Zur Newsletteranmeldung
Erhalten Sie regelmäßig Fachinformationen und Praxis-Tools für Ihre Personalarbeit.
Jetzt anmelden

Geldwerte Vorteile für Angestellte: Wie Arbeitgeber ihre Wertschätzung ausdrücken

REDPIXEL - Adobe Stock

Es muss nicht unbedingt immer die große Gehaltserhöhung sein. Manchmal ist einfach nicht der geforderte Betrag drin, selbst dann, wenn man dem Mitarbeiter gerne verdienterweise ein deutlich höheres Gehalt auszahlen würde. Jedoch gibt es einige Alternativen, um den Angestellten dennoch zu zeigen, dass man sie und ihre Arbeitskraft wertschätzt. So schafft man es unabhängig vom Gehalt seine Mitarbeiter langfristig zu binden. Besonders beliebt sind sogenannte Sachbezüge, da hier wenig oder gar keine Steuern anfallen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, denn der Chef spart Geld und der Angestellte füllt sich und seine Arbeit anerkannt.

Gehaltserhöhung häufig unbefriedigend

Meist scheitert es doch wirklich an der Steuerlast, denn vor allem kleinere Beträge machen sich beim Angestellten auf dem Konto kaum bemerkbar. Verlangt ein Mitarbeiter beispielsweise 100 Euro mehr Lohn, bleiben netto etwa 50 Euro davon übrig. Das Unternehmen selbst muss für diese 100 Euro brutto 120 Euro aufwenden. Insgesamt gehen also 70 Euro an den Staat für die Lohnsteuer, Sozialversicherung, etc.

Statt einer Gehaltserhöhung können Unternehmen sogenannte geldwerte Vorteile anbieten. Dabei handelt es sich um Leistungen des Arbeitgebers, die er zusätzlich zum bisherigen Gehalt anbieten kann.

Weitere Alternativen zur Gehaltserhöhung finden sich beispielsweise in Zuschüssen zur betrieblichen Altersvorsorge oder zusätzlichen Urlaubstagen. Meist fallen bei den geldwerten Vorteilen und anderen Alternativen keine oder nur sehr geringe Steuersätze für den Arbeitnehmer an, weshalb beide Seiten davon profitieren können.

Betriebliche Altersvorsorge

Hier ist nicht die Frage, ob es eine betriebliche Altersvorsorge gibt, sondern wie hoch die Zuzahlung für den Mitarbeiter ausfällt. Mindestens 15 Prozent muss der Arbeitgeber seit dem Jahr 2019 hinzuschießen. Die betriebliche Altersvorsorge oder auch Betriebsrente versteht sich als zusätzliche private Altersvorsorge, die die gesetzliche Rente später ergänzen soll.

Um dem Arbeitnehmer entsprechende Wertschätzung neben seinem eigentlichen Gehalt entgegenzubringen, können Arbeitgeber sogar die komplette Betriebsrente übernehmen. Mindestens sollte man jedoch mit 20 bis 30 Prozent zuschießen, da sich die betriebliche Altersvorsorge erst dann so richtig für den Angestellten lohnt.

Geschäftshandy, Firmenwagen oder Dienstfahrrad

Der Firmenwagen ist wohl einer der beliebtesten geldwerten Vorteile bei Mitarbeitern. Vor allem, wenn die Angestellten das Auto privat nutzen können, profitieren sie erst so wirklich davon. Allerdings wird für den Firmenwagen ein pauschaler Steuersatz von einem Prozent für den Nutzer des Autos fällig, wenn er privat gefahren werden soll.

Das Firmenfahrrad bietet sich für Angestellte an, die keine weiteren Fahrten vor sich haben und lediglich den Weg von und zur Arbeitsstelle und zu nahen Kunden zurücklegen müssen. Der Vorteil beim Fahrrad ist, dass es komplett auch privat nutzbar ist, ohne dass diese Nutzung irgendwie versteuert werden muss. Nur die Anschaffung muss vom Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil mit einem Prozent versteuert werden.

Ein Smartphone kann ebenfalls eine tolle Wertschätzung sein. Entweder kann das über die Firma gemietet oder geleast werden. Der Vorteil dabei ist, dass keine Steuern anfallen. Kauft die Firma das Handy und überlässt es dem Mitarbeiter, muss es ebenfalls mit einem Prozent des Kaufpreises versteuert werden. Bei Nicht-Firmenhandys kann der Arbeitgeber zudem einen steuerfreien Zuschuss zur Mobilfunkrechnung entrichten.

44-Euro-Sachbezug

Pro Monat ist es möglich, den Mitarbeitern Sachbezüge in Höhe von bis zu 44 Euro steuerfrei zu hinterlassen. Allerdings darf das Geld nicht einfach so ausgezahlt werden, da es sich ansonsten nicht mehr um eine Sachleistung handeln würde. In der Vergangenheit handelte es sich dabei häufig um Tankgutscheine, um sich an den Spritkosten der Angestellten zu beteiligen.

Mittlerweile sind aber auch andere Formen der Sachbezüge möglich und zwar in Form von anderen Gutscheinen, beispielsweise für diverse Online-Shops. Eine weitere Möglichkeit, wie Mitarbeiter direkt von dem Geld profitieren können, sind Prepaid-Kreditkarten. Solche Karten werden vom Arbeitgeber mit 44 Euro aufgeladen und dann dem Angestellten zur Verfügung gestellt. Der kann wiederum das Geld für verschiedene Dinge ausgeben.

Daneben ist noch die pauschalierte Sachzuwendung möglich. Pro Jahr können insgesamt 10.000 Euro auf die Karte eingezahlt werden, wobei der Betrag nur einmalig mit 30 Prozent versteuert werden muss.

Geschenke und Rabatte

Unternehmen dürfen ihre Angestellten dreimal pro Jahr Geschenke im Wert von jeweils bis zu 60 Euro machen. Hier gilt, dass der Betrag nicht direkt ausgezahlt werden darf, da er ansonsten besteuert werden muss. Auch für Firmeneigene Rabatte auf die Produktpalette gibt es eine Grenze. Pro Jahr sind Produkte im Wert von bis zu 1.080 Euro steuerfrei.

Gesundheitsaufwendungen

Auch hier kann der Arbeitgeber seine Wertschätzung an den Arbeitnehmer zurückgeben. Unter gewissen Voraussetzungen ist es nämlich möglich, bis zu 500 Euro pro Jahr pro Mitarbeiter für dessen Gesundheit aufzuwenden. Das können beispielsweise betriebsinterne Gesundheitskurse sein.

Das kann zudem ein Zeichen von der Firma nach außen sein, das zeigt, dass das Wohl der Mitarbeiter hier an erster Stelle steht. Ein weiterer Vorteil ist, dass solche Gesundheitsprogramme dafür sorgen, dass die Angestellten seltener krank werden.

Ganz ähnlich funktionieren betriebliche Krankenversicherungen, mit denen sich die Belegschaft zusätzlich absichern kann, beispielsweise in Form einer Zahnzusatzversicherung. Hier können ebenfalls beide Seiten profitieren. Der Arbeitnehmer spart Geld für die Behandlung und der Arbeitgeber bindet den Arbeitnehmer an sich.

Die Inhalte des Fachportals PERWISS stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar und können auch keine den konkreten Einzelfall betreffende Rechts- oder Steuerberatung ersetzen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen und keine Haftung dafür, dass das jeweilige Dokument für den von Ihnen angedachten Anwendungsbereich geeignet ist.

Entdecken Sie jetzt unsere Premium-Tools: