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Ein heikles Thema für Chef und Arbeitnehmer: Der Dresscode im Unternehmen

Die Arbeitskleidung ist ein konfliktbeladenes Thema im Firmenbereich. Wird nicht gerade aus Sicherheitsgründen eine spezielle Schutzkleidung vorgeschrieben, ist oft unklar, welche Vorgaben bestehen - und ob diese überhaupt seitens des Arbeitgebers erlaubt sind. Der vorgeschriebene Dresscode darf nicht zu weit gehen, doch in gewissen Bereichen müssen sich Arbeitnehmer fügen; manchmal selbst dann, wenn es um die gewählte Unterwäsche geht.

Branchenspezifische Vorgaben: Nicht überall herrscht freie Wahl

industrial 1636393 960 720Bildnachweis: https://cdn.pixabay.com/photo/2016/09/01/15/19/industrial-1636393_960_720.jpgIn einigen Branchen ist eine spezielle Arbeitskleidung vorgeschrieben. So dürfen in großen Industriehallen keine offenen Schuhe getragen werden, in der Baubranche ist Schutzkleidung zur Sicherheit Vorschrift. Auch in "ungefährlichen" Jobs besteht nicht immer freie Wahl für den Arbeitnehmer. Steht er, etwa im Finanzwesen oder der Bankenbranche, im Kundenkontakt und muss ein gewisses Image wahren, dürfen ihm klassisch-schicke Businessoutfits vorgeschrieben werden. Doch: Wer sich in dieser Branche bewirbt, weiß vorher, worauf er sich einlässt.

Einmischung des Arbeitgebers: Möglichkeiten und Konsequenzen

Was der Arbeitgeber bestimmen darf und was nicht... das ist nicht immer eindeutig. Im ersten Moment scheint etwa die Einmischung in die Wahl der Unterwäsche unangebracht, doch bei einer zweiten Überlegung kann sie durchaus sinnvoll sein. Scheint die Unterwäsche bei weißer Kleidung durch, darf sie verboten werden. Dass die Vorschriften nicht immer eindeutig sind, zeigt das Beispiel aus dem Sommer 2017, das in Social Media Netzwerken publik wurde. Ein britischer Callcenter-Angestellter wurde in sommerlichen Shorts ablehnend nach Hause geschickt und kehrte kurzerhand in einem (für Damen im Unternehmen erlaubten) Kleid zurück. Er zog die lustige Aktion bis zum Ende durch. Die Folge: Im Unternehmen wurden immerhin Dreiviertelhosen für Herren erlaubt. Grundsätzlich sollten Kleidungsvorschriften vorab im Arbeitsvertrag festgelegt sein oder ein entsprechender Dresscode eingeführt werden.

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Anfallende Kosten für Uniform und Arbeitskleidung: Wer trägt sie?

Wenn eine gesetzliche Vorgabe besteht, die dem Arbeitnehmer einer bestimmten Branche spezielle Kleidung vorschreibt, muss der Arbeitgeber für diese zahlen. In der Regel handelt es sich hierbei um Schutzkleidung für die eigene Sicherheit, etwa im Bauwesen oder der Chemiebranche. Sofern der Arbeitgeber aus persönlichen Vorlieben eine Uniform vorschreibt, muss er die Kosten ebenfalls übernehmen; sie sind aber meist steuerlich absetzbar.

Recht auf Individualität: Hier darf der Chef nicht eingreifen 

In Branchen ohne Kundenkontakt darf der Arbeitgeber nur bedingt Einfluss auf die Wahl der Kleidung seiner Angestellten nehmen. So ist es einer IT-Kraft im Großraumbüro jenseits der öffentlich zugänglichen Bereiche sicherlich erlaubt, einen gemütlichen Pullover zu tragen. Die Wahl des Schmucks oder die Haarfarbe dürfen ebenfalls generell nicht festgelegt werden, sofern (beispielsweise durch offene Haare im Gastronomiebereich) kein Sicherheitsrisiko besteht. Selbst, wenn die Beschäftigten das Unternehmen in Kundengesprächen repräsentieren müssen, ist eine gewisse Individualität möglich. Ein Banker darf ein hellblaufarbenes Hemd gegenüber dem klassischen, weißen Modell bevorzugen, sofern es kein auffälliges Muster aufweist. Auch die Wahl zwischen einer schwarzen oder anthrazitfarbenen Hose obliegt dem Arbeitnehmer. Und die Schuhe? Die bleiben dem Mitarbeiter überlassen, es sei denn, es gibt auch hier Sicherheitsvorschriften wie etwa im Industriebereich.

workplace 1245776 960 720Bildnachweis: https://cdn.pixabay.com/photo/2016/03/09/09/22/workplace-1245776_960_720.jpg

men 1979261 960 720Bildnachweis: https://cdn.pixabay.com/photo/2017/01/14/10/56/men-1979261_960_720.jpg

 

Akzeptanz und Rücksichtnahme auf beiden Seiten gefordert

Generell und vor allem in zweifelhaften Fällen gilt: Gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme können dabei helfen, einen geeigneten Kompromiss für die Arbeitskleidung zu finden. Gerade bei sommerlich warmen Temperaturen sollte von so manchem Arbeitgeber einmal ein Auge zugedrückt werden - anderenfalls könnte ihm etwas Ähnliches passieren wie dem Inhaber des Callcenters, dessen männlicher Angestellter prompt im Kleid erschien. Doch auch der Arbeitnehmer sollte eine gewisse Akzeptanz aufbringen, wenn seine Arbeitskleidung, aufgrund von häufigem Kundenkontakt oder relevanten Sicherheitsaspekten, vorgeschrieben wird.

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