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Statt mieser Tricks: Wie sich Vorgesetzte fair von Mitarbeitenden trennen

In jedem Unternehmen kann es vorkommen, dass Arbeitnehmer/innen und Arbeitgeber einfach nicht mehr zusammenpassen. Wenn das Verhältnis zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten irreparabel zerstört wurde, hilft oft nur noch die Kündigung. Doch oft ist dies gar nicht so einfach – und so greift so mancher Chef zu fiesen Methoden, um den unliebsamen Mitarbeitenden doch noch loszuwerden.

Fiese Methoden: Kündigung vorprogrammiert

Mit diesen üblen Tricks versuchen viele Vorgesetzte, ihre nicht mehr gewollten Arbeitnehmer/innen loszuwerden:

  • Überrumpelung: Der/die Mitarbeiter/in sieht sich in einem kurzfristig angesetzten Termin ohne Vorankündigung mehreren ihm/ihr übergeordneten Personen gegenüber, die ihn/sie zur Unterschrift einer Eigenkündigung bewegen wollen. Unter dem Druck, ansonsten die arbeitgeberseitige Kündigung zu bekommen, würden Betroffene oft alles unterschreiben, was ihnen vorgelegt wird.
  • Übertriebene Fehler: Aus jeder Mücke wird ein Elefant gemacht und der/die Mitarbeiter/in als völlig inkompetent dargestellt – bis sein/ihr Ruf schließlich völlig ruiniert ist.
  • Untergeschobene Tat: Es wird gezielt eine Straftat (z. B. Diebstahl) begangen und so dargestellt, als wäre der/die Mitarbeiter/in dafür verantwortlich, oder ihm/ihr werden vertrauliche Unterlagen untergeschoben.
  • Umgebung: Der/die Arbeitnehmer/in wird an einen lauten oder störungsreichen Arbeitsplatz versetzt, z. B. direkt neben dem Kopierer oder der Büroküche, oder auch in ein Einzelbüro fernab vom Schuss, um ihn/sie zu isolieren.
  • Überlastung: Der Chef halst dem/der Mitarbeitenden nach und nach immer mehr Arbeit auf, bis er/sie diese nicht mehr schafft und völlig überlastet ist.

Die wenigsten dieser Methoden sind geeignet, um als Grundlage für eine arbeitgeberseitige Kündigung zu dienen. Dies ist aber auch gar nicht erforderlich. Ziel ist nämlich, den Arbeitnehmenden selbst zur Kündigung zu bewegen. Dies funktioniert nur allzu oft, wenn die Arbeitsumgebung zu „feindlich“ wird.

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Sich sauber von Arbeitnehmern trennen: Wohl eher die bessere Wahl

Die Beweggründe für ein solches unehrenhaftes Verhalten liegen auf der Hand. Gerade bei langjährigen Mitarbeitenden ist eine Kündigung fast immer mit teuren Kündigungsschutzprozessen und Abfindungen verbunden, wenn diese sich nicht etwas wirklich Gravierendes haben zu Schulden kommen lassen. Um diese Kosten zu vermeiden, scheint es einfacher zu sein, den Mitarbeitenden „rauszuekeln“. Doch wie geht man eigentlich vor, wenn eine Arbeitgeberkündigung nicht in Frage kommt, der/die Arbeitnehmende aber auch kein Interesse daran hat, selbst zu kündigen? Anstelle der Kündigung kommt dann ein Aufhebungsvertrag in Frage.

Aufhebungsvertrag: Kündigungsschutzprozess vorbeugen

In einem Kündigungsschutzprozess kommt es sehr häufig bereits im Gütetermin zu einer Einigung, die mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und der Zahlung einer Abfindung einhergeht. Einfacher ist es deshalb, sich direkt auf einen Aufhebungsvertrag zu einigen und sich den Umweg über die Kündigung und das Gericht zu sparen.

Im Rahmen des Aufhebungsvertrags können Arbeitgeber und -nehmende frei die Konditionen der Beendigung vereinbaren, zum Beispiel in Bezug auf diese Themen:

  • Beendigungszeitpunkt
  • Freistellung bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses
  • Höhe der Abfindung
  • Resturlaub
  • Note im Arbeitszeugnis
  • Abgeltung von Überstunden
  • Übergabe der Arbeitspapiere

Tipp: Welche Papiere Sie Ihrem Arbeitnehmenden aushändigen müssen, zeigt Ihnen diese übersichtliche Checkliste zur Beendigung von Arbeitsverhältnissen von Personal-Wissen.de.

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Selbstverständlich erfordert ein Aufhebungsvertrag die Einigung beider Parteien, was im Streitfall schwierig sein kann. Häufig ist dies allerdings „nur“ eine Frage des finanziellen Angebots. Auch wenn sich natürlich die Kosten der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses in Grenzen halten sollte, durch Anwalts- und Gerichtskosten sowie den eigenen Personalaufwand kommt es das Unternehmen gewöhnlich teurer, einen Kündigungsschutzprozess durchzuziehen – von einem möglichen Imageschaden des Arbeitgebers bei einem Prozess durch mehrere Instanzen ganz abgesehen.

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