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Förderung von interkultureller Kompetenz immer unverzichtbarer

In einer global vernetzten Wirtschaftswelt reicht Fachkompetenz alleine bei weitem nicht mehr aus. Für eine gelingende Zusammenarbeit mit ausländischen Geschäftspartnern und Unternehmen bedarf es ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz.

Darunter versteht man die Fähigkeit, in interkulturellen Situationen effektiv und angemessen zu agieren. Obwohl interkulturelle Kompetenz in allen Lebenslagen unverzichtbar ist, kann das Fehlen besonders im wirtschaftlichen Bereich weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Eine Aufgabe der strategischen Personalentwicklung ist es, die Mitarbeiter hinsichtlich internationaler Kernkompetenzen individuell zu fördern.

Mangel an interkulturell kompetenten Mitarbeitern schmälert die Wettbewerbsfähigkeit

Neben dem aktuell viel diskutierten Fachkräftemangel scheitern internationale Projekte oft an fehlenden, international kompetenten Mitarbeitern. Das Problem betrifft nicht nur große Weltkonzerne, sondern auch kleinere und mittelständische Unternehmen. Viele Konzerne unterhalten Zweigstellen im Ausland, zu denen sie Mitarbeiter für einen gewissen Zeitraum entsenden. Oft fehlt es hier an entsprechenden Konzepten, um die Arbeitnehmer auf ihre neue Rolle entsprechend vorzubereiten. Neben fachlicher Kompetenz ist es enorm wichtig, dass ein solides Wissen über den neuen Kulturkreis vorhanden ist. Dazu zählen länder- und kulturspezifische Besonderheiten, allen voran Verhaltens- und Kommunikationsregeln. Besonders im asiatischen Wirtschaftsraum mit seinen subtilen Verhaltensnormen entstehen oft Probleme in der zwischenmenschlichen Interaktion.

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Interkulturelle Kompetenz ist nicht nur bei einer dauerhaften Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland erforderlich. Im heimischen Arbeitsalltag gibt es mittlerweile zahlreiche Überschneidungspunkte mit internationalen Geschäftspartnern. Spätestens wenn solche Berührungspunkte vorhanden sind, ist es ratsam, im Rahmen der Personalentwicklung ein Konzept zur Förderung der interkulturellen Kompetenz der Belegschaft zu integrieren. Dabei ist sowohl der individuelle Kenntnisstand als auch das Einsatzgebiet der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Empfehlenswert ist dennoch, einen gewissen Grundstandard für alle Arbeitnehmer innerhalb einer Organisation anzustreben. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile. Die Mitarbeiter sind für zukünftige Aufgaben bereits mit einem guten Fundament an interkulturellen Kompetenzen ausgestattet, auf dem sich leichter zusätzliche Fähigkeiten aufbauen lassen. Ein weiterer Bonuspunkt liegt in der gemeinsamen Grundhaltung der Mitarbeiter, die offen sind für eine internationale Ausrichtung des Konzerns und somit das Wertesystem selbstbewusst nach außen verkörpern. Unternehmen, die nicht in die interkulturellen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter investieren, schmälern langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt. Verhandlungsfehler entstehen in vielen Fällen nicht durch mangelndes Sachwissen, sondern weil es an Feingefühl für die Belange der ausländischen Geschäftspartner mangelt. Fehlende Fremdsprachenkenntnisse sind hierbei nur ein Beispiel.

Konzepte der interkulturellen Personalentwicklung

Ist der Bedarf an der Förderung der interkulturellen Kompetenz von Mitarbeitern erste einmal erkannt, stehen eine Reihe von Trainingsmaßnahmen zur Verfügung. In aller Regel wird die Notwendigkeit solcher Entwicklungsmaßnahmen erst im Fall eines akuten Bedarfs ersichtlich. Unternehmen können jedoch bereits im Vorfeld verbindliche Standards für ihre Mitarbeiter einrichten. Um diese zu erreichen, können beispielsweise Fremdsprachentrainings für die Belegschaft angeboten werden. Im wirtschaftlichen Kontext ist Englisch die meist gesprochene Sprache. In vielen Unternehmen mangelt es aber nach wie vor an englischsprechenden Mitarbeitern. Zeitgleich war es nie so leicht Fremdsprachentrainings in Form von E-Learning in den Arbeitsalltag zu integrieren. Die digitalen Angebote der Online-Sprachkurse von Babbel reichen von Englisch für Anfänger bis hin zu interaktiven Fortgeschrittenenkursen. Durch die Investition in die Fremdsprachenkenntnisse und die daraus steigende Verhandlungssicherheit, können sich neue Perspektiven für das ganze Unternehmen ergeben. Manchmal kann es auch nur notwendig sein, spezifische Themen aufzugreifen. Der Unterschied zwischen amerikanischem und britischem Englisch oder die Kunst einer indirekten Gesprächsführung sind zwei Beispiele von vielen. Wichtig ist es, den Mitarbeiter bei seinem individuellen Kenntnisstand abzuholen und zielgerichtet zu fördern.

Neben Fremdsprachentrainings tragen verschiedene Sensibilisierungsmaßnahmen zu einer Erhöhung der interkulturellen Kompetenz bei. Dabei geht es in aller erster Linie zunächst darum, sich seinen eigenen Verhaltensmustern bewusst zu werden. Erst wenn die eigenen zugrunde liegenden Mechanismen verinnerlicht werden, kann das Erkennen von kulturspezifischen Unterschieden gelingen. Eine Kombination aus theoretischen Einheiten, wie beispielsweise landeskundliche Informationen, und praktischen Übungen, an denen die Mitarbeiter aktiv teilnehmen, garantiert einen langfristigeren Erfolg. Von einer reinen, theoriebasierte Wissensvermittlung, sollte besser Abstand genommen werden. Ein Auswendiglernen von starren Verhaltensregeln darf nicht das Ziel einer interkulturellen Personalentwicklung sein, vielmehr muss den Mitarbeitern das nötige Werkzeug an die Hand gegeben werden, mit dem sie sich in verschiedenen kulturellen Kontexten zurechtfinden. Nur mit interkulturell kompetenten Mitarbeitern kann ein Auftritt auf dem internationalen Parkett sicher gelingen.

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