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Vor- und Nachteile betrieblicher Altersvorsorge

Die Diskussion ist zwar keinesfalls neu, wird aber immer noch voll Leidenschaft geführt, weil sie immer wieder zusätzlichen Zündstoff erhält: Einerseits kommt es zur sukzessiven Absenkung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung, andererseits sind private Vorsorgeprodukte unattraktiv geworden, weil es - aufgrund der Nullzinspolitik der EZB - keine attraktiven Gewinnchancen mehr gibt.

Das als lukrativ beworbene Vorsorge-Instrument der privaten Lebens- und Rentenversicherung ist zum absoluten Renditekiller geworden. Auch die Altverträge, die heutzutage mit einem schier utopischen Garantiezinssatz von 4 Prozent ausgestattet sind, werden die prognostizierten 7 Prozent Gesamtverzinsung niemals erreichen können. In den neuen Verträgen findet sich ein Garantiezins von gerade einmal 0,9 Prozent (2017) - somit ist es keine Überraschung, dass sich immer mehr Anlegerinnen und Anleger nach Alternativen umsehen. Nicht immer müssen riskante Anlagemodelle abgeschlossen werden – auch wenn Aktien eine Option innerhalb der betrieblichen Altersvorsorge sind, so Jochen Schmidt von Admiral Markets. Auch wenn ein Aktiendepot hohe Gewinne mit sich bringen kann, so ist es dennoch ratsam, auch eine „sichere“ Komponente bei der Altersvorsorge zu wählen.

Die betriebliche Altersvorsorge - ein Überblick

Bei der betrieblichen Altersvorsorge handelt es sich um eine freiwillige Leistung von Seiten des Arbeitgebers. Dieses Modell wurde unter anderem deshalb ins Leben gerufen, um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an das Unternehmen zu bindenwas von vielen Arbeitnehmenden auch befürwortet wird. Heute werden viele Betriebsrenten aber nur noch durch den Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin finanziert - die Rede ist von der Entgeltumwandlung. Viele Mischformen, an denen sich Arbeitnehmer/innen und Arbeitgeber beteiligen, versprechen - so die Berechnungen - attraktive Gewinne.

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Die Gesetzesänderung, die mit 2002 in Kraft trat und dafür sorgte, dass jede/r Arbeitnehmer/in das Recht auf eine betriebliche Altersvorsorge durch die Entgeltumwandlung hat, sorgte natürlich auch dafür, dass sich immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für diese Möglichkeit interessierten. So kann jede/r Arbeitnehmer/in Teile des Einkommens oder der Sonderzahlungen in die Altersvorsorge einbezahlen und sich eine Zusatzrente aufbauen. Doch welche Vor- und Nachteile müssen berücksichtigt werden, wenn man sich für die betriebliche Altersvorsorge entscheidet und mitunter noch zusätzliche Beträge investiert?

2018 03 05 betr. Altersvorsorge 2Steve Buissinne - pixabay.comDie Vorteile

Der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin spart Steuern und Sozialabgaben. Schlussendlich müssen die Beiträge nicht aus dem schon versteuerten Nettoeinkommen aufgebracht werden - sie werden in der Regel vom Bruttogehalt abgezogen. Somit finanziert der Staat also die Altersvorsorge mit. Geht es um einen Betrag von 100 Euro, so muss der Arbeitnehmer nur rund 60 Euro investieren - die restlichen 40 Euro werden vom Staat beigesteuert. Aber auch die Arbeitgeber dürfen sich über einige Vorteile freuen: In vielen Fällen sparen sich die Arbeitgeber nämlich die Lohnnebenkosten; mitunter werden die eingesparten Summen dann in die Betriebsrente einbezahlt. Ein Vorgang, der keinesfalls ungewöhnlich ist.

Die Nachteile

Aufgrund der Tatsache, dass der Arbeitnehmer ein niedrigeres Bruttogehalt bezieht, muss er weniger Sozialabgaben und Steuern an den Staat bezahlen - das heißt aber auch, dass die gesetzlichen Ansprüche an die Rentenversicherung sinken. Genau deshalb ist es wichtig, dass im Vorfeld errechnet wird, ob die Einbußen durch die betriebliche Rente überhaupt ausgeglichen werden können.

Ein weiterer Aspekt: Die Betriebsrente muss erst später besteuert werden - das heißt, dass im Zuge des Erwerbslebens keine Steuern zu bezahlen sind, nach dem Rentenantritt sehr wohl aber Pflege- und Krankenversicherungsbeträge entrichtet werden müssen.

Das Fazit

Natürlich sind die Einsparungen bei den Steuern und Sozialabgaben von Vorteil. Jedoch darf man nicht außer Acht lassen, dass es zu einer Reduktion der Ansprüche kommt - nur dann, wenn diese Differenz durch die betriebliche Altersvorsorge ausgeglichen werden kann, sollte diese Variante in Anspruch genommen werden.

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