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Work-Life-Balance

Wegweise_Burnout_und_Work_Life_Balance_Fotolia_30681245_XS_grossAusgewogenheit zwischen Arbeits- und Privatleben zielgerichtet gestalten!

Privatleben und Arbeit - Wie halte ich die Waage zwischen diesen beiden Lebensbereichen? Diese Frage stellt sich nicht nur für jeden Arbeitnehmer. Mittlerweile besitzt das Thema Work-Life-Balance für die Personalarbeit in Unternehmen eine enorme Bedeutung. Befinden sich Mitarbeiter in einer unausgewogenen Lebenssituation, überträgt sich dies auf die erbrachte Leistung während der Arbeit, sodass das Unternehmen unter diesen Problemen leidet.

Hier gilt es, präventiv zu handeln, indem beispielsweise Kurse zum Zeitmanagement, sportlichem Ausgleich und autogenem Training zur Stressbewältigung und -vermeidung angeboten werden.

Gesunde Unternehmen durch gesunde Angestellte

Intelligente Work-Life-Balance-Konzepte, welche moderne Methoden zum Stressmanagement und zur Vermeidung von Erschöpfung der Mitarbeiter enthalten, wirken sich nachhaltig auf die Effekte bei der Personalgewinnung, der Mitarbeitermotivation und auch bei der Mitarbeiterbindung aus. Mitte der 90er Jahre begannen sich die ersten Unternehmen in Deutschland vor diesem Hintergrund mit dem Thema Firmengleichgewicht zu beschäftigen. Ziele dieser Unternehmen waren bereits damals:

  • Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente sowie Fachkräfte und
  • Erhöhung der Bindung von Beschäftigten an ihr Unternehmen.
Als sehr bedeutsames Ziel - neben diesen beiden nach wie vor aktuellen - ist die Gesunderhaltung der Beschäftigten hinzugekommen. Dieses Ziel rückt durch die demografische Entwicklung und den damit verbundenen älter werdenden Belegschaften zunehmend in den Fokus der Unternehmen. Work-Life-Balance hat sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Kostenthema in den Unternehmen etabliert und hilft Produktionspotenziale zu erschließen. Es ist nicht mehr nur ein Randthema für junge Mütter mit Kindern. Neben der Optimierung der Firmen-Leistung durch klassische Work-Life-Balance-Maßnahmen kann sich ein gesundes und harmonisches Arbeitsklima innerhalb des Unternehmens entwickeln.

Das „goldene Händchen“ des Arbeitgebers


Eine gelungene Balance zwischen Arbeit und Privatleben geht heute auch über die klassischen Ansätze der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinaus. Gerade dadurch, dass viele Angestellte sowohl Stress am Arbeitsplatz als auch im Familienleben haben, steigt die Gefahr, an einem Burn-Out-Syndrom zu erkranken. Leidet ein Arbeitnehmer an einer psychischen Erkrankung, unter Angstzuständen, einer Depression oder unter Mobbing, so wirkt sich diese Belastung auch auf das Privatleben aus. Ist dieses deshalb ebenfalls im Ungleichgewicht, fühlt sich die Person kaum noch wohl – ein Teufelskreis.

Gerade für kleine Unternehmen ist deshalb Work-Life-Balance ein interessantes und schon vielfältig aufgegriffenes Thema, jedoch wird es noch zu wenig für die Vermarktung als Arbeitgeber genutzt. Es ist das „goldene Händchen“ des Arbeitgebers, das Tipps gegen Stress gibt, Burn-Out-Symptome erkennt oder offen über Probleme spricht und so beispielsweise Hilfe bei Burnout anbietet. Bei einer drohenden psychischen Erkrankung muss nicht immer sofort eine Therapie in Burn-Out-Kliniken begonnen werden. Diese ist nur bei Ausbruch des Syndroms oder längerer Depression unbedingt nötig.

Schon eine Veränderung der Arbeitsumstände kann zu einer sichtbaren Steigerung des Wohlbefindens und einer positiven Persönlichkeitsveränderung führen. Dazu muss der Arbeitgeber jedoch mit dem Betroffenen kommunizieren und dessen Probleme verstehen. Tipps zum Selbstmanagement oder Konfliktmanagement, systemisches Coaching, erlernter Umgang mit Stress und ein Projektmanagement Seminar können das Selbstwertgefühl und damit die Leistungsfähigkeit des Angestellten bereits verbessern.

Statistiken belegen mangelnden Ausgleich

Wie wichtig Work-Life-Balance für Unternehmen ist, sollen einige Zahlen und Daten verdeutlichen. Laut Fehlzeitenreport 2010 des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ist jeder zehnte Fehlzeitentag durch psychische Erkrankungen bedingt. In einer 2009 veröffentlichten Studie der Betriebskrankenkassen werden die Kosten durch psychische Krankheiten mit 6,3 Milliarden Euro beziffert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat errechnet, dass ein Burnout-Fall ca. 30 Krankheitstage mit sich bringt. Im Belastungs-Index 2011 von der Beratungsgesellschaft ServiceValue basierend auf über 1.500 Arbeitnehmerurteilen geben 59 Prozent der befragten Arbeitnehmenden eine Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens durch ihre berufliche Situation an.

Im Europäischen Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2010, der vom Institut der deutschen Wirtschaft erstellt wurde, geben acht von zehn Geschäftsleitungen an, dass Familienfreundlichkeit für das Unternehmen wichtig ist.

Wie die Studien zeigen, hat die Balance zwischen Berufs- und Privatleben nicht nur für die dauerhafte psychische und physische Gesundheit jedes Einzelnen, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens einen herausragenden Stellenwert. Sie sollte so ausgerichtet sein, dass das Berufsleben mit dem Privatleben der Beschäftigten möglichst der Lebenssituation entsprechend und den persönliche Präferenzen folgend zu vereinbaren ist. Die Balance kann dabei individuell sehr verschieden gestaltet sein. Auch hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn ein Angestellter kann und sollte nicht mit einem anderen Angestellten anhand der Leistung verglichen werden.

Die Leistungsgrenze eines jeden Mitarbeiters ist individuell unterschiedlich, sodass bei einem schnell Stress Symptome in Erscheinung treten, während ein Arbeitskollege unterfordert ist und sich auf dem Weg zu einem Boreout-Syndrom befindet. Es ist der Ausgleich zwischen Leistung und Entspannung, der die Angestellten zu ihrem Leistungsoptimum und nicht zu ihrem Leistungsmaximum führt. Durch gutes Life-Coaching, Stressbewältigungsstrategien und Möglichkeiten zum Stressabbau kann der Weg zur Burn-Out-Behandlung oder eine Krankschreibung wegen eines Burn-Outs vermieden werden.

Wie das Work-Life-Gleichgewicht verbessert werden kann

Maßnahmenbereiche zur Verbesserung der Work-Life-Balance durch das Unternehmen sind (siehe auch "Checkliste Familienfreundliche Maßnahmen"):
  • Arbeitszeitgestaltung (siehe auch "Übersicht Arbeitszeitmodelle"),
  • Arbeitsorganisation (z. B. Teamarbeit, Job Rotation, Job Enlargement, Job Enrichement)
  • Unternehmenskultur und Work-Life-Balance orientierte Führung,
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement,
  • Serviceleistungen für Familien (z. B. Unterstützung bei der Kinderbetreuung,  Unterstützung bei der Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder, Berufsunterstützung für Partner/in)
  • Qualifizierung (z. B. Stressmanagement, Konfliktmanagement, Selbstmanagement)
Generell sollte darauf geachtet werden, dass kein Mitarbeiter Krankheits- oder Stress-Symptome und Anzeichen für ein Burn-Out aufweist. Zwar ist es normal, dass an einigen Tagen eine höhere Belastung auf die Angestellten trifft, doch sollten dies Ausnahmen sein. Der Weg zum Psychotherapeuten kann den Angestellten und der Firma durch gutes Personalmanagement erspart werden.

Wir haben für Sie Informationen zusammengestellt, die Sie unterstützen, sich dem Thema Work-Life-Balance systematisch zu nähern und gezielt für Ihr Unternehmen Potenziale zu erschließen. In unseren Links finden Sie Verweise auf verschiedene Leitfäden, Präsentationen, Checklisten, Tests sowie Artikel zum Thema. In unserem Tool "Übersicht Arbeitszeitmodelle" erhalten Sie Anregungen zur Nutzung verschiedener Arbeitszeitmodelle zur individuellen Gestaltung der Work-Life-Balance Ihrer Beschäftigten.

Nutzen Sie auch unsere "Checkliste Familienfreundliche Maßnahmen", die Anregungen in fünf Handlungsfeldern gibt. Wenn Sie sich intensiver mit dem Thema auseinander setzen möchten, empfehlen wir Ihnen unsere Literaturliste Work-Life-Balance. Externe professionelle Unterstützung bieten spezialisierte Beratungseinrichtungen, von denen wir einige für Sie zusammen gestellt haben.

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