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44 Euro Sachbezug: Geschenke an Mitarbeiter steuerfrei abrechnen

Die Bagatellgrenze von 44 Euro bei Sachbezügen ist eine beliebte Möglichkeit, um Steuern zu sparen und den Arbeitnehmenden ein Plus im Geldbeutel zu verschaffen. Während die Abgrenzung beim Blumenstrauß zum Geburtstag recht einfach ist, gab es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionspotenzial, wenn es um die Überlassung von Gutscheinen ging.

Rechtliche Grundlage für den 44 Euro Sachbezug

§ 8 Abs. 2 S. 11 EStG ist der Paragraf, der den Sachbezug in Höhe von 44 Euro pro Monat eingeführt hat. Der Passus bedeutet, dass all jene Leistungen des Arbeitgebers sowohl steuer- als auch beitragsfrei ausgezahlt werden können, die nicht im Rahmen des Entgelts in Form von Geld ausgezahlt werden, sondern als Sachleistungen erbracht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass ihr Wert inklusive Umsatzsteuer und Nebenkosten (z. B. Versandkosten) pro Monat 44 Euro nicht übersteigt.

Hierzu sollten Sie drei Fakten kennen:

  • Es handelt sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Kostet ein Geschenk z. B. 50 Euro, so sind nicht 6 Euro steuerpflichtig, sondern 50 Euro.
  • Die Freigrenze gilt immer pro Monat. Sie können die 44 Euro nicht Monat für Monat sammeln und den Arbeitnehmern dann im Dezember ein Geschenk im Wert von 528 Euro machen.
  • Früher durften Gutscheine keinen Betrag ausweisen, um steuerfrei abgerechnet werden zu können. Dies ist seit einigen Jahren nicht mehr erforderlich.
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Was Sie außerdem zur korrekten Anwendung und der rechtlichen Basis der 44 Euro-Freigrenze wissen sollten, zeigt Ihnen dieses aktuelle Whitepaper von Edenred.

Typischer Einsatz: Gutscheine

Die meisten Arbeitgeber nutzen die Bagatellgrenze des Sachbezugs, um Gutscheine an ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auszugeben. Ein typischer Fall hierfür ist der Tankgutschein. Dieser kommt allerdings nicht bei allen Mitarbeitenden gleichermaßen gut an, da längst nicht jede/r Arbeitnehmer/in ein Auto besitzt. Auch ein ÖPNV-Ticket für den Weg zur Arbeit ist eine beliebte Möglichkeit, um Steuern zu sparen. Aber auch hier gilt wieder: Wer nicht mit U-Bahn oder Bus zur Arbeit fährt, profitiert davon kaum.

Mittlerweile gibt es Dienstleister, die die Abwicklung der Auszahlung der steuerfreien Extras übernehmen. Das Funktionsprinzip ist dabei einfach:

  1. Schritt: Jeder Teilnehmer erhält eine Guthabenkarte, mit der er in bestimmten Tankstellen, Geschäften, Freizeitaktivitäten, Onlineshops oder Restaurants bezahlen kann.
    Schritt: Der Arbeitgeber lädt monatlich ein Guthaben in Höhe von bis zu 44 Euro auf die Karte. Zu bestimmten Anlässen (z. B. Geburtstag, Hochzeit) dürfen zusätzlich einmalig bis zu 60 Euro aufgeladen werden.
    Schritt: Die aufgeladenen Beträge werden einmal monatlich auf Rechnung abgerechnet.

Je nach dem individuellen Bedarf des Unternehmens gibt es auch Lösungen, die rein auf die Verpflegung (z. B. Restaurants, Supermärkte) abstellen oder sich auf das Shoppingerlebnis zu konzentrieren. Solche Lösungen sind flexibel, lassen sich stark automatisieren, um den Aufwand zu minimieren, und kommen dank der Vielzahl an Akzeptanzstellen bei allen Mitarbeitenden gut an.

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