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Familienfreundliches Unternehmen

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Vereinbarung von Familie und Beruf KOMPAKT: Das Wichtigste in aller Kürze!

Familienfreundlichkeit ist zu einem omnipräsenten Schlagwort avanciert, das in der Arbeitswelt stets mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Verbindung steht. Diese gewinnt immer mehr an Bedeutung für die Arbeitgeberattraktivität und ist nicht nur für Familien im klassischen Sinne von Bedeutung.

Eine lebensphasenorientierte Personalpolitik ist sowohl mit Vorteilen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbunden, als auch mit Vorteilen auf Seiten der Unternehmen. Lesen Sie in dem folgenden Beitrag, was Familienfreundlichkeit zu einem Erfolgsfaktor macht und wie sie mögliche Maßnahmen erfolgreich umsetzen können.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf PRAXISNAH: Die wichtigsten Tipps zum Vorgehen in der Praxis
  1. Kennen Sie den Status Quo in Ihrem Unternehmen! Zur Einführung einer familienfreundlichen Unternehmensgestaltung ist es wichtig, die Bedarfe Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Blick zu haben. Thematisieren Sie dazu die familiäre Situation Ihres Teams in Mitarbeitergesprächen oder bilden Sie bei der Einführung von familienfreundlichen Maßnahmen eine Arbeitsgruppe aus dem Querschnitt Ihrer Mitarbeitenden. Finden Sie zudem heraus, was Ihrerseits als Arbeitgeber umsetzbar und sinnvoll ist.
  2. Den Familienbegriff als Ganzes denken! Was ist Familie? Neben klassischen Familienmodellen gibt es heutzutage eine Vielzahl von alternativen Familienformen (z. B. Mehrgenerationenfamilien, Patchworkfamilien, Pflegefamilien, Lebensgemeinschaften). Es ist hilfreich, sich hier einen Überblick über die familiäre Wirklichkeit zu verschaffen.
  3. Vertrauen ist eine wichtige Basis. Schaffen Sie vertrauen und machen Sie deutlich, dass Ihre Mitarbeitenden sich stets an Sie wenden können. Vertrauen in die Familienfreundlichkeit Ihres Unternehmens schaffen Sie bereits durch „kleine“ Gesten. Familienfreundliche Veranstaltungen, Urlaub bei wichtigen Familienereignissen, der Verzicht auf Meetings am Nachmittag sowie Ermutigungen in Bezug auf die Ansprache individueller Wünsche sind hierfür ein Beispiel.
  4. „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick) – Auch beim Thema Familienfreundlichkeit sollten Sie diese Weisheit berücksichtigen. Eine gezielte Kommunikation der verschiedenen Maßnahmen und die Nutzung unterschiedlicher Kanäle, von E-Mails, dem firmeneigenen Intranet bis zum Schwarzen Brett, ist wichtig, um alle Mitarbeitenden zu erreichen.
  5. Vorbilder sind essentiell. Nur wenn Führungskräfte sowie die Geschäftsleitung selbst die unternehmenseigene Familienfreundlichkeit leben, können Mitarbeitende eventuelle Unsicherheiten überwinden und Unsicherheiten abgebaut werden.
  6. Behalten Sie Ihr Ziel stets im Blick. Der Prozesscharakter einer familienfreundlichen Unternehmenskultur fordert eine regelmäßige Evaluation. Überprüfen Sie wiederkehrend Ihre familienfreundlichen Maßnahmen (z. B. durch Mitarbeiterbefragungen) und nehmen Sie eventuell Anpassungen vor. Der stetige Wandel führt auch bei Ihren Mitarbeitenden zu geänderten Bedürfnissen.

Die Entscheidung einer Arbeitnehmerin oder eines Arbeitnehmers für ein Unternehmen und die längerfristige Bindung an dieses hängen nicht mehr überwiegend von "harten" Faktoren wie beispielsweise guter Bezahlung ab.

Bei den zukünftig immer begehrter und knapper werdenden Fach-, Führungs- und Nachwuchskräften gewinnen die "weichen" Faktoren, zu denen vor allem auch die Familienfreundlichkeit im Unternehmen zählt, stetig an Bedeutung.

Das bestätigt unter anderem eine Studie des Bundesfamilienministeriums (2019). Fast alle Beschäftigten mit Kindern gaben in diesem Zusammenhang an, dass ihnen familienfreundliche Maßnahmen in einem Unternehmen wichtig sind. Ähnlich gestaltet sich diese Bedeutungsbeimessung auch für Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen, aber auch vier von fünf kinderlosen Beschäftigten ohne pflegebedürftige Angehörige sind familienfreundliche Maßnahmen wichtig. Unternehmen reagieren bereits auf diese Entwicklungen. So hat insbesondere die Sensibilität für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Vätern zugenommen.

Doch was genau sind familienfreundliche Arbeitsbedingungen, die es Ihren Mitarbeitenden ermöglichen, Beruf und Familie besser zu vereinbaren? Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten Sie haben, um auch in Ihrem Unternehmen die Familienfreundlichkeit gezielt zu fördern.

Was bedeutet Familienfreundlichkeit im Unternehmen?

Familienfreundlichkeit klar zu definieren ist aufgrund der Vielfältigkeit von Familie ein schwieriges Unterfangen. Einen ersten Versuch liefert der Duden. Demnach ist familienfreundlich, was „der Familie (als sozialer Gruppe) dienlich, ihr entgegenkommend [und] sie fördernd“ ist. In der Arbeitswelt steht die Familienfreundlichkeit also für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dabei sollten jedoch nicht nur Eltern mit (jungen) Kindern von familienfreundlichen Maßnahmen und Bedingungen profitieren, sondern beispielsweise auch Mitarbeitende mit pflegebedürftigen Angehörigen.

Darüber hinaus verändern sich familiäre und persönliche Anforderungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Es gilt, lebensphasenorientiert zu denken und zu handeln und dadurch Beschäftigte in ihren individuellen Lebensphasen zu unterstützen und den Menschen als Ganzes zu fördern.

In jedem Fall ist das Personalwesen, aber auch die Unternehmensstrategie gefragt. Die Geschäftsführung und die Führungskräfte fungieren als Vorbild. Auch sie können in Elternzeit gehen oder andere betriebsspezifische Angebote in Anspruch nehmen. Denn wenn familienfreundliche Angebote zwar angesetzt, jedoch nicht gelebt werden, verfehlen sie ihre Wirkung. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nehmen die Angebote dann nicht wahr, weil sie mit negativen Effekten für sich und ihre Karriere rechnen.

Voraussetzungen für Familienfreundlichkeit

Die Vorbildfunktion der Führungsebene ist allein jedoch nicht ausreichend. Es ist eine Vielzahl weiterer Voraussetzungen notwendig, um als "familienfreundlich" gelten zu können. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie die Mitarbeitenden müssen an einem Strang ziehen, wenn familienfreundliche Maßnahmen und Konzepte erfolgreich umgesetzt werden sollen. Die beste Strategie ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Führungskräfte insgeheim nicht gerne sehen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Angebote zur Familienfreundlichkeit im Unternehmen in Anspruch nehmen. Kompromisse sind wichtig, um für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

Neun Voraussetzungen für das familienfreundliche Unternehmen

  • Vertrauensverhältnis zwischen Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen sowie der Führungsebene
  • Flexibilität, um auf Notfall-Situationen reagieren zu können
  • Gegenseitiges Verständnis
  • Zustimmung der Vorgesetzten
  • Individualität in der Lösungsfindung
  • Klare Kommunikation
  • Arbeitsfreier Feierabend
  • Realistische Arbeitszeiteinschätzung 
  • Unterstützendes soziales Netzwerk

Über die Voraussetzungen am Arbeitsplatz hinaus ist es also auch wichtig, dass Familien ein soziales Netz besitzen. Dies gilt insbesondere bei einer Vielzahl von Berufen, bei denen es an Flexibilität fehlt (z. B. in der Schichtarbeit oder in Berufen mit Bereitschaft), verschiedene familienfreundliche Maßnahmen anzubieten und umzusetzen.

Maßnahmen für Familienfreundlichkeit in Ihrem Unternehmen

Sie haben die Voraussetzungen für familienfreundliche Arbeitsbedingungen und möchten die Familienfreundlichkeit ihres Unternehmens stärken? Es gibt viele kostengünstige Möglichkeiten.

ArbeitsorganisationArbeitsumfeldBetreuungsunterstützungArbeitszeitmodelle

AdobeStock 274858668©thodonal - stock.adobe.comEin wichtiger Punkt ist die familienfreundliche Arbeitsorganisation. Wie auch in vielen anderen Bereichen hat eine gut abgestimmte Organisation im Team sowie in der gesamten Abteilung einen großen Einfluss darauf, wie gut sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. Deshalb sollte ein familienfreundlicher Arbeitgeber stets auf

  • die Organisation und Zusammensetzung eines Teams achten,
  • Aufgaben sinnvoll strukturieren und dokumentieren sowie
  • neue Arbeitsmodelle nutzen.

Durch eine möglichst diverse Zusammensetzung des Teams aus Voll- und Teilzeitbeschäftigten ist die Möglichkeit der Informationsweitergabe gesichert. Auch alters- und geschlechtsgemischte Teams bieten aufgrund verschiedener Lebensphasen Vorteile. Doch die Organisation von Arbeitsgruppen und Teams geht über die Zusammensetzung hinaus. Auch Meetings sollten stets so angesetzt werden, dass alle Mitarbeitenden daran teilnehmen können. Durch die Strukturierung von Aufgaben und deren Dokumentation ist eine schnelle Einarbeitung möglich, die unter anderem bei plötzlichem Fehlen einer Kollegin beziehungsweise eines Kollegen von Bedeutung ist. Gleichzeitig bildet sie zudem die Grundlage für die Nutzung von neuen Konzepten, wie dem der Teilzeit-Führungskräfte oder des Jobsharings, bei dem sich zwei Mitarbeitende in Teilzeit eine (Führungs-)Position teilen. Ist die Arbeitsorganisation untereinander gut abgestimmt, können solche Modelle eine großartige Chance für familienfreundliche Arbeitgeber sein – und das nicht nur für Eltern.

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Ein familienfreundliches Arbeitsumfeld ist ebenfalls von Bedeutung. Die Digitalisierung bietet durch die zunehmende Entkopplung von Arbeitszeit und Arbeitsort neue Arbeitsmodelle. Arbeitsorte lassen sich flexibel wählen und ermöglichen Mitarbeitenden einen Teil der Arbeitszeit im Home Office, beziehungsweise mit Telearbeit, zu verbringen. So werden lange Anfahrtswege vermieden und ein motiviertes und produktives Arbeiten ermöglicht. Doch auch bei einer vorherrschenden Präsenzkultur ist es wichtig, dass auf die geregelten Arbeitszeiten nicht nur Rücksicht genommen wird, sondern diese auch deutlich gefordert werden.

Neben Home Office und der Abschaffung der Präsenzkultur ist die Einrichtung von sogenannten Eltern-Kind-Büros ein Option. So wird Eltern die Möglichkeit gegeben, im Notfall das Kind mit zur Arbeit zu bringen und trotz dessen ihrer Arbeit nachkommen zu können. Die Krankheit eines Kindes oder ähnliches und ein dadurch bedingtes Fehlen von Kolleginnen und Kollegen sollte darüber hinaus jedoch keine negativen Folgen auf das Betriebsklima haben.

Diversity Children Friendship Innocence Smiling ConceptPHOTOMORPHIC PTE. LTD.Die Betreuungsunterstützung ist in diesem Zusammenhang eine weitere Möglichkeit zur familienfreundlichen Unternehmensgestaltung. Diese sollte sich jedoch nicht ausschließlich auf die Kinderbetreuung beziehen, sondern auch Familien mit pflegebedürftigen Personen berücksichtigen.

Mögliche Angebote sind:

  • die Eröffnung einer betriebseigenen Kindertagesstätte oder Ferienbetreuung
  • verlängerte Öffnungszeiten in der Betreuungseinrichtung
  • eine Unterstützung bei der Suche nach Betreuungsangeboten
  • Zuschüsse für die Betreuung von Familienmitgliedern
  • die Schaffung interner Betreuungsmöglichkeiten
  • die Eröffnung von Zugängen zu Beratung und Dienstleistern im Pflegebereich

AdobeStock 278923815AdobeStockMmittlerweile schon recht weit verbreitete und sich positiv auf die Familienfreundlichkeit eines Unternehmens auswirkende Aspekte sind flexible Arbeitszeitmodelle, die für alle Beschäftigten interessant sind. Teilzeitarbeitsmodelle können beispielsweise individuell angepasst werden. Mitarbeitende sollten sich mit angemessenem zeitlichen Vorlauf dafür entscheiden können, von Voll- auf Teilzeit oder zurück zu wechseln oder ihre Stunden nachträglich aufzustocken. Auch Jobsharing ist eine Variante, um individuelle und unternehmerische Vorstellungen in Einklag zu bringen.

Vertrauensarbeitszeit, Gleitzeit und flexible Endzeiten stellen ebenfalls Chancen für eine familienfreundliche Unternehmensstrategie dar, die auch funktionieren können, wenn strikte Servicezeiten einzuhalten sind.

Darüber hinaus tragen Langzeitarbeitskonten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei. Über ein solches Langzeitkonto können Mitarbeitende die Arbeitszeit von Überstunden und nicht genommener Urlaubstage über einen langen Zeitraum sparen und diese bei Bedarf, beispielsweise bei familiären Notfällen oder für ein Sabbatical, „einlösen“. In Abstimmung mit dem Unternehmen können auf diese Weise auch Einkommensausfälle in Phasen mit Teilzeitarbeit abgefedert werden. Insbesondere für berufliche Qualifizierungsphasen sind solche Langzeitkonten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer interessant.

Weitere zeitliche Faktoren stellen Mutterschutz und Elternzeit dar. Der Aus- und Einstieg sollte in diesem Zusammenhang klar geregelt sein. Von Unternehmensseite ist für eine Stellvertretung zu sorgen, gleichzeitig sollte auch die Vorbereitung auf den Wiedereinstieg geregelt sein. Rückkehrgespräche und die Möglichkeit, auch während der Elternzeit berufliche Qualifizierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen zu können, lohnen sich für beide Seiten. Wichtig ist, auch in diesen Abwesenheitsphasen den Kontakt zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu halten. Ein Anruf, um zu fragenm wie es mit dem Nachwuchs läuft, eine Einladung zu Betriebsanlässen oder zur Weihnachtsfeier stärken die Bindung zum Unternehmen und drücken Wertschätzung aus.

Familienfreundlichkeit auch in der Schichtarbeit

Familienfreundlichkeit im Unternehmen ist wichtig. Doch kann sie beispielsweise auch in der Schichtarbeit umgesetzt werden?
Die Antwort lautet JA! Die Möglichkeiten, auch Schichtsysteme familienfreundlicher zu gestalten sind vielfältig. In den Bereichen Unternehmenskultur, Arbeitszeit, Informationsfluss und Führung sind Gestaltungsräume, die eine flexible und familienbewusste Schichtplangestaltung ermöglichen.

Unternehmenskultur

Eine offene Unternehmenskultur, in der Beschäftigte in die Planung miteinbezogen werden und deren Wünsche nach Möglichkeit Berücksichtigung finden, ist eine wichtige Säule der Familienfreundlichkeit. Zusätzlich sollten kurzfristige Änderungen in der Schichtplanung trotz des erhöhten Koordinierungsaufwands ermöglicht werden.

Arbeitszeit

Die Gleitzeit ist mittlerweile ein etabliertes Arbeitszeitmodell, das auch in der Schichtarbeit ermöglicht werden kann. Auch Teilzeitschichten oder Job-Sharing Konzepte erhöhen die Attraktivität Ihres Unternehmens trotz Schichtarbeit. Darüber hinaus sind flexible Schichtübergaben, Tauschbörsen für Schichten oder Doodle-Absprachen über Zusatzschichten weitere Möglichkeiten, die Familienfreundlichkeit Ihres Unternehmens zu erhöhen.

Information

Das Kommunikation in Bezug auf die familienfreundliche Gestaltung Ihres Unternehmens eine wichtige Rolle spielt, ist bereits deutlich geworden. Im Schichtbetrieb müssen Sie Ihre Beschäftigten sowie Führungskräfte jedoch nicht nur über Möglichkeiten als familienfreundlicher Arbeitgeber informieren, sondern auch möglichst frühzeitig bei Änderungen des Schichtsystems, Schulungen zu arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen sowie über Gründe und damit verbundene Auswirkungen. Dabei gilt es das Kommunikationsmedium (Schwarzes Brett, E-Mail oder Betriebsversammlung) bedarfs- und zielgruppenorientiert auszuwählen.

Führung

Führungskräfte sollten stets in der Lage sein, Unterstützungsangebote anzubieten und eine Kommunikations- und Feedbackkompetenz besitzen. Eine grundsätzlich positive Haltung gegenüber familienfreundlichen Schichtsystemen ist ebenfalls essentiell sowie die Unterstützung des Top-Managements.

Festzuhalten bleibt also, dass insbesondere die Bereitschaft, einen größeren Aufwand für die Koordination in Kauf zu nehmen, von Bedeutung ist sowie die Sicherung des Informationsflusses. Jedoch lohnt sich dieser Mehraufwand meist für die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten und ihre Familien. Das haben zahlreiche Unternehmen bereits erfolgreich bewiesen.

Tool: Checkliste Familienfreundliche Maßnahmen

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Mit Kommunikation zu mehr Familienfreundlichkeit

Familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind häufig ein Wunsch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der oft von den Unternehmen umgesetzt, jedoch im Status quo von den Mitarbeitenden nicht gesehen wird. Es fehlt an der entsprechenden Kommunikation. Zeigen Sie Ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, welche Möglichkeiten es in Ihrem Unternehmen gibt. Erkundigen Sie sich zudem bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach deren Bedürfnissen. Welche Maßnahmen sind für die Beschäftigen Ihres Unternehmens sinnvoll?

Die lebensphasenorientierte und familienfreundliche Personalpolitik zeigt, dass die Anforderungen der Arbeitnehmenden stark variieren und betont so die Bedeutung individuell passender Lösungen. Eine Mitarbeiterbefragung eignet sich beispielsweise dazu, mehr über die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu erfahren und entsprechende Konzepte auszuarbeiten.

Haben Sie sich dann als familienfreundlicher Arbeitgeber für die Umsetzung bestimmter familienfreundlicher Konzepte entschieden, sollten Sie unbedingt darüber informieren. Es ist sehr wichtig, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, welche Möglichkeiten ihnen an ihrem Arbeitsplatz offenstehen. Informationen sind also das A und O!

Dabei gibt es unterschiedliche Informationswege, die Unternehmen nutzen können, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Informationen zu innerbetrieblichen Angeboten zu versorgen:

  • Betriebliche Memos
  • Intranet
  • E-Mail-Verteiler
  • Schwarzes Brett
  • Betriebsversammlung
  • Bereichs- oder Teammeetings
  • Informationen in der Lohnabrechnung

In kleineren Unternehmen ist das persönliche Gespräch hingegen ein wichtiger Faktor der Kommunikation, den Sie unbedingt nutzen sollten.

Zertifikat familienfreundliches Unternehmen

Sie haben bereits zahlreiche Maßnahmen im Sinne der Familienfreundlichkeit ergriffen? Oder suchen Sie nach „best practice“ Beispielen? Im Rahmen des Qualitätssiegels „Familienfreundlicher Arbeitgeber" erhalten Unternehmen professionelle Unterstützung bei der Planung und Umsetzung für ihre lebensphasenorientierte und familienfreundliche Personalpolitik.

Das Qualitätssiegel ist somit nicht nur ein Zertifizierungsverfahren, das den Status quo der Familienfreundlichkeit und der Mitarbeiterorientierung in Unternehmen erhebt, sondern es gibt vor allem auch Anstoß zu wichtigen Change-Prozessen innerhalb der Organisationsstruktur. Informieren Sie sich hier.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche regionale Siegel und Zertifikate, wie zum Beispiel das Siegel der Landesinitiative Fachkraft im Fokus "Das mitarbeiterorientierte Unternehmen - Hier fühle ich mich wohl" aus Sachsen-Anhalt.

Vorteile für ein familienfreundliches Unternehmen

Familienfreundlichkeit ist einer der wichtigsten Faktoren für die Arbeitgeberattraktivität. Eine lebensphasenorientierte und familienfreundliche Personalpolitik ist daher wichtig und wird auch zukünftig an Bedeutung gewinnen.
Der Nutzen liegt jedoch nicht nur auf Seiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe haben viele Vorteile aufgrund von Familienfreundlichkeit.

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
  • Verbesserte Chancen bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften
  • Steigerung der Attraktivität verantwortungsvoller Stellen für Mitarbeitende mit familienären Verpflichtungen, insbesondere für Frauen
  • Geringere Mitarbeiterfluktuation
  • Tendenziell kürzere Abwesenheitszeiten durch Eltern- und Erziehungszeiten
  • Kostenreduktion
  • Verbesserung des Betriebsklimas (v. a. durch Entschärfung potenzieller Konsequenzen bei Kollision privater und beruflicher Anforderungen)
  • Höhere Motivation und Produktivität
Wo kann ich mehr zum Thema erfahren?

Auf der Webseite der berufundfamilie Service GmbH finden Sie Inhalte für Personalverantwortliche, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu Themen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betreffen. Neben verschiedenen thematischen Schwerpunkten hält Sie das Redaktionsteam über einen Blog sowie einen Podcast auf dem Laufenden. Hören Sie zum Beispiel in den Vereinbarkeitstalk "Warum Arbeitgeber Vereinbarkeitsnomad*innen brauchen" herein!

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Weitere spannende Features sind unter anderem die jährliche Woche der Vereinbarkeit und die Auszeichnung für attraktive Arbeitgeber.

Die besten Bücher zum Thema "Beruf und Familie":

Folgende Bücher liefern Ihnen Definitionen, praktische Anleitungen, Beispiele und Werkzeuge, die Sie bei der Gestaltung von Vereinbarkeit unterstützen:

„Schluss mit 9 to 5 - Starte durch im Home Office: Wie 15 Frauen dem langweiligen Büroalltag entfliehen und heute in ihrem Traum-Business erfolgreich sind!“

familienfreundliche personalpolitikDie Digitalisierung führt zu zahlreichen Veränderungen in der Arbeitswelt. Aufgrund dessen entstehen auch neue, vielseitige Berufsbilder, wie das der Online Management Assistants. Doch was macht ein Online Management Assistant eigentlich und warum könnte die Besetzung solch einer Stelle auch in Ihrem Unternehmen von Bedeutung sein? In „Schluss mit 9 to 5 - Starte durch im Home Office: Wie 15 Frauen dem langweiligen Büroalltag entfliehen und heute in ihrem Traum-Business erfolgreich sind!“ (2021) bekommen Sie von Janina von Moos Antworten auf diese und weitere Fragen. Zudem berichten verschiedene Frauen von ihren Erfolgsgeschichten als Online Management Assistant und zeigen wie sich ihre berufliche Veränderung nicht nur positiv auf die Vereinbarkeit von Karriere und Beruf ausgewirkt hat. ISBN-13: 979-8728713562

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„Familienfreundliche Personalpolitik“

familienfreundliche personalpolitikDomenic Sommer beschreibt in „Familienfreundliche Personalpolitik. Wie bestärken Unternehmen ihre MitarbeiterInnen bei der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf?“ (2019) den Status quo familienfreundlicher Arbeitsplätze und betrachtet, inwieweit durch das Instrument für familienfreundliche Personalpolitik Arbeitgeber Vorteile generieren und Potentiale nutzen können. Auf Basis einer Onlinebefragung werden hinsichtlich der Unternehmensstrategie Maßnahmen zur familienfreundlichen Gestaltung von Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeitsorganisation geboten, um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen, bisher unberücksichtigte Personengruppen zu rekrutieren und mittels geringerer Ausfallzeiten Kosten minimieren zu können. ISBN-13: 978-3668930728

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„Die Bedeutung familienorientierter Personalpolitik von Unternehmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“

bedeutung familienorientierterIn „Die Bedeutung familienorientierter Personalpolitik von Unternehmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Beispielhaft dargestellt am Thema Kinderbetreuung“ (2019) befasst sich Autori Yvonne Oberbeckann damit, in welchem Ausmaß Unternehmen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützend mitwirken können und davon selbst profitieren. Mittels zentraler Fragestellungen wird ein Einblick in die Möglichkeiten für Unternehmen gegeben und unter Heranziehung von Fachliteratur begründet. Des Weiteren wird eine Elternumfrage zur Anwendung und Auswertung im eigenen Unternehmen mitgeliefert. ISBN-13: 978-3959930840

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„Familie - Beruf - Karriere: Daten, Analysen und Instrumente zur Vereinbarkeit“

familie beruf karriereIm Sammelband „Familie – Beruf – Karriere: Daten, Analysen und Instrumente zur Vereinbarkeit“ (2018) wird anhand von Daten aus Deutschland und Österreich eine Bestandsaufnahme der Vereinbarkeit von Familienleben und Erwerbsleben erstellt. Charakteristika von Problemen zur Vereinbarkeit werden aufgezeigt und Instrumente zur Bewältigung dieser vorgestellt. Im gleichen Zug wird ebenfalls auf die Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter eingegangen. Neben den Potentialen wird zudem auf die Grenzen der Vereinbarkeit durch Belastungen, finanzielle Ausfälle und Karrierenachteile eingegangen. ISBN-13: 978-3658125035

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oliver lilieFoto: Dirk Mahler

Oliver Lilie ist Arbeitswissenschaftler und geprüfter HR-Manager. Seit 1998 leitet er die MA&T Organisationsentwicklung GmbH als geschäftsführender Gesellschafter. Er begleitet und berät Unternehmen bei der Strategieentwicklung und der Gestaltung von Arbeitsprozessen. Führung, Personalmanagement und Change zählen zu seinen Trainingsthemen. Als einer der Hauptredakteure auf Perwiss befasst er sich insbesondere mit Arbeit 4.0, Führung und New Work.

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