ist individuell unterschiedlich, sodass bei einem/r schnell Stress-Symptome in Erscheinung treten, während ein/e andere/r Arbeitskollege/in unterfordert ist und sich auf dem Weg zu einem Burnout-Syndrom befindet. Es ist der Ausgleich zwischen Leistung und Entspannung, der die Angestellten zu ihrem Leistungsoptimum und nicht zu ihrem Leistungsmaximum führt. Durch gutes Life-Coaching, Stressbewältigungsstrategien und Möglichkeiten zum Stressabbau kann der Weg zur Burnout-Behandlung oder eine Krankschreibung wegen eines Burnouts vermieden werden.

Welche Bedingungen machen Work-Life-Balance zu einem Thema in der heutigen Arbeitswelt?

Nicht nur die Anforderungen im Arbeitsleben haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, auch die gesellschaftlichen Werte und damit die Bedeutung von Familie und erfüllenden Lebenspläne befinden sich in einem kontinuierlichen Wandel.

Die familienbezogenen Anforderungen sind gestiegen!

  • Das Bild von Familie hat sich dahingehend gewandelt, das vermehrt beide Partner/innen erwerbstätig sind und sich nicht mehr eine/r ganz der Familie und der Kindererziehung widmet. Darüber hinaus sind viele Eltern auch alleinerziehend und müssen ebenfalls beiden Rollenanforderungen gerecht werden.
  • Hinzu kommt außerdem, dass die aktuelle Generation der Senioren/innen immer älter und damit auch häufiger pflegebedürftig wird. So sehen sich Erwerbstätige oft nicht nur im Spagat Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen, in vielen Familien kommt auch die Pflege und Betreuung der eigenen Eltern mit dazu.
  • Die Ansprüche an eine erfüllende und befriedigende Lebensführung steigen ebenfalls: Gut Wohnen, schöne Urlaube und ein teures Auto. Der angestrebte Wohlstand muss jedoch durch entsprechend honorierte Jobs finanziert werden, die eben oftmals ein hohes Maß an Flexibilität und Engagement erfordern.
  • Die Erwartungshaltungen bezüglich Arbeit und Privatleben der Generationen Y und Z weichen deutlich von den bisherigen Vorstellungen ab.
    TIPP: Informieren Sie sich dazu auf der passenden Perwiss-Themenseite!
  • Parallel dazu findet aber auch gesamtgesellschaftlich ein Wandel in Richtung intensiverer Elternschaft statt. Dieser wird u. a. in den vielfältigen Kursangeboten deutlich, die bereits kurz nach der Geburt eines Kindes aufgenommen werden können. Väter möchten und sollen sich immer stärker in die Erziehung und Betreuung Ihrer Kinder einbringen.

Die Arbeitsanforderungen sind intensiver geworden!

2016 thema wlb Fotolia 48604676 Sstyf - Fotolia.comArbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen heute im Arbeitsleben mehr Eigenverantwortung, Kooperations- und Selbstmanagementfähigkeiten zeigen aufgrund

  • der Globalisierung, die durch die Zunahme internationaler Konkurrenz und internationaler Migration spürbar wird.
  • des wirtschaftlichen Strukturwandels, der ein gestiegenes Qualifikationsniveau durch neue Formen wissensbasierter Dienstleistungen mit sich bringt, aber auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Zeitarbeit oder befristete Anstellungen werden immer häufiger genutzt.
  • neuer technologischer Möglichkeiten, die eine permanente Erreichbarkeit, unabhängig von Zeit und Ort ermöglichen.
  • des demografischen Wandels, der eine Überalterung der Gesellschaft mit sich bringt und dazu führt, dass die Erwerbsbevölkerung abnimmt, aber immer mehr erwirtschaften muss. Die hat unweigerlich eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit zur Folge.

Was kann die Work-Life-Balance in Gefahr bringen?

Wenn man davon ausgeht, dass sowohl die Arbeitnehmer-, als auch die Arbeitgeberseite für das Gelingen des Anspruchs von Work-Life-Balance Sorge tragen, können auch beide Seiten diese ins Wanken bringen.

Gefahrenpotenziale durch den/die Arbeitnehmer/in selbst

  • ein hoher persönlicher Leistungsanspruch, der dazu führt, sowohl im Privat- als auch im Berufsleben alles perfekt machen zu wollen, was nicht immer realisierbar ist
  • ein hohes Streben nach Karriere und beruflichem Erfolg
  • ein schlechtes Selbstmanagement, wozu insbesondere Organisations- und Planungsfähigkeiten gehören
  • ein großes Verpflichtungs- und Verantwortungsgefühl, was zu dem Gedanken führen kann, nicht entbehrlich zu sein und überall mitwirken zu müssen
  • die Tendenz zur Selbstausbeutung bei sehr großen Freiheitsgraden der Selbstbestimmung am Arbeitsplatz

Gefahrenpotenziale durch den Arbeitgeber und die Arbeitsverhältnisse

  • ein permanenter Termindruck und unregelmäßige Arbeitszeiten
  • eine Alleinstellungsposition im Unternehmen ohne wirkliche Vertretungsmöglichkeiten
  • eine Ungewissheit über die Aufgabenfülle der nächsten Zeit
  • ein große Wahrscheinlichkeit von Konflikten
  • kaum Kontrollinstanzen bzgl. der tatsächlich erbrachten Arbeitsumfänge

TIPP: Nutzen Sie das Tool "Lebensrad", um Ihre persönliche Work-Life-Balance auf den Prüfstand zu stellen!

Welchen Nutzen stiftet ein balanciertes Arbeits- und Privatleben?

2016 thema wlb Fotolia 62019188 Sstyf - Fotolia.comIntelligente Work-Life-Balance-Konzepte, welche moderne Methoden zum Stressmanagement und zur Vermeidung von Erschöpfung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enthalten, wirken sich nachhaltig auf die Personalgewinnung, die Mitarbeitermotivation und auch die Mitarbeiterbindung aus. Mitte der 90er Jahre begannen sich die ersten Unternehmen in Deutschland vor diesem Hintergrund mit dem Thema Firmengleichgewicht zu beschäftigen. Ziele dieser Unternehmen waren bereits damals:

Als sehr bedeutsames Ziel - neben diesen beiden nach wie vor aktuellen - ist die Gesunderhaltung der Beschäftigten hinzugekommen. Dieses Ziel rückt durch die demografische Entwicklung und den damit verbundenen älter werdenden Belegschaften zunehmend in den Fokus der Unternehmen. Work-Life-Balance hat sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Kostenthema in den Unternehmen etabliert und hilft Produktionspotenziale zu erschließen. Es ist nicht mehr nur ein Randthema für junge Mütter mit Kindern. Neben der Optimierung der Firmen-Leistung durch klassische Work-Life-Balance-Maßnahmen kann sich ein gesundes und harmonisches Arbeitsklima innerhalb des Unternehmens entwickeln. Letztendlich geht es darum, einem drohenden Interessengegensatz zwischen Berufs- und Privatleben bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegen zu wirken.

Überblick der Wirkungen von Work-Life-Balance-Maßnahmen

Ebene der Beschäftigten:

Ebene des Unternehmens:

  • Geringer Kosten durch weniger Fehlzeiten
  • Geringere Kosten für Personalgewinnungsmaßnahmen durch weniger Fluktuation und längere Unternehmenszugehörigkeiten
  • Bessere Wettbewerbsposition
  • Positive Außenwirkung als Lieferant und Kooperationspartner, aber auch als attraktiver Arbeitgeber

Ebene der Gesellschaft:

  • Mehr Freiräume für ehrenamtliches, politisches oder soziales Engagement
  • Weniger Belastung des Sozialsystems

Was sind geeignete Maßnahmen, um die Work-Life-Balance von Beschäftigten zu unterstützen?

Eine gelungene Balance zwischen Arbeit und Privatleben geht heute über die klassischen Ansätze der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinaus. Gerade dadurch, dass viele Angestellte sowohl Stress am Arbeitsplatz als auch im Familienleben haben, steigt die Gefahr, an einem Burnout-Syndrom zu erkranken. Leidet ein/e Arbeitnehmer/in an einer psychischen Erkrankung, unter Angstzuständen, einer Depression oder unter Mobbing, so wirkt sich diese Belastung auch auf das Privatleben aus. Ist dieses deshalb ebenfalls im Ungleichgewicht, fühlt sich die Person kaum noch wohl – ein Teufelskreis.

Gerade für kleine Unternehmen ist deshalb Work-Life-Balance ein interessantes und schon vielfältig aufgegriffenes Thema, jedoch wird es noch zu wenig für die Vermarktung als attraktiver Arbeitgeber genutzt. Es ist das "goldene Händchen" des Arbeitgebers, das Tipps gegen Stress gibt, Burnout-Symptome erkennt oder offen über Probleme spricht und so beispielsweise Hilfe bei Burnout anbietet. Bei einer drohenden psychischen Erkrankung muss nicht immer sofort eine Therapie begonnen werden.

Schon eine Veränderung der Arbeitsumstände kann zu einer sichtbaren Steigerung des Wohlbefindens und einer positiven Persönlichkeitsveränderung führen. Dazu muss der Arbeitgeber jedoch mit dem/r Betroffenen kommunizieren und dessen/deren Probleme verstehen. Tipps zum Selbstmanagement oder Konfliktmanagement, systemisches Coaching, erlernter Umgang mit Stress und ein Projektmanagement-Seminar können das Selbstwertgefühl und damit die Leistungsfähigkeit des/r Angestellten bereits verbessern.
TIPP: Inbesondere Führungskräfte sind in einer Schlüsselposition für die Verbesserung der Work-Life-Balance im Unternehmen. Dies resultiert daraus, dass sie einerseits selbst zur Gruppe der gefährdeten Personen gehören und andererseits mit einem entsprechenden Führungsverhalten großen Einfluss auf die Work-Life-Balance der ihnen unterstellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.

Konkrete Maßnahmen

2016 thema wlb Fotolia 63100863 SKristin Grndler - Fotolia.comZu Maßnahmen im Bereich von Work-Life-Balance zählen Gesamtkonzepte oder Einzelangebote, die es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglichen soll, einen individuellen Ausgleich zwischen Arbeits- und Privatleben zu schaffen.

Maßnahmenbereiche zur Verbesserung der Work-Life-Balance durch das Unternehmen sind (siehe auch "Checkliste Familienfreundliche Maßnahmen"):

Ansätze zur intelligenten Verteilung der Arbeitszeit (siehe auch "Übersicht Arbeitszeitmodelle")

  • Teilzeitarbeit, die in unterschiedlichsten Formen umgesetzt werden kann
  • Sabbaticals, d. h. längere Zeitspannen der Freistellung eines/r Mitarbeiters/in bei Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses

Ansätze zur flexiblen Gestaltung von Ort und Zeit der Leistungserbringung

  • Gleitzeit, in der Umsetzung gestaltbar mit oder ohne Kernarbeitszeit sowie manueller oder maschineller Zeiterfassung oder aber die Umsetzung als Vertrauensarbeitszeit
  • Arbeitszeitkonten, d. h. Anpassung der Arbeitszeiten an Schwankungen des aufkommenden Arbeitsvolumens
  • Telearbeit, beispielsweise über Video- und Telefonkonferenzen
  • Job Sharing

Ansätze zur flexiblen Arbeitsorganisation

  • Teamarbeit
  • Job Rotation
  • Job Enlargement
  • Job Enrichement

Ansätze zur Gesundheitsprävention, d. h. Betriebliches Gesundheitsmanagement

  • Fitness- und Erholungsangebot im Unternehmen
  • Gesundheitsaktionstage
  • Angebote zur Förderung gesundheitsbezogener Kompetenzen, z. B. gesunde Ernährung
  • Wiedereingliederungsprogramme nach Krankheitsphasen

TIPP: Nutzen Sie unsere kostenfreien Tools zum betrieblichen Gesundheitsmanagement sowie die kostenpflichtige in unseren TOP-Tools enthaltene "Toolbox Betriebliches Gesundheitsmanagement"!

Ansätze zur Mitarbeiterbindung

  • Unternehmenskultur und Work-Life-Balance orientierte Führung,
  • Serviceleistungen für Familien (z. B. Unterstützung bei der Kinderbetreuung,  Unterstützung bei der Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder, Berufsunterstützung für Partner/in)
  • Qualifizierung (z. B. Stressmanagement, Konfliktmanagement, Selbstmanagement)

Generell sollte darauf geachtet werden, dass kein/e Mitarbeiter/in Krankheits- oder Stress-Symptome und Anzeichen für einen Burnout aufweist. Zwar ist es normal, dass an einigen Tagen eine höhere Belastung auftritt, doch sollten dies Ausnahmen sein. Der Weg zum Psychotherapeuten kann den Angestellten und der Firma durch gutes Personalmanagement erspart werden!

Welche Rolle spielt Erholung für das Lebensgleichgewicht?

Erholung stellt ein Funktionsgleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung her. Daher geschieht Erholung jedoch nicht von einem Augenblick zu nächsten, sondern ist ein Prozess, der über einen bestimmten Zeitraum hinweg stattfindet. Die zum Erholen benötigte Zeitspanne, ist wiederum von Art und Dauer der Belastung abhängig. Erleben wir eine sehr große Belastung am Arbeitsplatz, so brauchen wir umso mehr Zeit – private Zeit – um uns zu erholen. Damit wirkt sich das Arbeitserleben auch dann auf die Privatwelt aus, wenn es zu keiner Verlängerung der Arbeitsphase kommt, sondern wenn es einfach nur sehr anstrengend gewesen ist.

Ein Erholungseffekt kann durch die Verringerung der Belastung, einen Belastungswechsel oder Pausen erreicht werden. An allen drei Punkten können sowohl Arbeitnehmer/innen als auch Abreitgeber aktiv mitwirken, z. B.

  • Verringerung der Belastung durch eine bessere Aufgabenverteilung im Team
  • Belastungswechsel durch Job Rotation
  • Aktiv gestaltete Pausen, z. B. durch Fitnessangebote, die zu einer tatsächlichen Unterbrechung der Arbeitstätigkeit führen

Möglichkeiten, die Erholung zu fördern, sind:

  • Herausfordernde, interessante Tätigkeiten
  • Tätigkeitsspielraum
  • Teilautonome Arbeitsweise
  • Verhaltensprävention (Seminare, Trainings, Coachings)
  • Verhältnisprävention (Arbeitszeitgestaltung, Arbeitsorganisation)
  • Geeignete Arbeitszeitmodelle
  • Erholungsprogramme

Umstände, die Erholung stören können, sind:

  • Chronischer Zeitdruck
  • Zu hohe Arbeitsbelastungen
  • Mangelnde soziale Unterstützung
  • Mangelnde Aufgaben- und Rollenklärung
Mehr Wissen

In unserem Tool "Übersicht Arbeitszeitmodelle" erhalten Sie Anregungen zur Nutzung verschiedener Arbeitszeitmodelle zur individuellen Gestaltung der Work-Life-Balance Ihrer Beschäftigten. Mit Hilfe des Tools "Lebensrad" können Sie eine Standortbestimmung hinsichtlich Ihrer persönlichen Work-Life-Balance vornehmen. Nutzen Sie auch unsere "Checkliste Familienfreundliche Maßnahmen", die Anregungen in fünf Handlungsfeldern gibt. Weitere Tools zum Thema sind "5 Anti-Stressübungen", "Ideenliste Work-Life-Balance", "Stressbarometer" und "Persönlicher Stresstest". Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema auseinander setzen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere Literaturliste Work-Life-Balance. In unseren Links finden Sie Verweise auf verschiedene Leitfäden, Präsentationen, Checklisten, Tests sowie Artikel zum Thema. Externe professionelle Unterstützung bieten spezialisierte Beratungseinrichtungen, von denen wir einige für Sie zusammengestellt haben.

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