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Initiativbewerbung

Björn Wylezich - Fotolia.com

Potentielle Bewerbende, die sich auf Ihrer Webseite umgesehen und nichts Passendes gefunden haben, schreiben vielleicht eine Initiativbewerbung, wenn Ihr Unternehmen sie ansonsten überzeigt hat. Aber wie können Sie diese für sich nutzen, obwohl eventuell gar keine Stelle bei Ihnen frei ist? Über Initiativbewerbungen streiten sich die Geister. Einige Arbeitgeber sind vom Engagement der Interessenten/in angetan, bei anderen landet jede Initiativbewerbung ungelesen im Papierkorb. Dadurch entgeht Ihnen aber vielleicht eine wertvolle Bereicherung ihres Personals.

Welche Vorteile bietet eine Initiativbewerbung für Arbeitgeber?

Eine Stelle besetzen, die es nicht gibt, können Sie nicht. Das heißt aber nicht, dass Initiativbewerbungen für sie prinzipiell uninteressant sind. Bewerbende, die sich auf keine ausgeschriebene Stelle bewerben, zeigen damit Flexibilität. Vielleicht entsprechen die Qualifikationen der Interessenten/innen nicht denen, die für eine bestimmte Stellenausschreibung verlangt werden, weshalb sie sich nicht darauf bewerben. Möglicherweise überzeugen sie den Arbeitgeber aber mit Zusatzqualifikationen, die bisher nicht in Betracht gezogen wurden. Somit entpuppt sich so manche/r, die/der von sich aus die Initiative ergreift, doch noch als beste/r Kandidat/in für einen ausgeschriebenen Job.

Eine Initiativbewerbung spricht außerdem dafür, dass ein gesteigertes Interesse an einer Position in einem bestimmten Unternehmen vorhanden ist. Die Person ist selbstbewusst und davon überzeugt, gut zum Unternehmen zu passen. Warum das so ist, sollte der Arbeitgeber herausfinden, in dem er die Bewerbung liest, denn vielleicht ist es tatsächlich so.

Worauf sollten Arbeitnehmer/innen bei einer Initiativbewerbung achten?

Der erste Kontakt bei Initiativbewerbungen sollte per Telefon erfolgen. Bei einem Telefonat mit dem Personalbereich kann ein/e Interessent/in direkt erfragen, ob sich die Zusendung von Unterlagen überhaupt lohnen würde und welche Ansprüche der potentielle Arbeitgeber daran stellt. Auch sollte ein/e Interessent/in nach einem/r konkreten Ansprechpartner/in fragen und sich im Anschreiben auf das Telefonat beziehen. Dass vor der Versendung der Bewerbung Kontakt mit dem Unternehmen aufgenommen wird, kann oft eine große Zeitersparnis bedeuten. So kann einem/r Interessenten/in gleich vermittelt werden, was außer Anschreiben und Lebenslauf noch an Unterlagen benötigt wird und auf welchem Weg diese versendet werden sollen. Auch kann sich der/die potentielle neue Arbeitnehmer/in gleich auftretende Fragen beantworten lassen.

So zeigen Job-Anwärter/innen, dass sie sich mit dem Unternehmen befasst haben. Das muss sich aber auch im Anschreiben der Initiativbewerbung widerspiegeln. Dies sollte zwar bei jedem Anschreiben der Fall sein, aber bei der Initiativbewerbung ist es besonders wichtig. Was prädestiniert den/die Bewerber/in, gerade in diesem Unternehmen eingestellt zu werden? Ist das Anschreiben sehr allgemein gehalten, deutet das darauf hin, dass es sich um eine Blindbewerbung handelt, bei der derselbe Text an eine Vielzahl von Unternehmen geschickt wird.

Ob per Post oder E-Mail, das Erscheinungsbild der Bewerbung muss einwandfrei sein. Ein zerknitterter oder schmutziger Lebenslauf ist vielleicht schon bei anderen Unternehmen abgelehnt und zurückgeschickt worden. Kopien oder Scans von beispielsweise Arbeitszeugnissensen müssen gut lesbar sein. Rechtschreibfehler und Tippfehler in großer Menge deuten auf mangelnde Aufmerksamkeit hin, was die Ernsthaftigkeit der Initiativbewerbung in Frage stellt. Ein, zwei Fehler können aber bei jedem vorkommen und sind durchaus im Limit.

Auch die Auswahl der Anlagen ist entscheidend. Arbeitszeugnissese vermitteln Arbeitgebern ein Bild von den Kompetenzen des/r Anwärters/in, aber wenn es sich um die gesammelten Arbeitszeugnisse der letzten 30 Jahre handelt, ist der Arbeitsaufwand zu groß und für eine Bewerbung nicht gerechtfertigt. Bis zu 5 relevante und/oder aktuelle Zeugnisse sollten einer Bewerbung beiliegen.

Nur Qualifikationen, die für das Unternehmen relevant sind, sollten auch aufgeführt und nachgewiesen werden. Die Ausnahme dazu bilden natürlich Soft Skills. Soziale Kompetenzen sind so wichtig wie eh und je, werden aber immer mehr thematisiert. Wer bei der Bewerbung Soft Skills von sich aus anspricht, beweist, dass er oder sie moderne Unternehmensstrukturen versteht. Dabei sollte man allerdings auf Floskeln wie "teamfähig" oder "motiviert" achten, da diese nicht aussagekräftig sind. Eine überzeugende Beschreibung von Soft Skills in der Bewerbung deutet darauf hin, dass der/die Anwärter/in sich selbst gut einschätzen kann.

Bei Fragen oder Unklarheiten, die durch die Bewerbung entstehen, sollte man eine/n ansonste/n interessante/n Anwärter/in nicht gleich ablehnen. Vieles lässt sich in einem Vorstellungsgespräch klären. Wenn man noch unsicher ist, ob man sich die Zeit für ein Bewerbungsgespräch nehmen möchte, kann man mit dem/r Interessenten/in auch telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen, um spezifische Fragen zu klären.

Von der Perwiss-Redaktion empfohlene Bücher zu Initiativbewerbung

Ihre erfolgreiche Initiativberwerbung Christian Püttjer ist der Autor des Buches „Ihre erfolgreiche Initiativbewerbung“ (2018). Hierbei handelt es sich um einen kompakten Ratgeber, welcher dabei unterstützt, einen individuellen Erstkontakt herzustellen. Von souveränen Telefongesprächen bis hin zu passgenauen Bewerbungsunterlagen bietet Püttjer Hilfestellungen, um dem neuen Job einen guten Schritt näher zu kommen. ISBN-13: 978-3593509082

 

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Berwerben 4.0Vincent G.A. Zeylmabs van Emmichoven veröffentlichte 2018 das Buch „Bewerben 4.0: Dein Traumjob in der digitalen Arbeitswelt“. In diesem gehen sie auf die Digitalisierung der Arbeitswelt und die damit zusammenhängenden Herausforderungen ein. Der Autor und Karriere-Coach zeigt, wie sich das Bewerben in der Arbeitswelt 4.0 verändert, welche Strategien erforderlich sind und welche Werte heutzutage gefragt sind, um eine Bewerbungsphase erfolgreich zu überstehen. Es wird deutlich, worauf es bei der Jobsuche ankommt und wie Bewerberunterlagen gestaltet sein müssen. ISBN-13: 978-3961860067

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Training Initiativberwerbung Das Buch „Training Initiativbewerbung“ (2016), von Jürgen Hesse und Christian Schrader, zeigt ganz gezielt auf, dass Initiativbewerbungen, durch wenig Konkurrenz oder die Möglichkeit sich den Arbeitgeber bewusst auszuwählen, durchaus viele Vorteile bringen. Die Problematik Herausforderung besteht letztlich darin, die persönlichen Starken und Kompetenzen gezielt in Szenen zu setzen – und das ohne einen konkreten Stellenbezug. Die Autoren zeigen durch unterschiedliche Hilfestellungen auf, wie Bewerbende durch eine Initiativbewerbung, in Eigenregie, erfolgreich zum neuen Job gelangen. ISBN-13: 978-3866689855

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PraxismappeDas Buch „Praxismappe für die erfolgreiche Initiativbewerbung - Aktiv zum neuen Job“ (2008), ein weiteres Buch von Jürgen Hesse und Christian Schrader, gibt eine leichte und nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine überzeugende Initiativbewerbung. Initiativbewerbungen stellen durchaus eine erfolgversprechende Möglichkeit dar, um einen „neuen Job“ zu finden. Die Autoren zeigen Lesenden deutlich auf, wie die Ansprechpartner kontaktiert werden müssen und wie das persönliche Kompetenzprofil gestaltet sein sollte. Hesse und Schrader liefern Checklisten, Arbeitsblätter und Praxismappen, sowie Mustervorlagen für eine erfolgreiche Initiativbewerbung. ISBN-13: 978-3821859699

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111 Arbeitgeberfragen im VorstellungsgesprächDie Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist groß. Ein gelungenes Vorstellungsgespräch ist dabei schon der erste Schritt zum erfolgreichen Jobeinstieg. In dem Buch „111 Arbeitgeberfragen im Vorstellungsgespräch: Absichten erkennen, Pluspunkte sammeln, Stolpersteine vermeiden“ von Elke Eßmann werden Hinweise für eine optimale Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch gegeben. Das Buch beinhaltet unter anderem unterschiedliche Antwortstrategien zu den häufigsten gestellten Fragen von Arbeitgebern. ISBN-13: 978-3442175338

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Tricks für die Jobsuche„Geheime Tricks für die Jobsuche: Warum die klassische Bewerbung nicht länger funktioniert“ (2018) ist ein Buch von Vincent G. A. Zeylmans von Emmichoven. In diesem beschreibt er, wieso sich eine provokative Vorgehensweise bei der Bewerbung lohnt und warum die herkömmlichen Bewerbungsstrategien – seiner Auffassung nach - ausgedient haben. Der Autor verdeutlicht, dass durch Initiativbewerbungen die berufliche Entwicklung besser gestaltet werden kann, da persönliche Bedürfnisse in den Vordergrund rücken. Unterschiedliche Methoden machen Lesenden deutlich, wie auf dem heutigen Arbeitsmarkt vorzugehen ist und wie eine Bewerbung tatsächlich aussehen kann. ISBN-13: 978-3961860098

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Informationen zum Autor dieses Beitrags

oliver lilieFoto: Dirk Mahler

Sarah Rögner ist Arbeits- und Organisationspsychologin sowie ausgebildeter Karriere-Coach und ausgebildete Mediatorin. Seit 2011 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der MA&T Organisationsentwicklung GmbH. Sie trainiert und coacht Führungskräfte und begleitet Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Teams. Effektives Kommunizieren sowie der konstruktive Umgang mit Konflikten gehören zu ihren Trainingsthemen. Als eine der Hauptredakteurinnen auf Perwiss befasst sie sich u. a. mit Personalkommunikation, Mitarbeitermotivation und Personalentwicklung.