Das Ende der Großraumbüros: Produktive Arbeitsbereiche

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Großraumbüros wurden von den meisten Arbeitgebern schon früher abgelehnt und gehasst. Die Corona-Pandemie hat diese negativen Gefühle nur noch bestärkt. Zur produktiven Arbeit sind Ruhe und Privatsphäre eine angemessene Arbeitsatmosphäre erforderlich.

Produktivitätskiller Großraumbüro

Für Vorgesetzte hatte das Großraumbüro natürlich Vorteile: Sie hatten alle Angestellten im Blick, konnten sich selbst aber jederzeit in ihre privaten eigenen Büros zurückziehen. Mitarbeiter litten nicht nur unter dem Gefühl der ständigen Kontrolle durch ChefsVorgesetzte, sondern auch der mangelnden Privatsphäre. Mal schnell private E-Mails checken oder sehen, was es bei Facebook Neues gibt, wenn mehrere Kollegen ständig den Computerbildschirm sehen können? Sensible Telefonate führen oder auch mal Emotionen zeigen – eher Uunmöglich. Ein weiteres Übel der Großraumbüros war der permanente Lärmpegel. Studien haben bewiesen, dass Bürolärm die Produktivität um zehn Prozent sinken lässt, während zugleich das Stresslevel steigt. Dies führt wiederum zu Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Schlafstörungen.

Die Ergebnisse einer neuen Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) dürfte also nicht verwundern: Wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht in die Büros zurückkehren, möchten 38 Prozent der Befragten einen festen Arbeitsplatz im Einzelbüro haben. Ins Großraumbüro will lediglich ein einziges Prozent der Befragten zurück. Die andauernde unterschwellige Angst vor einer Infektion dürfte dabei eine weit geringere Rolle spielen als die hinlänglich bekannten negativen Aspekte des Großraumbüros.

Wenn der Arbeitsplatz über die besten Talente entscheidet

Arbeitgeber wären schlecht beraten, wenn sie diese Wünsche nicht ernst nehmen würden. Der Kampf um kluge Köpfe wird in Zeiten des Fachkräftemangels nur noch schwerer. Für viele junge Bewerberinnen und Bewerber spielt eine angenehme Büroeinrichtung dabei eine wichtige Rolle. Wer sich beim Konkurrenten auf ein lichtdurchflutetes Einzelbüro freuen kann, wird eher diesen wählen als den Arbeitgeber mit Großraumbüro, in dem noch zwanzig andere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zusammen arbeiten. Da helfen auch keine Kickertische und kostenlose Obstkörbe. Natürlich kann nicht jedes Unternehmen von heute auf morgen in neue Büroräume mit entsprechend vielen Einzelbüros umziehen. Doch es gibt zahlreiche kurzfristige Lösungen zur Umgestaltung der vorhandenen Räume.

Sicht- und Lärmschutz mit Stellwänden improvisieren

Die einfachste Möglichkeit, ein Großraumbüro in zahlreiche kleinere Büros zu unterteilen, sind mobile Stellwände. Wichtig dabei ist die Höhe. Die Stellwände sollten so hoch sein, dass vorbeigehende Kollegen auch im Stehen nicht darüber blicken können. Nur so bleibt die Privatsphäre gewahrt. Besonders praktisch: Je nach Wunsch und Bedürfnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können die Stellwände flexibel arrangiert werden. Die einen möchten ganz alleine arbeiten, damit sie nicht in ihrer Konzentration und bei langen Telefonaten gestört werden. Die anderen möchten dagegen zu dritt im Team arbeiten, weil sie sich ständig austauschen müssen.

Die Stellwände müssen dabei nicht durchgängig sein. Sehr empfehlenswert sind etwa 120 Zentimeter hohe Varianten, die erst 80 bis 100 Zentimeter über dem Boden beginnen. Darunter sorgen Regale und Grünpflanzen für Sichtschutz. So wird das Gesamtbild aufgelockert und genug Stauraum für jeden Mitarbeiter geschaffen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist natürlich der Lärmschutz. Viele Trennwände sind heute mit einem speziellen Stoffvlies bezogen, das einen Teil der Geräuschkulisse schluckt und so für eine ruhigere Arbeitsumgebung sorgt. Die Stoffe sind in freundlichen Farben wie Grün und Orange erhältlich und tragen so zu einem positiven Ambiente bei. Eine Alternative ist Kork. Der Naturstoff schluckt nicht nur Schall, sondern erlaubt es den Mitarbeitern auch, Bilder, Informationsblätter und vieles mehr mit Pins daran aufzuhängen.

Rückzugsräume schaffen

Kleinere Büroräume können zu Mini-Tagungsräumen und flexiblen Einzelbüros umgestaltet werden. Vier Kollegen führen ihre lautstarke Diskussion dann nicht mehr um einen Schreibtisch herum (und stören die Umsitzenden), sondern ziehen sich in einen solchen Raum mit einem kleinen Tisch mit vier oder sechs Stühlen zurück. Wer ein besonders wichtiges Telefonat führen muss oder unter leichten Kopfschmerzen leidet, kann sich für einige Stunden in eines der Einzelbüros zurückziehen. Oft genügt schon eine Stunde ungestörtes Arbeiten in aller Stille, um wieder zur Ruhe zu kommen und voller Motivation weiter zu arbeiten.

 

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