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Wissensmanagement als Personaler mitgestalten!

Die Verfügbarkeit und die Nutzung von aktuellem Wissen wird immer mehr zu einem, wenn nicht sogar zu dem Erfolgsfaktor von Unternehmen. Experten/innen schätzen den Anteil der Wertschöpfung, der in hoch entwickelten Volkswirtschaften auf dem Rohstoff „Wissen“ fußt, mittlerweile auf über 60 Prozent.

Jedoch ist das Managen von Wissen aus vielfältigen Gründen ein schwieriges Unterfangen. Ein wichtiger Grund ist die immense Geschwindigkeit mit der neues Wissen entsteht. Gern wird auch der Begriff „Wissensexplosion“ verwendet. Dieser Sachverhalt wird dadurch untermauert, dass sich die Zeit für Wissensverdopplung enorm verkürzt hat. Um 1800 dauerte es ungefähr einhundert Jahre, bis sich das Wissen verdoppelte. Heute sind es gerade einmal maximal fünf Jahre.

 

Noch besteht erhebliches Potenzial bei der Umsetzung von Wissensmanagement in der deutschen Unternehmenslandschaft. DENN:

  • Wissensmanagement ist sehr zeit- und kostenintensiv!
  • Die Bereitschaft, Wissen mit anderen im Unternehmenskontext zu teilen, ist oftmals nur gering ausgeprägt!
  • Das Setzen auf alleinige technische Lösungen beim Wissensmanagement bringt bisher in den meisten Fällen nur mangelhafte Ergebnisse!

Die noch schlummernden Potenziale und Möglichkeiten zeigt die „Wissensmanagement Umfrage 2015“, der Zeitschrift „wissensmanagement – Das Magazin für Führungskräfte“ zusammen mit dem „Steinbeis-Beratungszentrum Wissensmanagement“. 31 Prozent der 400 in der Studie befragten Fach- und Führungskräfte beurteilen das unternehmensweite Wissensmanagement als schlecht oder sehr schlecht, weitere 43 Prozent der Befragten schätzen das Wissensmanagement als mittelmäßig ein.

Welche Kernprozesse gehören zum Wissensmanagement?

Prozess Fotolia 104091816 XSBildnachweis: Gaj Rudolf - Fotolia.comAusgehend von den definierten Wissenszielen gehören verschiedene Kernprozesse zum Wissensmanagement. Eine pragmatische Gliederung bieten Probst et al., in ihrem Wissensmanagement-Konzept, das folgende Kernprozesse neben den Wissenszielen beschreibt:

1. Wissensidentifikation: In diesem Kernprozess findet eine Bestandsaufnahme des Wissens statt. Das Wissen wird quasi kartographiert. „Weiße Felder“ und Wissenslücken werden erkannt. Mögliche Leitfragen sind:

  • Über welches erfolgsrelevante Wissen verfügen wir?
  • Welche Wissenslücken haben wir?
  • Wer verfügt intern über welches Wissen?

TIPP: Nutzen Sie zur Wissensidentifikation Wissenslandkarten oder Gelbe Seiten!

2. Wissenserwerb: In diesem Prozess geht es darum, Wissenslücken zu schließen. Dabei stehen die Wissenslücken im Fokus, welche nicht intern geschlossen werden können. Wege, um Wissen zu erwerben, sind beispielsweise die Einstellung von neuem Personal mit Experten- oder Spezialwissen, die Nutzung von Wissen der Kunden oder der Lieferanten, die Zusammenarbeit mit Beratungseinrichtungen, die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen oder die Nutzung von Wissensprodukten. Mögliche Leitfragen sind:

  • Wer verfügt extern über Wissen, das unser Unternehmen benötigt?
  • Auf welchem Weg können wir dieses Wissen für unser Unternehmen nutzbar machen?

3. Wissensentwicklung: Dieser Prozess fokussiert auf die Entwicklung von Wissen, das nicht von extern erworben werden kann. Leitfragen sind:

  • Wie bauen wir internes Wissen auf?
  • Bei wem bauen wir internes Wissen auf?
  • Welche Methoden sollen dafür eingesetzt werden?

4. Wissensverteilung bedeutet, dass jedes Organisationsmitglied Zugriff auf vorhandenes Wissen erhält, das es für die Aufgabenerfüllung benötigt. Dafür müssen sowohl die technischen Voraussetzungen, die personellen Voraussetzungen als auch die entsprechende Kultur im Unternehmen geschaffen werden. Eine besondere Herausforderung bei der Wissensverteilung stellt das vorhandene implizite Wissen dar. Die Leitfrage ist:

  • Wie bringe ich das vorhandene Wissen an die richtige(n) Person(en) bzw. an den richtigen Ort?

5. Wissensnutzung ist der Kern des Wissensmanagements. Zur optimalen Wissensnutzung müssen Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden und individuelle sowie organisationale Nutzungsbarrieren möglichst gering sein. Intelligente Anreizsysteme können die Wissensnutzung befördern.

6. Wissensbewahrung heißt, einmal erworbenes Wissen zu sichern und vor Verlust zu schützen. Gefahren des Wissensverlustes bestehen vor allem durch Wechsel und Ausscheiden von Personen (z. B. besondere Experten/innen) oder Personengruppen (z. B. Ausgliederung von Unternehmensbereichen).

TIPP: Nutzen Sie zur Wissensbewahrung systematische Triaden- bzw. moderierte Übergabegespräche!

7. Mit der Wissensbewertung können die gesetzten Wissensziele überprüft werden. Im Sinne eines Regelkreises können Anpassungen an den anderen Kernprozessen vorgenommen werden.

TIPP: Eine umfassende Beschreibung des Wissensmanagement-Konzeptes und der Kernprozesse liefert das Buch Probst, G., Raub, S., Romhardt, K. (1998): Wissen managen. Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. Frankfurt am Main. 2. Auflage

Welche fünf guten Gründe sprechen für eine Promotorenrolle der Personalabteilung beim Wissensmanagement?

  1. Gruende Fotolia 109813389 XSBildnachweis: vege - Fotolia.comDie Kernprozesse von Wissensmanagement stehen in enger wechselseitiger Beziehung mit wichtigen Personalprozessen. Jede Verbesserung der Prozesse des Wissensmanagements wirkt sich automatisch auch positiv auf den jeweils korrespondierenden Personalprozess aus und umgekehrt. Beispiele sind Wissenserwerb – Personalgewinnung, Wissenserwerb – Einkauf von Trainern/innen und Beratern/innen, Wissensentwicklung – Personalentwicklung, Wissensbewahrung – Personalaustritt/Personaltrennung.
  2. Die Wechselbereitschaft von Personen der Generation Y und Z nimmt zu. Es müssen Routinen entwickelt werden, Wissen immer wieder schnell zu erwerben und zu verteilen.
  3. Die Anzahl der Personen in den Unternehmen nimmt zu, die über großes Erfahrungs- und implizites Wissen verfügen. Viele dieser älteren Beschäftigten werden in den nächsten Jahren altersbedingt die Unternehmen verlassen. Es gilt dringend, dieses Erfahrungswissen im Unternehmen unter Nutzung geeigneter Wissensmanagementwerkzeuge zu bewahren.
  4. Technologie- und generationenbedingt ändert sich das Verhalten, Wissen zu entwickeln, zu verteilen und zu nutzen. Die Personalabteilung muss dieser Entwicklung in ihren eigenen Prozessen und ihrer Ausrichtung Rechnung tragen.
  5. In fast allen Fachgebieten gibt es eine extrem hohe Dynamik der Wissensentwicklung. Die Personalabteilung hat eine Dienstleistungsfunktion dabei, das neue erfolgskritische Wissen für die Organisationsmitglieder durch geeignete Personalentwicklungskonzepte und für die Organisation durch geeignete Personalrekrutierung verfügbar zu machen.

Was sind Erfolgsfaktoren bei der Einführung und bei der Umsetzung von Wissensmanagement?

Lampen Fotolia 71934695 XSBildnachweis: fotogestoeber - Fotolia.comPassende Wissensdatenbank installiert, Wissen aus den Köpfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Datenbank eingetragen, Datenbank zugänglich machen und Wissen nutzen. Wenn Wissensmanagement doch nur so einfach wäre. Doch die Realität ist viel komplizierter und bedeutend komplexer. Jedoch bringt die Berücksichtigung folgender fünf Erfolgsfaktoren Ihr Wissensmanagement ein ganzes Stück weiter.

1. Verschaffen Sie sich Klarheit über erfolgsrelevantes Wissen!

Nicht jedes Wissen besitzt die gleiche Bedeutung für den Erfolg einer Organisation. Deshalb ist ein zentraler Erfolgsfaktor die Identifikation von Wissen, welches für Ihr Unternehmen besonders wichtig ist.

TIPP: Nutzen Sie zur Unterstützung der Identifikation von für Ihr Unternehmen erfolgsrelevantem Wissen folgende Leitfragen:

  • Über welches Wissen verfügen wir, das bei unseren Wettbewerbern nicht vorhanden ist?
  • Welches bei uns vorhandene Wissen macht uns einzigartig?
  • Welches vorhandene Wissen verschafft uns Vorteile?
  • Ohne welches Wissen könnten wir am wenigsten auskommen?
  • Der Verlust welchen Wissens würde uns den größten Schaden zufügen?
  • Welches Wissen müssten wir erwerben, um noch erfolgreicher zu sein?

2. Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, die die Aufnahme und Weitergabe von Wissen fördert!

TIPP: In diesem Kontext haben sich aus Sicht der Perwiss-Redaktion folgende fünf Werte bewährt:

  • Wertschätzung
  • Fehlertoleranz
  • Lernorientierung
  • Offenheit
  • Transparenz

3. Machen Sie sich die Ziele Ihres Wissensmanagements bewusst!

Legen Sie in Ihrer Organisation fest, welche konkreten Ziele sie mit dem Wissensmanagement verfolgen.
Die Ziele für Ihr Wissensmanagement ergeben sich aus den oben bereits beschriebenen Kernprozessen.
Dabei kann die Zielausrichtung und die Schwerpunktsetzung in Abhängigkeit von den jeweiligen Rahmenbedingungen ganz unterschiedlich sein, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Beispiel 1: In den kommenden drei bis fünf Jahren verlassen altersbedingt ca. 30 % der Wissensträger/innen (Meister) eines Handwerksbetriebs das Unternehmen. Der größte Teil des Wissens ist implizit, nicht dokumentiert und jeweils nur bei einer Person verfügbar. Es ergeben sich die Schwerpunktziele Wissensverlust durch a) Dokumentation des impliziten Wissens und b) Übergabe des Wissens an weitere Kollegen/innen zu verhindern.

Beispiel 2: In ein Engineeringunternehmen treten jährlich ca. 10 Jungingenieure/innen. Diese bringen „neues“ Wissen von der Hochschule mit. Andererseits verfügen die ca. 100 bereits länger im Unternehmen beschäftigten Ingenieure/innen über umfassendes Erfahrungs- und Anwendungswissen. Der Fokus in diesem Kontext liegt auf der gezielten Aufnahme von neuem Wissens in das Unternehmen. Andererseits wird das Ziel verfolgt, systematisch das vorhandene Erfahrungswissen weiterzugeben.

4. Legen Sie die richtige Strategie für die Umsetzung fest!

Drei grundlegende Strategien können bei der Umsetzung von Wissensmanagement und der Erreichung der formulierten Ziele unterschieden werden.

  1. Die Interaktionsstrategie (auch Personalisierung) setzt auf den persönlichen Austausch von Wissen.
  2. Bei der Kodifizierung liegt der Fokus auf der Umsetzung mittels Wissensmanagementtechnologien (u. a. Aufbau und Betrieb von Datenbanken).
  3. Experten/innen empfehlen in Anhängigkeit vom Geschäftsmodell eine Mischstrategie kombiniert aus Kodifizierung und Interaktion. Dabei sollte die jeweils vorrangige Strategie von der jeweils anderen Strategie unterstützt werden.

TIPP: Wissensmanagement funktioniert in keinem Fall ohne die Menschen und deren Bedürfnisse, Ängste, Erwartungen sowie Voraussetzungen zu berücksichtigen. Stellen Sie deshalb Argumentationshilfen zur Umsetzung von Wissensmanagement und Wissensmanagementmaßnahmen zusammen! Binden Sie in die Erarbeitung dieser Argumentationshilfen die Führungskräfte intensiv ein!

5. Sorgen Sie für ausreichend Promotoren im TOP-Management und Mitwirkung des Managements!

Wie bei den meisten Herausforderungen in Unternehmen trifft auch auf das Wissensmanagement zu: „Ohne die Führungskräfte geht (fast) nichts.

MA&T-Trainingsprogramm "Neu als Führungskraft!" Start am 6. und 7. Oktober 2016

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Was gehört in den Werkzeugkasten für ein gutes Wissensmanagement?

Werkzeug Fotolia 55725799 XSBildnachweis: Kurhan - Fotolia.comDas Portfolio der Werkzeuge, die für ein gutes Wissensmanagement eingesetzt werden können, ist vielfältig. Welches Werkzeug zum Einsatz kommt, hängt natürlich von der Wissensmanagementstrategie, aber auch von einer Reihe weiterer Kriterien ab. Zu diesen Kriterien gehören u. a.:

  • Ressourcen (Zeit, Finanzielle Mittel), die zur Wissensaufarbeitung, Wissensverteilung, Wissensdokumentation usw. zur Verfügung stehen,
  • Bereitschaft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Mitwirkung an Wissensaufarbeitung, Wissensweitergabe, Wissensverteilung, Wissensdokumentation usw.,
  • Anzahl der Wissensträger/innen und Anzahl der Personen an die Wissen weitergegeben werden soll,
  • Häufigkeit der Nutzung des Wissens,
  • Bedeutsamkeit des Wissens, das gemanagt werden soll,
  • Einsatzbreite des Werkzeugs bzw. der Werkzeuge, die zum Einsatz kommen sollen,
  • Aufwand für den Einsatz des Werkzeugs und demgegenüber stehender Nutzen.

Wir haben für Sie einige wichtige Werkzeuge kurz und verständlich alphabetisch sortiert beschrieben.

Perwiss-Tool-TIPP: Nutzen Sie unser Tool "Check Werkzeugeinsatz Wissensmanagement", um den Status der bisher eingesetzten Werkzeuge zum Wissensmanagement in Ihrem Unternehmen zu prüfen und leiten Sie Konsequenzen für den zukünftigen Einsatz von Werkzeugen zum Wissensmanagement ab!

Abonnements

Abonnements sind auf Interessen bezogene Bestellungen von Inhalten. Werden neue Inhalte veröffentlicht, erfolgt die automatische Zustellung dieser Information an alle Abonnenten/innen. Die Informationen können z. B. über Feeds, Intranet, Mailinglisten oder Groupwaresysteme bestellt werden. Großer Vorteil dieses Werkzeugs ist die zielgruppenspezifische Verteilung von Informationen und damit die Vermeidung von nicht gewünschten Informationen.

Altersgemischte Teams

Arbeitsteams, deren Mitglieder unterschiedlichen Altersgruppen entstammen, werden als altersgemischte Teams bezeichnet. Unterschiedliches Wissen wird zwischen den im Team vorhandenen Generationen ausgetauscht. Dies geschieht durch systematische Kommunikation sowie die Bewältigung gemeinsamer Aufgabenstellungen. Jüngere Beschäftigte profitieren vom Erfahrungswissen der „Älteren“. Die älteren Beschäftigten nutzen „neues“ theoretisches Fachwissen der jüngeren Generation.

TIPP: Erfahren Sie mehr zum Thema "Generationsspezifische Personalarbeit" auf unserer umfassenden Themenseite!

Debriefing (auch After Action Review oder Projektreflexion)

Ein Projekt oder ein Auftrag ist abgeschlossen. Haken dran und weiter geht es. Dies ist meist die Strategie. Wichtige Erkenntnisse, Erfolge aber auch Misserfolge werden nicht für Folgeprojekte nutzbar gemacht. Mit dem Wissensmanagementwerkzeug "Debriefing" wird die Wissenssicherung nach Beendigung eines Projektes unterstützt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Aufarbeitung neuer Erkenntnisse. Als Hilfsmittel zur Aufarbeitung der Erkenntnisse und zur Dokumentation können Fragebögen, strukturierte Interviews oder moderierte Workshops zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse helfen weiteren Projektteams bei der Vorbereitung und Durchführung ihrer Projekte.

FAQ-Listen

Frequently Asked Questions sind Listen besonders häufig gestellter Fragen einschließlich der dazugehörigen Antworten bezogen auf ein bestimmtes Themengebiet. Die meisten nutzen diese Listen im privaten Kontext. Jedoch auch im eigenen Unternehmen sind diese Listen ein sehr gutes Wissensmanagement-Werkzeug. FAQ-Listen können über verschiedene andere Werkzeuge wie Groupware, Intranet, Foren oder auch Dateien sowie Papierablagen nutzbar gemacht werden. FAQ-Listen sparen Suchzeiten, Doppelarbeiten, häufiges Nachfragen und unterstützen einheitliches Handeln. FAQs müssen in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden.

TIPP: Im Personalbereich sind folgende FAQ-Listen denkbar: Häufige Fragen im Bewerbungsprozess, Häufige Fragen zur Entgeltabrechnung, Häufige Fragen zur Urlaubs- und Schichtplanung, Häufige Fragen von externen Trainern/innen und Beratern/innen usw..

Gelbe Seiten (Yellow Pages, Expertenverzeichnisse)

Gelbe Seiten erleichtern den Zugriff auf vorhandenes Wissen im Unternehmen. Sie enthalten eine Auflistung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kompetenzen in Form von Wissens- und Fähigkeitsprofilen. Gelbe Seiten ermöglichen das schelle Finden der richtigen Ansprechpartner/innen oder auch das Bilden von Projektteams mit dem richtigen Know-How sowie in der richtigen Expertenzusammensetzung. Gelbe Seiten können auf die interne Nutzung beschränkt werden. Sie können aber auch Kunden und Lieferanten zugänglich gemacht werden.

Groupware

Groupware Systeme unterstützen die Zusammenarbeit in Teams oder ganzen Organisationen durch Inter- oder Intranet gestützte Technologien. Sie ermöglichen Zeitunterschiede und räumliche Distanzen der Nutzenden zu überwinden. Groupware Systeme bieten eine Vielzahl von Funktionalitäten, die durch Verknüpfung miteinander die Produktivität erhöhen. Häufige Funktionalitäten sind Terminierungssysteme, Ressourcenverwaltung, Aufgabenverwaltung, Mailsysteme, Dateiverwaltungssysteme, Stundenerfassung u. v. a. m..

Knowledge Café

Das Werkzeug wird auf Tagungen oder Konferenzen verwendet und bietet die Möglichkeit, dass unbegrenzt viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander diskutieren. Das Knowledge Café startet mit einem Kurzvortrag, der mit ein bis zwei offenen Fragen zum gewählten Thema die Diskussionen eröffnet. Kleingruppen, meistens aus fünf Teilnehmern bestehend, vertiefen das Thema. Die Kleingruppenergebnisse werden dann mit allen Teilnehmenden diskutiert. Das Werkzeug hilft großen Gruppen gemeinsame Probleme und Fragestellungen zu identifizieren sowie erste Lösungsansätze zu entwickeln.

Lerntandems

Lerntandems sind eine Form des Wissenstransfers, bei der ein/e erfahrene/r (Wissensgeber/in) und ein/e weniger erfahrene/r Mitarbeiter/in (Wissensnehmer/in) gemeinsam eine Aufgabe ausführen. Die Wissensnehmer/innen eignen sich nach und nach die Kenntnisse der erfahrenen Wissensgeber/innen an. Durch regelmäßige Gespräche findet eine Prüfung des Wissenstransfers statt. Die erfahrenen Mitarbeiter/innen sind nicht nur Wissensgeber/innen sondern können neues Wissen der jüngeren Mitarbeiter aus Ausbildung oder Studium aufnehmen. Wichtig für den Erfolg der Lerntandems ist das freiwillige Mitwirken der Beteiligten. Ebenso muss die Chemie zwischen den Beteiligten stimmen. Nicht zu kurz kommen sollten gewisse didaktische Fähigkeiten.

Lessons Learned

Mit Lessons Learned wird die komprimierte Aufarbeitung, Dokumentation und Weitergabe der wesentlichen positiven als auch schlechten Erfahrungen und Erkenntnisse, z. B. von abgeschlossenen Projekten, bezeichnet. So kann neues Wissen entstehen. Die Aufarbeitung von Lessons Learned kann in speziellen Workshops, im Rahmen eines Debriefings oder auch durch die Nutzung spezieller Fragenkataloge umgesetzt werden. Die Lessons Learned können z. B. über Wikis, Groupware, Foren, Checklisten, Formatvorlagen und weitere Werkzeuge verbreitet werden.

One Point Lesson (OPL)

Der Begriff One Point Lesson kommt aus der Kaizen- bzw. KVP-Methodik. Dort bedeutet OPL die Zusammenfassung eines Lerninhalts auf einer Seite und möglichst in bildlicher Darstellung. Die One Point Lesson wird an dem Ort angebracht, wo der Lerninhalt benötigt wird (Typisches Beispiel: Bildliche Darstellung des Wechselns einer Druckerpatrone).

TIPP: Verwenden Sie das Prinzip der OPL bei der Einführung von neuer Wissensmanagement-Software. Das Perwiss-Teams setzt OPL bei der Nutzung der Content Management Software und der Nutzung der Groupware ein.

TIPP: Kombinieren Sie Abonnements mit OPLs!

Selbsterklärende (Ordner-)Strukturen

Diese einfache Werkzeug hilft, schnell auf Wissen ohne großes Suchen zuzugreifen. Selbsterklärende Strukturen können sich sowohl auf die digitale (Dateien, E-Mails) als auch auf die analoge Ablage (Aktenablage) beziehen.

TIPP: Erstellen Sie die Ordner-/Ablagestruktur mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam in einem Workshop!. Gehen Sie dabei nicht zu kleinteilig vor!

Triadengespräche (moderierte Übergabegespräche, Wissensstafetten, Wissensdialoge)

Dieses Werkzeug wird eingesetzt, wenn Schlüsselpersonen in absehbarer Zeit das Unternehmen verlassen. In den Gesprächen treten Wissen aufnehmende Personen (Nachfolger/innen) und Wissensgeber/in (ausscheidende Fach- oder Führungskräfte) in einen moderierten Dialog, um wichtige Wissensbestände auszutauschen. Aufgabe der moderierenden, neutralen Person ist es, den Prozess zu strukturieren und Fragen zu stellen, die implizites Wissen identifizieren helfen. Ein wichtiges Erfolgskriterium für die Triadengespräche ist die Bereitschaft aller Beteiligten zur Mitwirkung. Um die Neutralität zu wahren, empfiehlt es sich, auf externe Moderation zurückzugreifen. Triadengespräche sind kosten- und zeitintensiv. Sie bringen qualitativ gute Ergebnisse. Deshalb sollten diese vor allem bei der Übergabe von Schlüsselpositionen eingesetzt werden.

TIPP: Nutzen Sie zur Identifikation der Schlüsselpositionen im Unternehmen unser Tool „Ermittlung von Schlüsselpositionen“, das in unserem Toolpaket „Top-Tools“ enthalten ist.

TIPP: Nutzen Sie unser Tool "Muster Wissensdialoge"! Das Tool zeigt einen möglichen Ablauf von Wissensdialogen auf und gibt Hinweise zu Spielregeln, die bei Wissensdialogen beachtet werden sollten.

Wissenslandkarten

Wissenslandkarten sind eine strukturierte, visuelle Darstellung (virtuell oder real) über zentrale Wissensobjekte oder Experten/innen. Wissenslandkarten unterstützen die richtige „Anlaufstelle“ im Unternehmen für das jeweilige Wissen zu finden. Sie helfen Wissenslücken und implizites Wissen im Unternehmen sichtbar zu machen. Sie müssen in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Für die Erstellung von Wissenslandkarten kann spezielle Software eingesetzt werden.

TIPP: Erstellen Sie mittels Moderationsmethoden eine Kompetenzlandkarte Ihres Teams oder Ihrer Abteilung! Identifizieren Sie so, bei welchen Teammitgliedern welche Kompetenzen vorhanden sind und welche Kompetenzen Ihrem Team insgesamt fehlen, um noch erfolgreicher zu werden!

Wissensbilanz

Dieses Werkzeug ermöglicht, die immateriellen Vermögenswerte eines Unternehmens zu erfassen, zu bewerten und systematisch zu verbessern.

TIPP: Nutzen Sie den Wissensbilanz-Schnelltest, der vom Arbeitskreis Wissensbilanz im Rahmen des Projektes "Wissensbilanz - Made in Germany" entwickelt wurde! Im Test werden Human-, Struktur- und Beziehungskapital bewertet.

TIPP: Mehr Informationen zum Thema "Wissensbilanz" finden Sie auf den Seiten des Arbeitskreises Wissensbilanz.

Weitere, hier nicht näher erläuterte Wissensmanagement-Werkzeuge sind Blogs, Checklisten, Erfahrungsaustauschgruppen, Foren, Handbücher, Internet, Intranet, Unternehmensinformationsportale, Vorlagen, Wikis.

Tipps des Perwiss-Teams: Wo kann man mehr zum Wissensmanagement erfahren?

Lampe schwerbt auf HandBildnachweis: Konstantin Yuganov - Fotolia.comDer INQA-Check „Wissen & Kompetenz“ bietet Unternehmen Anregungen, wie Wissen und Kompetenz im Unternehmen gefördert werden können. Der Check gliedert sich in acht Bausteine, die einzeln oder komplett durchlaufen werden können. Die Checks der einzelnen Bausteine werden nach dem Ampelprinzip eingeschätzt. Mittels verfügbarer Praxishilfen können Maßnahmen und Prioritäten festgelegt werden.

Die Seiten der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Plattform Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) bieten zum kostenfreien Download 17 Seiten Handlungsempfehlungen zum Wissens- und Erfahrungstransfer. In den Handlungsempfehlungen sind tabellarisch verschiedene Wissensmanagement-Maßnahmen bzw. Werkzeuge bezüglich Nutzen, Schwächen und Kosten betrachtet.

Die Seite www.mittelstand-digital.de bietet eine umfangreiche Sammlung von weiterführenden Informationen und Zugängen zu Studien, Werkzeugen, Publikationen, Filmen und Webinaren zum Wissensmanagement.

Unter dem Titel „Fit für den Wissenswettbewerb“ hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 2013 einen Leitfaden herausgegeben (35 Seiten).

Der Leitfaden „Wissenswerkzeuge für Handwerksunternehmen“ (Hrsg. Interessengemeinschaft des Heinz-Piest-Instituts für Handwerkstechnik an der Leibnitz Universität Hannover) bietet Handwerksunternehmen eine systematische Einführung zum Thema Wissensmanagement und enthält eine Reihe von Praxisbeispielen (28 Seiten).

Der Wissensmanagement-Werkzeugkasten ProWis wurde im Rahmen eines geförderten Projektes durch das Fraunhofer IFF und das Fraunhofer IPK entwickelt. Auf www.prowis.net finden Sie eine kostenlose Lösungsbox zum ProWis-Vorgehen. Der ProWis-Werkzeugkasten enthält u. a. die drei Analysemethoden Fitness Check, WM-Audit und GPO-WM-Analyse. Weiterhin finden Sie eine Lösungsbox mit 50 Methoden die nach verschiedenen Filtern sortiert werden können.

Wissensmanagement-Modell des Gesellschaft für Wissensmanagement e. V.

Das Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik und das Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und Fabrikautomatisierung haben einen „Praxisleitfaden Wissensmanagement“ herausgegeben. Der Praxisleitfaden enthält eine Vorgehensweise zur Einführung von Wissensmanagement, Werkzeuge zur Einführung sowie Fallbeispiele und Erfolgsfaktoren.

Einen weiteren Leitfaden erhalten Sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. In dem "Leitfaden 2.0 zur Erstellung einer Wissensbilanz" aus dem Projekt Wissensbilanz - Made in Germany erhalten Sie eine Anleitung, die Sie in acht Schritten zur fertigen Wissensbilanz führt (70 Seiten im PDF-Format).

Informationen rund um das Thema „Wissensbilanz“ bieten die Seiten des Arbeitskreises Wissensbilanz.

Brauchen Sie weitere praktische Anregungen und Hilfestellungen bei der Einführung und Verbesserung Ihres Wissensmanagement?

Nutzen Sie eines der verschiedenen Software-Angebote aus der Liste, die Ihnen die Perwiss-Redaktion zusammengestellt hat und setzen Sie so aktiv zum Beispiel Wissensdatenbanken, Wissensbilanzen- und landkarten zur Wissensicherung, -bündelung und zum Wissenstransfer in Ihrem Unternehmen um.

Die besten Bücher zum Thema Wissensmanagement

Oder lesen Sie praktische Beispiele und Anleitungen in folgenden Büchern nach:

Verschiedene Beispiele von Holger Kohl, Kai Mertins und Holger Seidel zeigen Ihnen, wie Sie mit überschaubarem Aufwand, in Ihrem Unternehmen Wissensmanagement einführen können und so Ihren Produktionsfaktor zukünftg besser nutzen. Lesen Sie dazu in "Wissensmanagement im Mittelstand: Grundlagen - Lösungen - Praxisbeispiele" (2016) weitere Ideen und Hinweise für die Einführung und Gestaltung eines Wissensmangements nach. ISBN-13: 978-3662492192

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Kursiert in Ihrem Unternehmen viel Wissen und wurde bisher aber noch nicht festgehalten? Diskutieren Sie immer wieder die gleichen Themen in Ihren Teams? Dann lesen Sie das Buch "Wissensmanagement für Entscheider" (2015) von Guntram Meusburger und Eva Nester. In dem Handbuch profitieren Sie von den Erfahrungen der Meusburger Georg GmbH & Co KG und lernen die Methode "Wissen besser integrieren" (WBI) kennen. ISBN-13: 978-3200040090

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Einen "Werkzeugkasten Wissensmanagement" (2011) erhalten Sie von Angelika Mittelmann, welche Ihnen 60 Methoden rund um das Thema Wissensmanagement praxisnah erklärt. Die Instrumente lassen sich in die Bereiche Kompetenzentwicklung, Organisationslernen, Kommunikation, Wissensstrukturen und Wissensprozesse einteilen. ISBN-13: 978-3842370876

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Gilbert Probst, Steffen Raub und Kai Romhardt stellen Ihnen in ihren Buch "Wissen managen: Wie Unternehmen ihr wertvollste Ressource optimal nutzen" (2013) Bausteine, Tools und Beispiele aus der Praxis zu Verfügung, um Ihren Vorsprung durch richtiges Wissenmanagement weiter auszubauen. Zudem vermitteln Ihnen die Autoren die wichtigsten Grundlagen zum Thema. ISBN-13: 978-3834945624

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