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Diversity Management

thema_diversity_managementDaiga - Fotolia.comDiversity (Vielfalt oder Verschiedenheit) findet sich in jedem Unternehmen!

Wie kann diese Vielfalt genutzt werden, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen? Welche Konzepte und Vorgehensweisen zum Diversity Management werden bereits erfolgreich in Unternehmen praktiziert?

Was ist Diversity Management und wo kommt das Konzept her?

Diversity Management kann frei als "Vielfaltsmanagement" ins Deutsche übersetzt werden. Diversity Management verspricht den produktiven Umgang mit Vielfalt in einem strategischen Gesamtkonzept. Das Konzept des Diversity Managements wurde ursprünglich in den USA entwickelt. Ende der 90er Jahre fand es seinen Weg nach Europa. Bei Geschäftsbeziehungen zwischen weltweit agierenden Unternehmen, bei öffentlichen Ausschreibungen und in Förderprogrammen der EU sowie der Bundesländer wird es immer häufiger als Entscheidungs- bzw. Qualitätskriterium herangezogen.

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"Diversity" greift Unterschiedlichkeit und Vielfalt als etwas grundsätzlich Positives auf. Kunden/innen, Lieferanten/innen, Beschäftigte und Anteilseigner/innen sind individuell. In der Praxis werden folgende Unterschiede am häufigsten betrachtet:

  • Geschlecht,
  • ethnische Herkunft,
  • Nationalität,
  • Alter,
  • Behinderung,
  • sexuelle Orientierung und
  • Religion.

Begriffserklärung:

Unter dem Begriff Diversity Management wird ein Konzept der Unternehmensführung verstanden, das die Heterogenität der Mitarbeitenden aktiviert und ihre sich gegenseitig ergänzenden Potenziale positiv nutzt. Diversity Management geht somit über die bloße Toleranz individueller Verschiedenheit hinaus. Unterschiede von Mitarbeitenden werden durch eine entsprechende Organisationsstruktur und -kultur hervorgehoben und gefördert.

Weitere Aspekte sind unterschiedliche Lebensstile und Lebenssituationen. Diversity Management ist ein Konzept, das diese Unterschiedlichkeit nutzt und sich gegenseitig ergänzende Potenziale erschließt.

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Wie weit ist Diversity Management in deutschen Unternehmen verbreitet?

Die Studie "Diversity Management in Deutschland: Ein Benchmark unter den DAX 30-Unternehmen" von der Synergy Consult aus dem Jahr 2010  kommt zu dem Ergebnis: "Von den DAX 30-Unternehmen sind 16 Unternehmen, also etwas mehr als die Hälfte, hinsichtlich Diversity Management aktiv."

Ca.1000 Unternehmen haben die "Charta der Vielfalt" unterschrieben, eine Kampagne - unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel - die Unternehmen aufruft, sich zu Fairness und Wertschätzung von Vielfalt zu bekennen.

Welchen Nutzen und welche Vorteile können Unternehmen durch die Umsetzung von Diversity Management erzielen?

Diversity kann Nutzen auf den Ebenen Individuum, Team und Organisation (Unternehmen) erzeugen und in ganz unterschiedlichen Unternehmensbereichen wirken!

Für Unternehmen können folgende Effekte im Zusammenhang mit Diversity Management beobachtet werden:

Internationalisierungsvorteile: Verbesserte Anbahnung von internationalen Geschäftskontakten, Erhöhung der Fähigkeit des Unternehmens global zu agieren, Erschließung von Vorteilen auf internationalen Märkten, Verbesserung des internationalen Personaleinsatzes (siehe auch Auslandsentsendung und internationales Personalmanagement)
Vorteile bei der Personalgewinnung: Erzeugen eines positiven Images als Arbeitgeber (Employer Branding), Verbesserung der nationalen und internationalen Ansprache von Talenten jeglicher Art
Marketing: Erzeugen eines positiven Images bei Kundinnen und Kunden auf verschiedenen Märkten, besseres Einstellen des Unternehmens auf unterschiedliche Kundenwünsche
Erhöhung der Innovationsfähigkeit: Einbringen verschiedener Aspekte in Produktentwicklung, verschiedene Herangehensweisen an Problemlösungen und systematische Verbesserungsaktivitäten, Verringerung der "Betriebsblindheit"
Leistungssteigerung: Verbesserte Kommunikation und Teamarbeit, Verringerung von Fehlzeiten
Mitarbeitermotivation: Erhöhung der Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen

Welche Maßnahmen im Rahmen von Diversity Management sind für Unternehmen praktikabel?

Zehn Gründe für Diversity Managenent und eine umfassende Übersicht von möglichen Maßnahmen (Quick-Win, kurzfristig, mittelfristig und langfristig) bietet die Broschüre "Vielfalt nutzen Diversity Management in mittleren und großen Unternehmen – Vorschläge aus der Praxis" aus dem Jahr 2007 des Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Zu den Quick-Win-Maßnahmen (mit geringem Risiko umsetzbar in weniger als zwei Monaten) gehören beispielsweise die Erweiterung des Kantinenangebots, die Nutzung interner Medien und die Einführung von Kulturtandems. Als langfristige Maßnahmen mit hohem Risiko bzw. hohen Kosten werden die Einrichtung eines Diversity Managements und das Betreiben von Skill Building ausgewiesen.

Wie kann unser Unternehmen messen, ob Diversity Maßnahmen greifen und auch tatsächlich umgesetzt werden?

In den meisten Unternehmen findet ein explizit auf Diversity bezogenes Controlling der Kosten und des erwirtschafteten Nutzens nicht oder nur unzureichend statt.

Eine mögliche Maßnahme zur Bewertung des Konzeptes oder umgesetzter Maßnahmen ist die Teilnahme an Wettbewerben. Zu nennen ist hier der von Henkel, McKinsey & Company und WirtschaftsWoche gemeinsam ins Leben gerufene Deutsche Diversity Preis. Der Preis wird in den vier Kategorien:

  • Vielfältigster Arbeitgeber Deutschlands
  • Bestes Diversity Image
  • Diversity Persönlichkeit des Jahres
  • Innovativste Diversity Projekte Deutschlands

vergeben.

Für die gezielte Auseinandersetzung mit Ressourcen und Potenzialen des Diversity Managements Ihres Unternehmens empfehlen wir Ihnen die "Checkliste Diversity Management". Sie können die Checkliste einsetzen, um den Ist-Zustand des Diversity Managements Ihres Unternehmens zu erfassen oder zu identifizieren, in welchen thematischen Bereichen Ihr Unternehmen noch Potenziale aufweist.

Wo kann ich mehr über gute Beispiele von Diversity Management erfahren?

Auf den Seiten der Charta der Vielfalt können in einer Datenbank Beispiele guter Praxis nach Bundesländern, Größe von Organisationen und Diversity Fokus recherchiert werden. Eine weitere Fundquelle ist die INQA-Datenbank (Initiative neue Qualität der Arbeit). Viele anschauliche Beispiele bietet die Veröffentlichung der Bertelsmann Stiftung "Synergie durch Vielfalt - Praxisbeispiele zu Cultural Diversity in Unternehmen" aus dem Jahr 2008.

Verschiedene Unternehmen stellen das Thema Diversity umfangreich auf ihrer eigenen Website dar:

Links zu weiteren Unternehmensbeispielen (Lufthansa, SAP, Deutsche Bank) sind auf den Seiten der Heinrich Böll Stiftung zu finden.

An der Freien Universität Berlin besteht die Möglichkeit, einen Masterstudiengang Gender- und Diversity-Kompetenz zu absolvieren.

Zu welchen anderen Konzepten steht Diversity Management in Beziehung?

Begriffe, die eng mit Diversity Management in Beziehung stehen, sind insbesondere Gender Mainstreaming, Chancengleichheit oder Antidiskriminierung.

Auf den Seiten des Gender Institus Sachsen-Anhalt findet man folgende Definition zu Gender Mainstreaming: "Gender: Das Englische unterscheidet zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und dem sozialen Geschlecht (gender). Mit Gender werden gesellschaftlich und kulturell geprägte Rollen, Rechte, Pflichten, Ressourcen, Normen, Werte und Interessen von Frauen und Männern bezeichnet. Mainstreaming heißt, dass ein bestimmtes Handeln
- hier ein geschlechterbewusstes - zum normalen und selbstverständlichen Handlungsmuster einer Organisation gehört." Gender Mainstreaming will soziale Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und bei allen Planungen und Entscheidungen bewusst wahrnehmen und berücksichtigen. Alle Aktivitäten sollen einen Beitrag zur Gleichstellung von Männern und Frauen leisten.

Weitere Informationen zum Verhältnis von Gender Maintreaming und Diversity Management findet man auf den Seiten des BMFSJ.

Rechtliche Grundlagen zu Gender Mainstreaming findet man u. a. auf den Seiten des Gender Instituts Sachsen-Anhalt. Informationen rund um das Thema bietet auch das GenderKompetenzZentrum.

Der Fokus von Chancengleichheit liegt auf „gleichen“ gesellschaftlichen Zugangs- und Partizipationsmöglichkeiten für alle. Gemeint ist in der Hauptsache der Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung, der sich aufgrund der sozio-ökonomischen Herkunft unterschiedlich gestaltet. Die Gewährleistung gleicher Bildungschancen ist davon abhängig, inwiefern es Institutionen und handelnden Personen gelingt, herkunftsbezogene Benachteiligungen aufzuheben.

Interkulturelle Kompetenz ist in diesem Prozess von entscheidender Bedeutung. Sie ist gekennzeichnet durch einen kompetenten Umgang mit verschiedenen kulturellen Prägungen. Hauptunterscheidungsmerkmale in der öffentlichen Diskussion sind „Herkunft“ und „ethnisch-kulturelle Zugehörigkeit“. Auf den Seiten der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen kann man in einem Online-Selbsttest seine interkulturelle Kompetenz auf die Probe stellen.

Im Unterschied zu Diversity Management sind die Förderung von Chancengleichheit und Antidiskriminierung nicht darauf ausgerichtet, wirtschaftlichen Nutzen aus Vielfalt zu ziehen. Im Fokus steht die Bekämpfung von Benachteiligungen und somit die Förderung und Wahrnehmung der Rechte und Chancen von Individuen. Zur Sicherung von Chancen im privatrechlichen Bereich trat am 18. August 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland in Kraft. Mit diesem Gesetz werden Richtlinien der Europäischen Union zur Bekämpfung von Diskriminierungen umgesetzt. Das Gesetz zielt darauf ab, "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen" (AGG § 1 Ziel des Gesetzes). Für Arbeitgeber, Arbeitnehmende, Auszubildende aber auch Bewerbende in der Privatwirtschaft ist der arbeitsrechtliche Teil, Abschnitt 2 (§§ 6 - 18) bedeutsam, für Unternehmen der zivilrechtliche Teil, Abschnitt 3 (§§ 19 - 21) sowie insgesamt der Abschnitt 4 (§§ 22 und 23).

Welche Ressourcen kann ich noch nutzen, wenn ich mich mit dem Thema Diversity Management gezielt auseinander setzen möchte?

Auf www.perwiss.de haben wir sowohl eine Linkliste als auch eine Literaturliste zu Diversity Management zusammen gestellt. Viele Informationen rund um das Thema finden Sie auf den Seiten der Charta der Vielfalt. Ebenso befinden sich umfangreiche weiterführende Informationen auf den Seiten der Europäischen Kommission für Justiz unter der Überschrift "Vielfaltsmanagement".

Eine Reihe von Beratungseinrichtungen haben sich auf Diversity Management spezialisiert oder stellen dieses Thema in ihrem Angebotsportfolio dar. Ausgewählte Anbieter sind in alphabetischer Reihenfolge hier aufgelistet.

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