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E-Learning - Basiswissen und Trends für Personaler

Der Umgang mit digitalen Medien ist mittlerweile nicht nur bei der Generation Y und Z zur Alltagskultur geworden. Beim Quizzen, ob am Fernseher oder beim Spieleabend mit Freunden wird einmal schnell gegoogelt, wie die nicht haarende Hunderasse heißt oder wie viele Länder auf dem Äquator liegen.

» Was sind die größten Vorteile von E-Learning?
» Welche Trends gibt es beim E-Learning?

In Wohnzimmern reden immer mehr Menschen bei den verschiedensten Sendeformaten über Twitter und andere Social Media mit. UND sie bilden sich so ganz nebenbei politisch, kulturell und bei vielen anderen Themen e-gestützt weiter. Auf dem Weg zur Arbeit hört man sich über sein Smartphone die neueste Portugiesisch Lektion für den nächsten Urlaub auf Madeira an. Dies erscheint uns mittlerweile immer mehr normal. DENN die heutigen Technologien, insbesondere die Verfügbarkeit der Endgeräte (Smartphones, Tablett PC) machen es zunehmend einfacher möglich und gleichzeitig haben wir in den letzten ca. zehn Jahren uns so ganz nebenbei an diese Technologien gewöhnt.

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Begriffserklärung:

  1. Beim E-Learning, dem elektronischen Lernen, werden Lernprozesse durch elektronischen Medien und Technologien unterstützt bzw. ermöglicht. E-Learning ist der Oberbegriff für sämtliche Lernformen, die Informations- und Kommunikationstechnologien einbeziehen.
  2. Unter Blended Learning ist die Kombination von E-Learning-Einheiten mit klassischen Lernformen wie Präsenzseminaren zu verstehen. Blended Learning bietet dadurch die Möglichkeit, Vorteile klassischer und elektronischer Lernformen zu kombinieren und das Lernen abwechslungsreicher zu gestalten.

Da erscheint es ganz natürlich, dass E-Learning auch im betrieblichen Kontext weiter auf dem Vormarsch ist. Viele Soft- und Hardfacts sowie die Meinungen der meisten Experten sprechen dafür! So sagt ein Großteil der im „MMB Learning Delphi“ 2014 befragten Experten, dass E-Learning im Jahr 2017 etabliert sein wird. Im Rahmen der Marktstudie des E-Learning Journal zum Thema „LMS im betrieblichen Einsatz“ wurden 360 Unternehmen befragt. 100 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie E-Learning innerhalb ihres Unternehmens nutzen. Die Erfahrungswerte liegen zurzeit in der großen Unternehmen. Dort werden bereits Optimierungen ausgeführt und neue Methoden ausprobiert. Mittlere Unternehmen führen Learning Management Systeme sowie Web Based Trainings ein. Das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat gemeinsam mit der Haufe Akademie zum zweiten Mal eine Befragung zum Ist-Zustand und den mittelfristigen Perspektiven des E-Learning in deutschen Unternehmen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie sind nicht ganz so euphorisch, denn 55 Prozent der Befragten nutzen E-Learning und 17 Prozent planen es in den nächsten drei Jahren einzuführen.

Jedoch gibt es auch noch einige Barrieren zu überwinden, um E-Learning auf der gesamten Klaviatur der Inhalte zu spielen, für möglichst viele Zielgruppen zu erschließen und auch wirtschaftliche Gesichtspunkte im Auge zu behalten.

Was sind die größten Vorteile von E-Learning?

Ortsunabhängigkeit: Lernen wo man will! Ob in der Bahn, beim Arzt im Wartezimmer, am Strand, am Arbeitsplatz - E-Learning geht von jedem Ort der Welt, wenn die nötige Hard- und Software verfügbar ist. Im Zeitalter der mobilen Endgeräte Smart-Phone und Tablet PC gibt es diesbezüglich kaum noch Grenzen.

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Zeitunabhängigkeit: Lernen wann man will! Ebenso wie der Ort spielt auch bei vielen E-Learning Formaten die Uhrzeit des Lernens keine Rolle mehr. Natürlich gilt dies nur so lange keine direkte, zeitgleiche Interaktion mit anderen Teilnehmern oder Trainern nötig ist.

Zeitersparnis: Keine Anfahrtswege und Reisezeiten! Durch E-Learning werden insbesondere Reisezeiten zu Veranstaltungsorten von Seminaren und Workshops verringert. Dies gilt sowohl für die Teilnehmenden als auch für das Lehrpersonal.

Kostenersparnis: Neben den Reisekosten (Übernachtung, Fahrtkosten) sind bei einem großen Teil der E-Learning-Angebote die Kurs- oder Teilnahmegebühren niedriger als bei Präsenzangeboten. Dies ist besonders bei sehr großen Teilnehmerzahlen sowie Trainings mit geringerer Unternehmensspezifik der Fall.

Aktualität: Lerninhalte können kontinuierlich angepasst, aktualisiert und den Lernenden zur Verfügung gestellt werden.

Welche Trends gibt es beim E-Learning?

Gamification

Gamification ist ein spielerischer Ansatz im E-Learning. Der Grundgedanke ist es, Erfolgsmechanismen von Spielen bzw. eines ganz bestimmten Spiels zu analysieren, um diese Mechanismen anschließend auf andere Tätigkeiten z. B. im Beruf, in der Schule oder in der Lehre zu übertragen. Gamification nutzt den natürlichen Spieltrieb, den Spaßfaktor und den Wettbewerb mit anderen Lernenden, um die Motivation und die Beteiligung des Lernenden zu steigern. Lerninhalte werden verbunden mit Fortschrittsanzeigen, Spielelevels, Bonussystemen usw. vermittelt. Zunehmend werden die Inhalte mit Kursen verknüpft. Ganz konkrete betriebliche Probleme werden in die Spiele eingebunden. Anbieter von Gamification erwarten in den kommenden Jahren eine erhöhte Nachfrage.

Mobile-Learning

Fotolia 94620967 XSMelpomene - FotoliaMobile Learning setzt auf die hohe Verfügbarkeit von mobilen Endgeräten wie Smartphone, Notebook oder Tablet-PC. Lerninhalte können überall mit hingenommen werden. Dabei müssen die Lerninhalte entsprechend dem jeweiligen Endgerät aufgearbeitet werden. Besonders berücksichtigt werden, müssen durch die Anbieter und Entwickler in diesem Kontext Rahmenbedingungen wie Bildschirmgröße sowie orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit der Inhalte. Gerade diese Form des E-Learnings hat den Vorteil, dass Lernen stark an die individuellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen angepasst werden kann.

Augmented Learning und Augmented Reality

Augmented Learning heißt frei übersetzt „erweitertes virtuelles Lernen“. Es ist das Lernen im eigenen Umfeld, bei dem sich Lerninhalte und Lernumgebung dynamisch den Lernenden anpassen. Durch neue leistungsstarke mobile Endgeräte ist es möglich, neuartige, virtuelle Lernaktivitäten zu gestalten. Dabei führen QR-Codes oder GPS-Koordinaten zu passenden Lerninhalten, wenn man sich an dem entsprechenden Lernort aufhält.

MOOCs, COOCs und SPOCs

MOOC steht für „Massive Open Online Courses“. Der Begriff MOOC kommt aus dem universitären Kontext. Der erste MOOC wurde 2008 durchgeführt. Bei Teilnehmerzahlen von mehr als 150 spricht man von M - Massive. O wie Open heißt insbesondere keine Zulassungsbeschränkung (formaler Art, Teilnehmerzahl usw.) und Kostenfreiheit (Kursgebühren, Materialien usw.). Das zweite O steht für Online, da nur diese Form ortsunabhängige Zugänglichkeit ermöglicht. C - Course heißt, dass ein MOOC als Lehrveranstaltung konzipiert ist (fester Start- und Endtermin, Strukturierung von Themeneinheiten, Betreuungsangebote, andere Teilnehmer/innen). Jedoch ist aufgrund der Gruppengröße die Anzahl der Teilnehmenden oftmals nur gering und liegt bei ca. 15 Prozent.

Bei COOCs steht das C für „Corporate“. Diese Form ist eine Adaption des MOOCS auf den betriebsbezogenen Kontext. Spezielle Anwendungsszenarien sind Recruitingprozesse, Vertriebsschulungen oder Kundenschulungen.

Online-Schulungen mit bis zu 30 Teilnehmenden werden als SPOC bezeichnet. Dies bedeutet „Small Private Online Course“. Der konzeptionelle Ansatz ähnelt den MOOCs und COOCs. Wichtigste Unterschiede sind, dass diese nicht offen, sondern hinsichtlich der Zielgruppen und bezogen auf die Teilnehmerzahl beschränkt sind.

Neben der Ortsunabhängigkeit macht insbesondere eine aktive Lerngemeinschaft den Erfolg von MOOCs, COOCs und SPOCs aus. Informationsaustausch und Diskussionsgruppen unter Lernenden reichern die Wissensbasis an, die allen Lernenden zugänglich ist und gestalten diese aus.

School as a Service

Bereits vielen bekannt als „Software as a Service“ wird die Grundidee bei School as a Service (SaaS) auf das E-Learning übertragen. Der Anbieter realisiert die Wartungsarbeiten, die Aktualisierungen der Lernplattform und stellt maßgeschneiderte Kurse bis zum Abschlusszertifikat zusammen. Insbesondere Großunternehmen konzipieren eigene Programme und Abschlüsse. Diese bieten Sie nicht nur eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch Kunden, Lieferanten, Kooperationspartnern und Bewerbenden an. Dies macht das E-Learning-Angebot nicht nur für alle Beteiligten wirtschaftlicher, sondern steigert auch die Bekanntheit der Arbeitgebermarke.

Nutzung von Big Data

Wenn das Lernen e-gestützt stattfindet, dann fallen z. B. in Onlinekursen beachtliche Datenmengen an. Diese können sowohl durch die externen Anbieter sowie die Nutzer zur systematischen Analyse verwendet werden. Dabei gilt es natürlich den Datenschutz sicherzustellen und nicht unnötige Nutzungsängste aufzubauen.
Interessante Aspekte, die erhoben werden können sind:

  • E-Learning-Dauer
  • Lernhäufigkeit
  • Dauer zum Absolvieren eines Kurses
  • Häufig oder wenig genutzte Inhalte bzw. Lerneinheiten
  • u.v.a.m.

Der aktuelle Report NMC Horizon Report - 2016 Higher Education Edition sieht folgende Trends:

  • Kurzfristig (ein Jahr oder weniger): „Bring Your Own Device“ (BYOD) und „ Learning Analytics and Adaptive Learning“
  • Mittelfristig (zwei bis drei Jahre): „Augmented and Virtual Reality“ und „Makerspaces“
  • Langfristig: „Affective Computing“ und „Robotics“.
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